Raffiniertere Methoden zur Indexbereinigung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 12. Mai 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Eine der raffiniertesten Methoden ist die hedonische Bewertungsmethode.
Befassen wir uns also heute eingehender mit dieser Methode:
Im Grunde könnte man sagen, die hedonische Methode wurde entwickelt um Qualitätssteigerungen bei Produkten zu berücksichtigen. Hierzu werden subjektiv die Qualitätsmerkmale eines Produkts ermittelt. Danach wird mit Hilfe der Regressionsanalyse der Einfluss dieser Qualitätsmerkmale auf die Preisentwicklung ermittelt. Hiermit kann dann die reale Preisveränderung von der Preisveränderung aufgrund der qualitativen Veränderung getrennt werden.
Führen wir das Ganze anhand eines Beispiels aus:
Nehmen wir an, Sie kaufen einen Computer für 500 Euro (Geschwindigkeit: 2Ghz) in Jahr 1. In Jahr 2 kaufen Sie wieder einen Computer für 500 Euro. Weil gerade bei Computer- Hardware sich die Technik sehr rasch verbessert hat in den letzten Jahren - kennen Sie sicher alle - hat ihre Computer-CPU in Jahr 2 nun eine Taktfrequenz von 3Ghz.
Obwohl der Preis für Sie als Konsument also gleich geblieben ist, nimmt der Statistiker nun für die Berechnung seines Index einen Preisrückgang für die CPU an. Während sich also der konkrete Preis für den Rechner nicht verändert hat (nehmen Sie z.B. die Aldi-Volksrechner; die werden auch immer besser, aber bleiben preislich relativ konstant), geht in die Verbraucherpreisstatistik ein Preisrückgang ein, was am Ende natürlich die Inflation mindert.
Hedonische Methode in der Praxis
Die hedonische Methode wird bei einer ganzen Reihe von Produkten angewendet, vor allem im technischen Bereich aber auch bei Immobilien.
Meiner Meinung nach ergibt sich klar ein Problem daraus, dass die erfassten Qualitätsverbesserungen immer nur subjektiv durch den Statistiker ermittelt werden können.
Die hedonische Methode wird vor allem in den USA (seit den 90er Jahren - Clinton und Greenspan lassen grüßen) aber auch in UK, Australien und Neuseeland angewendet. Auch unser Statistisches Bundesamt wendet diese Methode an, allerdings nicht vollumfänglich und nur auf bestimmte Produkte begrenzt.
So long liebe Leser...in der nächsten Ausgabe zu diesem Thema werden wir uns mit den Kettenpreisindizes befassen..morgen gibt's an dieser Stelle dann wieder wie gewohnt den Wochenrückblick...ich verabschiede mich damit für heute: liebe Grüße, bis morgen und noch einen schönen Abend wünscht Ihnen
Ihre Miriam Kraus