R.N. Elliott, ein Genie
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 28. März 2007 13:00 Uhr
ENL5454
Lieber Wave Daily Leser,
R.N. Elliott hatte die Theorie von Charles H. Dow studiert, einem scharfsinnigen Experten am amerikanischen Akteinmarkt. Auf der Grundlage der Dow Theorie entwickelte er das Elliott Wave Prinzip. Er lebte zu der Zeit seiner Entdeckung in Kalifornien. Dort entnahm er die stündlichen Börsenkurse einer Börsenzeitung und übertrug sie auf Millimeterpapier. Nach und nach entdeckte er sich wiederholende Kursbewegungen beim Dow Jones Industrial Average.
Stellen Sie sich einmal vor, wie mühsam und langwierig seine Arbeit gewesen sein musste. Ihm standen keine Computer mit Chartprogrammen zur Verfügung. Er musste den Chart selbst erstellen. Er entwickelte seine Theorie, in dem er seine selbst erstellten Charts genau untersuchte, einzelne Segmente mit anderen verglich, darüber nachdachte und die Kursbewegungen beobachtete.
Seine Entdeckungen gingen weit über die Erkenntnisse von Dow hinaus. Die Reichhaltigkeit und Exaktheit der Regeln ist bis zum heutigen Tag unübertroffen. Beide Männer hatten für das menschliche Verhalten als Grundlage für ihre Überlegungen entschieden.
Es sind nicht die Ereignisse an sich, die den Markt beeinflussen. Viele Millionen Männer und Frauen versuchen die Börse für die Zukunft einzuschätzen. Ihnen stehen die gleichen Nachrichten zu Verfügung. Die Einschätzungen sind aber vielfältig und gegensätzlich. Die Kursbewegungen werden in erster Linie von Menschen beeinflusst. Menschen unterliegen bestimmten Verhaltensmustern. Überlegen Sie einmal wie viele Gewohnheiten wir entwickelt haben, die ein fester Bestandteil von unserem Leben sind.
R.N. Elliott hat immer wiederkehrende Verhaltensmuster der Menschen bei der Untersuchung der Charts entdeckt. Denn Sie wissen, hinter jeder Kursbewegung steckt die Entscheidung von mehreren Menschen. Elliott ging bei seinen Untersuchungen in die Tiefe des Problems.
Im Jahre 1935 unterschritt de Eisenbahnaktiendurchschnitt das Tief des Jahres 1934. Die Anleger und Finanzmarktanalysten hatten sich noch nicht von den großen Schwierigkeiten der Jahre der Wirtschaftkrise 1929 bis 1932 erholt. Eine sehr beunruhigende Situation. Am letzten Tag des Rückgangs sandte er ein Telegramm an einen bekannten Börsenbrief. Er wies nachdrücklich daraufhin, dass die Abwärtsbewegung jetzt beendet sei und nur eine Korrektur in einem Haussemarkt wäre. Der Haussemarkt hätte noch ein enormes Potenzial. Der anschließende Kursverlauf bestätigte seine Prognose.
Seit 1998 arbeite ich ausschließlich mit dem Elliott Wave Prinzip und kann mich seitdem der Faszination dieser Lehre nicht entziehen. Fortwährend erhalte ich Bestätigungen für die These von Herrn Dow und Herrn Elliott. Oft habe ich erlebt, dass Nachrichten zwar zu Kursbewegungen führen, sie aber den von Elliott entdeckten Verhaltensregeln und -mustern folgen.
Das menschliche Verhalten in Massen unterliegt nach meiner Überzeugung einem Naturgesetz.