Quo Vadis SDAX?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Dax 30
vom 23. Juni 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich könnte das Leben ja so leicht und unbeschwerlich sein, denn das sonnige Wochen-ende und einige spannende Fußballspiele liegen hinter uns!
Wenn da nur nicht die Börse mit ihren unangenehmen Überraschungen wäre.....
Diese derzeit eher unerfreulichen Überraschungen sind auch der Grund, warum ich Sie derzeit nicht mehr mit Liebe Nebenwerte-Freunde" anzusprechen wage.
Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass auch wir Aktionäre bald wieder mehr zu lachen haben, und speziell für die Nebenwerte bessere Zeiten anbrechen - auch wenn wir uns vorerst noch gedulden müssen!
Spekulation ist eine Wette auf die wahrscheinlichste Alternative
Wie Sie sich vielleicht noch erinnern können, ist die Chart-Technik für mich keine über jeden Zweifel erhabene Wissenschaft, die nur zu einem Ergebnis führen kann. Um das zu über-prüfen, müssen Sie nur fünf verschiedene technisch orientierte Analysten befragen, um mindestens sechs unterschiedliche Antworten zu erhalten. Aber Spaß bei Seite: wenn jede Analyse-Methode zu einem zwingendem Ergebnis führen würde, wären wir alle reich und die Börse wäre eine Einbahn-Straße! Da dies leider nicht so ist, muß sich der rationale Börsianer mit der Gesamtheit der verschiedenen Alternativen befassen, die sich aus dem aktuellen Chart ableiten lassen, und dann auf die wahrscheinlichste Variante wetten".
Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt intakt....
Um mir längere Überlegungen über die Richtung eines Trends zu ersparen, bzw. zu prüfen ob überhaupt ein stabiler Trend vorliegt, habe ich es mir zu Gewohnheit gemacht, die Qualität der gleitenden 200-Tage-Linie zu prüfen. Dadurch erkenne ich rasch, dass ich hier im SDAX mit Long-Spekulationen gegen den primären Trend handele.
Gegen den langfristigen Trend zu handeln endet selten mit Geld verdienen, meistens aber mit Frust und Streß. Es sei denn, man ist ein Glücksritter (kein Lügner) und erwischt wirklich den unteren Wendepunkt! Oder aber man handelt unter sehr hohem Risiko kurzfristig und bewusst gegen den Trend kleinere Markterholungen mit engen Stopps. Diese Strategie ist natürlich mit viel Streß verbunden und trotzdem nur selten von stetigem Erfolg gekrönt. Deswegen will ich sie hier vernachlässigen und mich auf die primären Trends konzentrieren. Schließlich ist das Leben ja stressig genug!
....Trotzdem ist der Index in einer Seitwärtsrange gefangen!
Obwohl der primäre Trend im SDAX nach unten zeigt, ist dies aber noch kein lange kein Grund sich aus dem Kellerfenster zu stürzen. Denn nach dem bisherigen Kurssturz von etwa 30 Prozent in diesem Jahr sind schon die meisten konjunkturellen Krisen eingepreist".
Dies erkennen Sie auch am mittelfristigen Seitwärtstrend, der den Index seit Ende Januar zwischen 4.000 und 4.900 Punkten gefangen hält! So lange die Kurse weder oben noch unten aus dieser Range laufen, liegt kein zwingender Handlungsbedarf vor. Nur kurzfristig orientierte Spekulanten können versuchen, dieses Band gewinnträchtig zu handeln.
Echte Investoren verpassen derzeit nicht viel, sollten daher auch gar nicht probieren fallende Messer aufzufangen oder irgendwelche Heldentaten an den Märkten zu begehen.
Dieser Anlegergruppe empfehle ich ganz klar, lieber den Sommer zu genießen und ein paar Bücher zu lesen, anstatt jeden Kurszacken am Monitor zu verfolgen.
SDAX: Jahreschart
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