"Quell der Sorge"
Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 03. April 2008 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Fed-Chef Ben S. Bernanke hat am gestrigen Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuß des Kongresses eine US-Rezession im ersten Halbjahr 2008 nicht mehr ausgeschlossen. „Eine Rezession ist möglich“, aber diese sei noch nicht sicher. Das US-BIP werde im ersten Halbjahr kaum wachsen, möglicherweise gar „leicht schrumpfen“.
Inflation bereitet ebenfalls Sorgen
Zum ersten mal hat damit der 54-jährige Ökonom vor einer US-Rezession gewarnt. Zwar hofft der Chairman des Federal Reserve Boards auf eine Konjunkturbelebung im zweiten Halbjahr, jedoch bestehe aufgrund der anhaltenden Turbulenzen am Finanzmarkt weiter hohe Unsicherheit. Sehr interessant auch, dass er gleichzeitig auch die Inflation als „Quell der Sorge“ bezeichnete. Ist diese „Sorgenquelle“, mittlerweile schon so groß, dass sich allmählich der Zinssenkungsspielraum reduziert?
WestLB mit Milliardenverlust
Apropos Finanzkrise, am gestrigen Mittwoch gab die drittgrößte deutsche Landesbank, die WestLB, einen deutlich höher als erwarteten Fehlbetrag für das Jahr 2007 (1,6 Milliarden Euro) bekannt. Laut dem scheidenden Bank-Chef sei das Institut durch die Finanzmarktkrise in die „wohl schwierigste Lage ihrer Geschichte“ geraten. Zur „Bilanzentlastung“ wurden risikoreiche Papiere im Volumen von sage und schreibe 23 Milliarden Euro ausgegliedert. Bis zum Jahr 2010 werden 1350 der 5900 Arbeitsplätze abgebaut.
Faule deutsche Kredite
Abseits der US-Finanzkrise wurde ebenfalls bekannt, dass laut Ernst & Young deutsche Banken bis zu 200 Milliarden Euro an faulen Krediten in ihren Büchern stecken haben. Dabei handele es sich NICHT um Spekulationen im US-Markt, sondern um hausgemachte Risiken. Ganz besonders falle auf, dass immer noch Darlehen zur Finanzierung von Ostimmobilien nach der deutschen Wiedervereinigung eine Belastung darstellen würden.
Edelmetallpreise gedrückt
Trotz dieser neuerlichen Hiobsbotschaften bleibt der Goldpreis weiter gedrückt. Im Wochenverlauf lag der Preis für eine Feinunze des gelben Edelmetalls bereits im Bereich um 870 Dollar. Mittlerweile konnte er sich wieder etwas erholen und notiert wieder um die 900 Dollar. Aktuell kostet eine Unze Krügerrand weiter unter 600 Euro. Nicht zuletzt lastete der zumindest kurzzeitig wieder gegenüber dem Euro anziehende Dollar auf dem Goldpreis.
Der mittel- bis langfristige Ausblick für das Krisenmetall bleibt indes weiter gut, so dass das deutlich ermäßigte Niveau durchaus eine „Occasion“ ist – zumindest zur langfristigen strategischen Diversifikation.
Es ist nur eine Frage der Zeit, ehe negative Realverzinsung in Verbindung mit der Dollar- und Finanz- und vielleicht ja auch noch einer geopolitischen Krise obendrauf dem gelben Edelmetall wieder neue Flügel verleihen werden.
Nähere Informationen und Investmentideen finden Sie unter anderem auch in "Sicheres Geld". Klicken Sie hier.