Quartalszahlen 4/2011 werden vorgelegt
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 10. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
wie immer wurde die neue Quartalsberichtssaison gestern mit den Zahlen des US-Aluminiumherstellers Alcoa eröffnet, die häufig einen guten Früh-Indikator für die Verfassung der US-Konjunktur liefern (sollen). Das Unternehmen ist im vierten Quartal in die Verlustzone abgerutscht. Nach einem Gewinn von 0,24 Dollar je Aktie im Vorjahr berichtete der US-Metallproduzent für sein viertes Quartal einen Verlust von 0,03 Dollar je Aktie, was zugleich 2 Cent unter den Konsensschätzungen der Analysten ausfällt. Grund für den Verlust seien hauptsächlich Kosteneinsparungsmaßnahmen wie Werkschließungen (ich dachte immer, die Gewinne steigen, wenn Kosten eingespart werden).
Alcoa hatte mit steigenden Rohstoffkosten bei gleichzeitig sinkenden Aluminiumpreisen zu kämpfen. Die Basismetallpreise sind 2011 insgesamt stark gefallen, weil sich die Nachfrage und die Konjunktur weltweit deutlich abgekühlt haben. Demgegenüber standen weiterhin hohe Energiekosten (Stichwort: hohe Ölpreise, Spannungen mit Iran). Eine Trendwende in dieser Entwicklung ist bisher nicht in Sicht. Das Unternehmen hat erst kürzlich darauf mit einer Ankündigung zum Abbau seiner Kapazitäten und damit verbundenen Entlassungen reagiert.
Im Geschäftsjahr 2012 erwartet Alcoa ein Wachstum der Nachfrage nach Aluminium von 7 Prozent (nach 10 Prozent in 2011 und 13 Prozent in 2010). Das künftige Wachstum des Konzerns läge damit zwar noch im Rahmen seiner bisherigen Prognosen. Allerdings zeigen die abnehmenden Wachstumsraten der letzten Jahre doch recht deutlich, wohin die Reise gehen wird. Wenn das wirklich der Frühindikator für die US-Konjunktur ist, dann sind US-Aktien eindeutig zu hoch bewertet für das abnehmende Wachstum, was sie bieten. Schon jetzt hinken deren Unternehmensgewinne der Börsenentwicklung strak hinterher, liegen sie doch deutlich unter dem Stand, der bereits Mitte 2010 erreicht wurde.
Die Reaktion des Marktes auf die Zahlen wird heute interessant werden und womöglich symptomatisch für die nächsten Handelstage. Die Handelseröffnung der US-Börsen verspricht positiv zu werden. Die Aktie selbst hat sich im 2. Halbjahr 2011 bereits halbiert, so dass viele Negativszenarien eingepreist sein dürften. Der Abwärtstrend ist allerdings weiterhin intakt, so dass hier bisher keine Änderung absehbar ist.