Quantitative Easing – Nr. 3?
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 4. Februar 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Am Mittwoch dieser Woche meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass nach Einschätzung von Thomas Hoenig, seinerseits Präsident der Fed von Kansas City, die US-Notenbank über eine Ausweitung des gigantischen Anleihe-Kaufprogramms beraten werde.
Enttäuschende Konjunkturdaten als Voraussetzung
Gegenüber Markt News International" sagte Mr Hoenig, dass über eine weitere Anleihe-Kauf-Runde möglicherweise dann debattiert werden würde, wenn die Konjunkturdaten auch weiterhin enttäuschend ausfallen sollten. Gleichzeitig betonte er aber, dass er persönlich einen Kurswechsel für geboten erachte. Hoenig forderte zudem eine Zinserhöhung. Hoenig war ja der einzige US-Notenbanker im Offenmarktausschuss, der wiederholt gegen die Niedrigstzinspolitik votierte. Für das Jahr 2011 ist Herr Hoenig im Offenmarktausschuss nicht stimmberechtigt.
Quantitative Easing 2 endet am 30.6.2011
Ein mögliches Quantitative Easing Nr. 3 könnte im zweiten Halbjahr diesen Jahres akut werden. Die zweite Lockerungsrunde endet ja zum Ende des zweiten Quartals. Anfang November des vergangenen Jahres war ja das Anleihekaufprogramm im Volumen von netto 600 Milliarden Dollar beschlossen worden.
Pakt mit dem Teufel?
Die Kritik an der Politik der Notenbank wird derweil immer größer. Im Handelsblatt vom gestrigen Donnerstag bezeichnete Jeremy Grantham, Gründer des Vermögensverwalters GMO, die Politik der der US-Notenbank wortwörtlich als Verbrechen". Bill Gross, Managing Director von PIMCO, hält sich in seiner jüngsten Publikation
http://europe.pimco.com/LeftNav/Featured+Market+Commentary/IO/2011/Devils+Bargain+February+2011.htm
ebenfalls kaum zurück. Ein niedriger Zins über eine erweiterte Zeitperiode ist das teuflischste aller eingesetzten Mittel", schrieb Gross.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, trotz der massiven Kritik an der US-Geldpolitik ist es wenig realistisch, auf einen radikalen Kurswechsel zu hoffen. Im Gegenteil, es wird wohl am Ende des Tages nur eine Frage der Zeit sein, ehe über weitere unkonventionelle" Lockerungsmaßnahmen debattiert werden wird.
Und vor dem Hintergrund der ultra-lockeren Fed-Politik verwundert es nicht wirklich, dass die amerikanische Münzprägeanstalt U.S. Mint für den abgelaufenen ersten Monat des Jahres 2011 ebenfalls neue Rekordwerte zu vermelden hat. Der Absatz der US-Silbermünze Eagle übertraf selbst die kühnsten Erwartungen. Sage und schreibe 6,422 Millionen Unzen der Silbermünze konnten abgesetzt werden.
Zum Vergleich, im Januar 2010 wurden 1,9 Millionen Münzen verkauft; im Gesamtjahr 2010 waren es insgesamt 34,66 Millionen Unzen. Wenn man den Januar Silver-Eagle-Absatz nun aufs Jahr hochrechnet, ergäbe sich eine Nachfrage, die gut zehn Prozent der jährlichen Silber-Förderung ausmacht...