Qualen!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 25. Oktober 2011, 20:30 Uhr
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Die Politik bereitet mir langsam echte Qualen. Ständig passiert...nichts! Und doch ist ständig der Adrenalin-Spiegel oben. Ich erwarte vom morgigen Euro-Gipfel gar nichts und gerade das macht mir Sorgen.
Regierungskrisen und der Bundestag muss ja auch mal was für sein Geld tun
Während die Griechen einer Regierungskrise schon näher sind als alles andere, sitzt der Silvio (Häuptling der Italiener) auch massiv zwischen den Stühlen, kassiert auf der einen Seite Watschen von den anderen Häuptlingen und hält die andere Wange seinen eigenen Koalitionspartnern hin. Sparen und reformieren soll er, finden die Europäer. Doch Bevormundung durch die Europäer verbitten sich die italienischen Politiker. Das alte Spielchen eben...mal schauen, welchem Druck sich der Silvio ergeben wird.
Und überhaupt man gewöhnt sich dran...ist doch sowieso Europa-politischer Alltag, dass man erstens alle Differenzen in der Öffentlichkeit austrägt und sich zweitens sowieso nie untereinander einigen kann.
Dies allerdings ist eines der großen Probleme in Europa und deshalb erwarte ich auf vom EU-Gipfel nichts weiter, als das übliche halbherzige Ergebnis.
Und dann der Bundestag...da kriegt man auch das Gefühl, dass die heute doch nur deswegen wieder die Medien bestimmt haben, weil sie auch mal zeigen wollen, dass sie ab und an was für ihr Geld tun.
Verstehen Sie mich nicht falsch...demokratische Prinzipien sind richtig und wichtig, aber warum muss der Bundestag über einen Entschließungsantrag abstimmen? Der ist noch nicht mal juristisch bindend.
Der springende Punkt für mich ist, dass die Parlamentarier lediglich darüber abstimmen, dass der EFSF irgendwie gehebelt werden darf, vermutlich ohne Mitwirkung der EZB und ohne, dass unsere bisherige Garantiesumme erhöht wird. Allerdings ist Angie, wie gesagt, noch nicht einmal an diesen Antrag gebunden.
Mit anderen Worten: die Volksvertreter haben erstens keine Ahnung worüber sie da morgen eigentlich abstimmen werden und zweitens ändert das überhaupt nichts.
Die Entscheidung darüber, wie es mit dem EFSF-Hebel weitergeht, fällt dann irgendwann mal in Brüssel und danach darf es noch der Haushaltsausschuss absegnen.
Eigentlich ist das ganze Bundestags-Abstimmungsgeplänkel also nichts anderes als vertane Zeit!
Die Qual des EFSF-Hebel
Und dann überhaupt dieser Hebel. Sofern Angie sich durchsetzen kann, soll ja dann das Teilkasko-Modell kommen.
Oder anders gesagt, der ziemlich hilflose Versuch, Investoren dazu zu überreden sich kaputte Anleihen andrehen zu lassen, die aber nur zu 20% abgesichert sind. Bei einer staatlichen Insolvenz des betreffenden Landes, wären die Verluste ungleich höher. Kein Investor bei Verstand, lässt sich mit so einem Quatsch ködern.
So long liebe Leser...Na ja, ich will mich nicht länger quälen, deshalb höre ich auch gleich auf für heute...doch ich denke, sie verstehen, weshalb ich auch weiterhin keine echten Lösungen erwarten kann...bis morgen und liebe Grüße....
Ihre Miriam Kraus
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Paul Abeler (25.10. 2011 22:56 Uhr):
Kein Eu-Staat dürfte zusätzliche neue Schulden machen sondern jedes Jahr 1% weniger. Dann hätten auch wir Deutsche in 100 Jahren keine Schulden mehr. Ist doch irgendwie so einfach. Aber wir kleinen Bürger können sicherlich nicht kompliziert genug denken.
Antworten - Kommentar von Albert Karl (25.10. 2011 23:38 Uhr):
Liebe Frau Kraus, vielen Dank für Ihren Beitrag. Es wäre interessant, wenn Sie uns Lesern zur Abwechslung mal Ihren konkreten Lösungsvorschlag aufzeigen könnten. Gute Nacht, Ihr A.K
Antworten- Antwort von Paul Abeler (27.10. 2011 00:14 Uhr):
Den Gürtel enger schnallen und sparen. Wann sollen wir denn damit anfangen? Wenn auch die Deutschen zahlungsunfähig werden, ist es ja wohl zu spät, zu spät, zu spääääääää-----t.
- Antwort von Paul Abeler (27.10. 2011 00:14 Uhr):