QE2: Spiel mit dem Feuer der Inflation
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 5. November 2010, 17:00 Uhr
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nachdem ich die beiden jüngsten Einschätzungen zum Markt relativ knapp halten konnte, sind nun die Fakten geschaffen, die einer neuen Betrachtung bedürfen. Wie erwartet, geht QE2 in eine neue Runde. Helikopter-Ben wird wieder Geld abwerfen, offiziell um die lahmende US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Doch so wenig das beim ersten Mal funktioniert hat, so gering sind nun erneut die Chancen, dass es auf diesem Weg klappt. Zu einer gesunden Wirtschaft, die hoch profitable Arbeitsplätze schafft, gehört mehr als eine Flut unproduktiven Geldes, das immer wieder nur neue Blasen erzeugt.
Inoffiziell geht es meiner Ansicht nach also eher darum, dem US-Konsumenten (und -Anleger) wieder neuen Mut zum Kaufen und Investieren zu geben bzw. seine (Schuld-) Zinsen am Boden zu halten. Die Hoffnung dahinter: Über steigende Aktienmärkte soll eine Spirale der Gesundung für die amerikanische Wirtschaft entstehen. Doch selbst wenn steigende Aktien Teilen der traditionell aktienaffinen US-Bürger neuen Mut und Wohlstand bescheren, werden die weniger wohlhabenden Schichten eher deren Kehrseite zu spüren bekommen.
Eine neue Runde der Abwertung des US-Dollars lässt die Preise aller importierten Waren steigen. Bei einer Nation, die wenig produziert, aber umso mehr konsumiert (wie es seit Jahren das Handelsbilanzdefizit drastisch bezeugt), besteht daher die Gefahr einer ausufernden Inflation. Natürlich entlastet diese die Schuldner, allen voran den Staat, der nach Belieben neue Dollars drucken kann. Doch wer mangels Arbeit kein Einkommen hat oder in irgendwelchen schlecht bezahlten Jobs kaum das Existenzminimum sichern kann, den treffen steigende Preise besonders hart.
Währenddessen schwimmen viele US-Unternehmen in billigem Kapital. Wer exportieren kann, profitiert natürlich eine gewisse Zeit von seinen im Weltmarktvergleich günstigeren Preisen (zumindest, so lange er die Rohwaren noch bezahlen kann). Steigende Löhne werden durch solches Wachstum jedoch erst geschaffen, wenn das riesige Heer der Arbeitssuchenden nennenswert abgebaut wird. Zuvor geht das überschüssige Geld lieber ins Ausland, wo es von gesunden Volkswirtschaften und Währungen profitieren kann. Die Gefahr ist groß, dass dort immer wieder neue Blasen geschaffen werden. Deren Auswirkungen haben wir bereits einmal erlebt - die Gefahr ist, dass eine zweite Runde der Finanzkrise nicht mehr durch die Gelddruckmaschine beherrschbar sein wird.
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