Q-Cells: Warum die Lage so ernst ist
Cindy Bach in Insider Daily
vom 30. Juni 2011, 14:30 Uhr
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Die finanzielle Lage ist bei Q-Cells schon einige Zeit äußerst angespannt. Die Refinanzierung von zwi Schuldverschreibungen stand auf der Kippe, doch aufgrund einer Kapitalerhöhung und Zugeständnissen der Banken ist die Kuh hier für die nächsten Monate zunächst vom Eis.
Doch der Quartalsbericht aus dem ersten Quartal zeigt sonst eine eher besorgniserregende Entwicklung: So gingen die Nettofinanzverbindlichkeiten gegenüber dem Auftaktquartal 2010 deutlich um 58% nach oben, der Verschuldungsgrad (Nettofinanzverbindlichkeiten/Eigenkapital) schoss von 37,5% auf 62,8% in die Höhe. Die Nachfrage ging markant zurück, so dass die Vorräte bilanziell in den ersten drei Monaten massiv von 365 auf 585 Mio. Euro hoch gesetzt werden mussten. Q-Cells bleibt schlicht und ergreifend auf seinen Modulen sitzen. Und das nicht, weil die Qualität nicht stimmt, oder sie nicht effizient genug sind, sondern weil die Produktionskosten die Dinger zu teuer machen.
Nedim Cen spricht in diesem Quartalsbericht selbst von einer weiterhin sehr unsicheren Lage für seinen Konzern: "Die Unsicherheiten für den Geschäftsverlauf des Jahres 2011 haben sich in den letzen Wochen aufgrund der Situation in den beiden großen Märkten Italien (Auslaufen der Solarförderung zum Mai 2011) und Deutschland und der damit zusammenhängenden schwachen Nachfrage weiter erhöht." Wegen des erhöhten Lagerbestandes habe Q-Cells die Produktion im Q2 deutlich zurück gefahren. Man werde dabei auf das erst kürzlich eingeführte flexible Stundenkonto zurückgreifen und Leiharbeiter ganz entlassen. Durch dieses flexible Arbeitszeitenmodell sei man bei Q-Cells jederzeit bereit, bei wieder anziehender Nachfrage die Produktion wieder hochzufahren. Doch man gehe schon jetzt davon aus, dass die für 2011 geplanten Produktionsmengen nicht mehr erreicht werden.
Cen beschließt seine Prognose wie folgt: "Wenn die Marktnachfrage im zweiten Halbjahr 2011 anzieht, die Verkaufspreise sich stabilisieren, die Preise für Wafer und Silber nachgeben sowie die geplanten Projekte im Systemgeschäft realisiert werden können, gehen wir von einem positiven operativen Ergebnis für das Gesamtjahr aus." Zwar ist der Preis für Silber deutlich zurückgekommen. Damit ist aber nur eine Komponente der Bedingungen bislang erfüllt. Und woher nur soll aktuell ein Nachfrageschub kommen? Was soll die Verkaufspreise auf dem europäischen Markt stabilisieren, wenn die Billigkonkurrenz weiterhin die Preise kaputt macht? Und wie viel Zeit bleibt dem Unternehmen noch, auf dieser Sparflamme zu operieren, wenn sich die Nachfragesituation nicht schnell ändert? Die Lage ist ernst. Eine Neuausrichtung muss kommen, wenn es dafür nicht schon zu spät ist.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Neumann Hildegard (30.06. 2011 19:46 Uhr):
Liebe Frau Bach, lassen Sie sich von derartigen Schreibern nicht beuhnruhigen. Mir gefallen Ihre Berichte immer sehr gut. Schöne Grüße aus Bayern Neumann Hildegard
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