Q-Cells: Schlimmer geht bald nimmer
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 12. November 2009, 14:30 Uhr
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der Bitterfelder Solarzellenhersteller Q-Cells hat auch das dritte Geschäftsquartal mit einem enormen Verlust abgeschlossen. Die Zahlen fielen sogar noch schlechter aus als von Analysten erwartet. Und Hoffnung, diese prekäre Lage so schnell als möglich hinter sich zulassen, besteht laut Aussage der Konzernführung keine: "Q-Cells erwartet unverändert ein schwieriges Marktumfeld, das von Überkapazitäten und Preis- sowie Margendruck geprägt sein wird."
Diese Nachricht sorgt natürlich für herbe Enttäuschung auf dem Börsenparkett: Die Aktie verliert heute im frühen Handel zeitweise gut 4 Prozent. Bereits zum Halbjahr hatte der Konzern einen Riesenverlust verkünden müssen. Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, hatte der Vorstand des einstmals weltgrößten Zellenproduzenten damals ein tiefgreifendes Sanierungsprogramm gestartet, nach dem jede fünfte Stelle gestrichen werden sollte. Schon im August wagte Vorstandschef Anton Milner keine Prognose für das laufende Jahr.
Noch tiefer in die roten Zahlen
Im dritten Quartal kam es für Q-Cells noch bitterer: Der operative Verlust lag mit 163,8 Mio. Euro fast dreimal so hoch wie im voran gegangenen Quartal. Analysten hatten maximal eine Verdoppelung erwartet. Vor einem Jahr, als die Wirtschaft noch boomte, hatte das Unternehmen an dieser Stelle einen Gewinn von 53,8 Mio. Euro verbucht. Unter dem Strich stand auch aufgrund von neuerlichen Abschreibungen auf Beteiligungen ein Fehlbetrag von 248,2 Mio. Euro nach einem Überschuss von 72,5 Mio. Euro vor einem Jahr.
Aus der Misere führen soll nach wie vor ein Konzernumbau samt Stellenabbau. Die Umsetzung verlaufe wie geplant, hieß es. Ab Dezember sollen bis zu 500 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung gehen. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet der Vorstand dann eine Entlastung der Kasse.
Die Mitarbeiter haben jedoch nur noch wenig zu tun. Der Umsatz im dritten Quartal lag mit 184,1 Mio. Euro in etwa nur halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum zweiten Quartal stellte dies aber schon eine Verbesserung dar. Dabei war Q-Cells im vergangenen Jahr noch der größte Zellenhersteller der Welt. Im vergangenen Jahr hatte Q-Cells noch 1,25 Mrd. Euro umgesetzt und dabei einen Überschuss von 190,6 Mio. Euro erwirtschaftet. Doch das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt hat rapide Marktanteile gegen Konkurrenten vor allem aus dem "Billigproduzenten-Land" China verloren.
Und obwohl das Geschäftsjahr nun schon so gut wie vorbei ist, traut sich Milner auch weiterhin keine Prognose zu. Es bestehe im Schlussquartal das Risiko weiterer Belastungen, warnt er. Drei Mal senkte Q-Cells nun schon seinen Ausblick. Düstere Zeiten für den "Sonnenanbeter".
Ich wünsche Ihnen einen nicht zu düsteren Novembertag.
Ihre
Cindy Bach
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