Q-Cells lässt die Skeptiker verstummen
Cindy Bach in Insider Daily
vom 13. November 2008, 10:00 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die gesenkten Jahresziele des Solarmodulherstellers Solon sorgten gestern für deutliche Verluste bei allen deutschen Solartitel. Besonders die Aktie der im TecDAX notierten Q-Cells kam im Laufe des gestrigen Nachmittags - in einem insgesamt sehr schwachen deutschen Aktienmarkt - deutlich unter die Räder. Nicht zuletzt haben Spekulationen darüber, dass Q-Cells direkt von der Schwäche seines größten Kunden Solon betroffen ist, die Anleger verunsichert. Und obendrein sorgte eine Abstufung durch die Analysten aus dem Hause von Morgan Stanley für Verkaufsdruck. Q-Cells-Papiere verloren zwischenzeitlich knapp über 20 Prozent und schloss den Handelstag schließlich mit Kursen knapp über der 20-Euro-Marke.
Ich hielt diese Reaktion bereits gestern für absolut überzogen. Die für heute anstehenden Q3-Zahlen von Q-Cells konnten nicht annähernd so enttäuschend ausfallen, wie es der Markt gestern vorweg nahm. Schließlich war die Nachfrage in der Solarbranche bis Ende September sehr robust.
Auch die Solon-Gewinnwarnung dürfte keine großen Auswirkungen auf Q-Cells haben. Zwar ist Solon der größte Kunde von Q-Cells, der Anteil liegt jedoch nur bei rund 10 Prozent. Zudem wurden hier Langfristverträge abgeschlossen. Dieser erneute Ausverkauf bei Q-Cells ist also wohl auch diesmal allein der nervösen Anlegerschaft an der Börse zuzuschreiben. Anders jedenfalls kann ich mir einen derartigen Abschlag nicht erklären.
Das unterstützende Argument zu meiner Interpretation ließ heute nicht lange auf sich warten. Die Zahlen von Q-Cells, die noch vor Handelsstart über den Ticker gingen waren alles andere als ernüchternd.
Q-Cells hebt wider den Erwartungen seine Prognose leicht an
Der Solarzellenhersteller hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2008 nämlich nicht nur bestätigt, sondern sogar leicht angehoben. Aufgrund der positiven Entwicklung des Projektgeschäftes erwarte das Unternehmen nunmehr einen Umsatz in Höhe von rund 1,35 Mrd. Euro (bislang 1,325 Mrd. Euro). Der Jahresüberschuss für die Gruppe soll sich nunmehr auf etwa 215 Mio. Euro belaufen (bislang ca. 200 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) wird unverändert mit rund 260 Mio. Euro erwartet.
Darüber hinaus bekräftigte der Vorstand die Umsatzprognose für das Jahr 2009 in Höhe von ca. 2,25 Mrd. Euro. Das ist aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage, in welcher kaum ein Unternehmen eine Prognose über 2008 hinaus abzugeben wagt, beachtlich.
Zudem seien bereits zum jetzigen Zeitpunkt Ausbaustufen finanziert, die im Jahr 2010 ein deutlich gesteigertes Produktionsvolumen ermöglichen. Damit sei für die beiden Folgejahre bereits ein durchschnittliches Wachstum des Produktionsvolumens in Höhe von ca. 70 Prozent p.a. abgesichert. Werden zusätzliche Finanzierungsmittel eingeworben, sei sogar ein noch höheres Gesamtproduktionsvolumen (inklusive Dünnschichtbeteiligungen) in 2010 möglich, erläuterte das Unternehmen.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat Q-Cells den Umsatz um 61 Prozent auf 931,9 Mio. Euro steigern können. Unter Berücksichtigung der Anlaufverluste aus neuen Technologien verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) um 32 Prozent auf 172,9 Mio. Euro.
Die Q-Cells-Aktie hat mit dem gestrigen Ausverkauf sein Allzeittief aus dem Jahr 2005 bei 19,75 Euro angekratzt. Der international führende unabhängige Hersteller von Photovoltaikzellen war damit - wenn auch nur kurzzeitig - nur noch mit einem für diese Branche lächerlichen 2008er KGV von 10 bewertet. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Donnerstag.
Ihre
Cindy Bach
