Q-Cells: Dunkle Wolken im Sonnenland
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 1. Juni 2011, 14:30 Uhr
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in der breiten Kursrally von Aktien der Erneuerbaren Energien nach der Fukushima-Katastrophe Mitte März ging es auch für den Solarmodulproduzenten Q-Cells deutlich bergauf. 50% Kursplus bescherte der atomare Super-GAU an Japans Küste dem TecDAX-Wert aus Bitterfeld innerhalb von nur einer Handelswoche. Doch schaut man sich den aktuellen Chart an, dann ist von dem Kursfeuerwerk nicht viel geblieben.
Die Aktie konnte zwar am Montag nach dem endgültigen Beschluss der deutschen Bundesregierung zum Atomausstieg bis zum Jahr 2022 wie so viele Branchenkollegen eine kurze und heftige Gegenbewegung in den Bereich von knapp über 2,00 Euro starten. Doch heute verliert das Papier bis zum Mittag abermals knapp 6%. Damit ist der TecDAX-Wert nicht nur wieder einmal Schlusslicht im Technologiewerte-Index, sondern hat zudem die Unterstützung bei 2,00 Euro erneut unterschritten.
Die Euphorie der Aktienanleger, welche noch vor wenigen Wochen ohne Zweifel jeden Wert, der nur nach Erneuerbare Energie klang befeuerte, währte mal wieder nicht lange. Das große Fest" ist vorbei, bevor es richtig begonnen hat. Denn im nüchternen Zustand bleiben die Probleme, mit welcher sich die Branche, insbesondere die Unternehmen im reinen Module-produzierenden Bereich, schon seit Jahren herumschlagen: Überkapazitäten sowie Preis- und Margendruck.
Schlimmer geht bald nimmer - Katerstimmung in der Branche
Wenn man bedenkt, dass jährlich immer noch knapp doppelt so viele Solarmodule produziert wie weltweit nachgefragt werden, dann wird das Dilemma der deutschen Hersteller schnell sichtbar. Und eben diesen Ball spielen die Börsenakteure derzeit auf dem Parkett, im Falle Q-Cells landet er klar im Aus. Die Lager bei dem Solarkonzern sind noch immer voll. Im ersten Quartal brach der Umsatz um knapp 50% ein, dafür erhöhten sich die Vorräte in der Bilanz um 60%.
Obendrein malen Experten einer brandaktuellen Marktstudie zufolge für die europäische Solarbranche wieder ein deutlich eingetrübtes Zukunftsbild. Eine schwache Nachfrage in Deutschland, Förderkürzung in Italien und Überkapazitäten durch den massiven Produktionsausbau bei chinesischen Zellherstellern hätten dazu geführt, dass der Preis für Solarzellen am Spot-Markt zuletzt auf ein Rekordtief von 0,90 Dollar pro Watt eingebrochen ist", schreibt beispielsweise die IT-Times.
Jetzt hilft nur noch ein... Weltrekord?
Von einem unverhofften Nachfrageschub im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres ist bei Q-Cells also nicht auszugehen. Und eben darauf hatte man in Bitterfeld gehofft, als die Konzernführung nach dem Auftaktquartal die Prognose wagte, auch in 2011 das Umsatzniveau des Vorjahres in Höhe von 1,3 Mrd. Euro halten zu können.
Da wirkt eine aktuelle Meldung aus Bitterfeld fast schon wie der Griff nach dem letzten Strohalm: Q-Cells hat nämlich den Weltrekord im Bereich großflächiger multikristalliner Solarzellen gebrochen. Das Kalibrierungslabor des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg (Deutschland) bestätigte der entwickelten Hochleistungszelle unabhängig einen Rekordwirkungsgrad von 19,5% auf einer Fläche von 243 cm. Mit diesem neuen Weltrekord demonstriert Q-Cells eindrucksvoll die Spitzenposition, die das Unternehmen im Bereich kristalliner Solarzellen hat', unterstreicht Peter Wawer, Senior Vice President Technology der Q-Cells SE, die Bedeutung dieser Entwicklung. Doch ob dieser Weltrekord die Kunden weltweit dazu bringt, für diese Hochleistungszelle auch den Preis zu bezahlen, bleibt abzuwarten.
Ihnen allen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Janda (02.06. 2011 19:35 Uhr):
Hallo, ich habe mir gerade heute überlegt diese Aktien zu kaufen - wäre das nicht eine gute Einstiegsmöglichkeit. Denn noch viel tiefer fallen kann sie kaum - Oder? Vielen Dank für schnelle Antwort. MfG. Klaus Janda
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