Pure Panik…
Martin Weiss in Investors Daily
vom 20. August 2007 18:00 Uhr
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Nur die überraschende Senkung des US-Diskontzinssatzes von 6,25 auf 5,75 Prozent konnte am Freitag den weiteren Absturz der Aktienmärkte aufhalten. Zwischenzeitlich war der deutsche Leitindex bereits unter die Marke von 7200 Punkte gefallen.
Weltweites Börsenbeben
Dennoch bleibt festzuhalten, daß die Talfahrt an den internationalen Aktienmärkten durch den Stützungsversuch der US-Notenbank nur kurzfristig beendet sein dürfte. Insofern bieten sich kurzfristige Erholungsphasen als Ausstiegschance an.
Pure Panik herrschte am japanischen Aktienmarkt zum Wochenschluß, als der Nikkei mit einem Tagesverlust von über 5,4 Prozent für Aufsehen sorgte. Sicherlich, die starke Aufwertung des Yen im Zuge der Auflösung der sog. „Carry-Trades“ hat nicht unwesentlich zum Kursdebakel beigetragen. Der Yen wertete sich in den vergangenen vier Wochen gegenüber der europäischen Gemeinschaftwährung in der Spitze um elf Prozent auf.
Vertrauenskrise noch nicht beendet
Es ist sehr fraglich, ob die momentane Beruhigung mehr ist als nur eine kurze Verschnaufpause. Das Strohfeuer könnte schon relativ rasch wieder erloschen sein, wenn diverse weitere Schieflagen zu Tage treten. Einzig fraglich ist, wann und in welchem Ausmaß die allfälligen Verlustmeldungen erfolgen.
Sehr bedenklich stimmt, daß die Bankenkrise auch das einstige Wirtschaftswunderland erreicht hat. So muß nun neben der IKB auch die SachsenLB mit einem Kredit in Höhe von 17,3 Milliarden Euro durch die Sparkassen-Finanzgruppe gestützt werden. Interessant auch, daß die Offiziellen der Bank bisher immer Probleme aufgrund der Verwerfungen der US-Krise abgestritten haben. Am Rande sei erwähnt, daß die gut 17 Milliarden-Rettungsaktion fast das Ausmaß der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent ausmacht.
Agflation geht weiter
Weitgehend unberührt von den Wirrungen der US-Immobilienkrise geht die Teuerungswelle bei überlebensnotwendigen Gütern weiter. Experten erwarten bei Nahrungsmitteln und Getreide gar den längsten Preisanstieg der Geschichte. Bereits für den Herbst wurde die nächste Preiserhöhungswelle für Brot in Aussicht gestellt.
Goldpreis mitten im Sog
Vor allem am vergangenen Donnerstag kam der Goldpreis ebenfalls mächtig unter die Räder. Zwischenzeitlich kostete die Feinunze nurmehr 640 Dollar, ehe zum Wochenende hin die Notierung wieder leicht anzog. Nach wie vor dürfte es auch beim Krisenmetall weiter volatil zur Sache gehen. Insofern lohnt es sich, die diversen Kursrücksetzer zum physischen Kauf zu nutzen. Beiläufig sei erwähnt, daß die verschiedenen Edelmetallhandelshäuser von einer sehr regen physischen Investorennachfrage zu berichten wissen.