Prognosen für 2012
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Aktienkurse könnten steigen. Oder fallen. Wenn sie fallen, dann könnten sie durchaus 25-50% ihres Wertes verlieren in diesem Jahr. Soviel müssten sie verlieren, damit die Kurse wieder auf wirklichem Schnäppchen-Niveau wären. Soviel müssten sie fallen, damit sie einen wirklichen Boden in einem Bärenmarkt markiert hätten.
Andererseits - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse um 25-50% steigen werden? Nicht hoch.
Aber ich bin nicht der einzige, der Prognosen abgibt. Todd Harrison von MarketWatch hat "10 Themen, die sich im Laufe des Jahres entwickeln können". Ich nenne diese und füge meine eigenen Kommentare hinzu. Ich fange heute mit den ersten "2 Themen" an, die anderen werde ich dann in meinen kommenden Beiträgen besprechen.
1. Zinsen
Die Politiker und Zentralbank haben alles Menschenmögliche getan, um eine Nullzins-Politik beizubehalten, mit der Hoffnung, dadurch die Kreditvergabe zu erleichtern und weitere Konsumausgaben zu ermutigen. Im Laufe des Jahres 2012 werden die Kräfte des Marktes beginnen, die Zinsen höher zu treiben, was die Anleihenkurse negativ beeinflussen wird.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Die G7-Volkswirtschaften müssen 2012 insgesamt rund 8 Billionen Dollar refinanzieren. Logischerweise sollte man denken, dass bei so einem hohen Angebot an neuen Anleihen deren Preis fallen sollte (die Renditen steigen). Und vielleicht wird das auch passieren.
Aber wo ist die Überraschung? Könnte es sein, dass die Renditen weiter fallen werden...und die Kurse der Anleihen weiterhin zulegen werden? Fallende Aktienkurse könnten Investoren in die vermeintliche Sicherheit der US-Staatsanleihen treiben. Je schlimmer es an den Aktienmärkten und in der realen Wirtschaft wird, desto höher könnten die Kurse der US-Staatsanleihen steigen. Die Renditen könnten Ende 2012 deshalb sogar niedriger stehen, nicht höher.
2. Europa
Es gibt ein Licht am Ende der Autobahn. Aber da alleine im ersten Quartal die 17 Mitglieder der Euro-Zone an die 200 Mrd. Euro refinanzieren müssen, sollte die Dynamik in Euroland erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird.
Behalten Sie die Deutschen im Blick. Wenn die die Ausgabe von Euro-Bonds erlauben werden, dann werden die Aktienmärkte rund um die Welt positiv reagieren, da die Zahlungsverpflichtungen dann (erneut) in die Zukunft geschoben werden. Und man sollte damit rechnen, dass es Pläne für eine schlankere Europäische Union geben wird.
Ja. Die europäischen Banken sind voll mit Anleihen von insolventen Regierungen. Die Regierungen sind voll mit Schulden von insolventen Banken. Die Vorschläge auf dem Tisch beinhalten Pläne, noch mehr Staatsschulden zu machen...oder mehr Schulden für die Banken.
Es macht Spaß, das zu beobachten, aber ich sehe noch kein Licht am Ende des Tunnels.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Monetenmann (10.01. 2012 11:32 Uhr):
"Die europäischen Banken sind voll mit Anleihen von insolventen Regierungen. Die Regierungen sind voll mit Schulden von insolventen Banken." Insolvent bedeutet doch zahlungsunfähig. Spielt keine Rolle solange jemand die Rechnungen trotzdem bezahlt, nämlich die Zentralbanken. Auf die Preise wirkt sich die Gelddruckerei auch nicht aus, da das Geld in den Banken parkt bzw. diese es bei der Zentralbank anlegen. Technisch gesehen kann es noch lange so weitergehen...
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