Profit Pipeline
John Myers in Investors Daily
vom 08. Mai 2003 18:00 Uhr
ENL5462
Der bekannte Ölexperte T. Boone Pickens stand letzte Woche in New York vor einer Menge institutioneller Investoren und erklärte: "Ich glaube nicht, dass ich den Erdgaspreis jemals wieder unter die Marke von 4,50 Dollar fallen sehen werde." Ich stimme ihm da begeistert zu. Das Investieren in Erdgas ist heute eine der aufregendsten Möglichkeiten im gesamten Rohstoffsektor.
Aber zuerst etwas zum Hintergrund: Wie alle Rohstoffinvestoren wissen, sind die primären Energiequellen – Kohle, Öl und Erdgas – keine erneuerbaren Ressourcen. Sobald man sie verbraucht hat, sind sie für immer weg. Diese simple Tatsache ist der Verbündete von allen Investoren, die auf einen neuen Bullenmarkt am Erdgasmarkt setzen.
Ich habe letztens eine email von einem alten Investor erhalten: "John, Sie müssen mehr aufpassen mit den Fakten! Sie sagen, dass die Ölreserven der USA nur 20 Mrd. Barrel betragen. Das kann nicht stimmen."
Leider hatte ich Recht. Laut der American Petroleum Association betrugen die offiziell ausgewiesenen Ölreserven der USA am 31.12.2001 22,4 Mrd. Barrel. Und die USA verbrauchen jedes Jahr 7 Mrd. Barrel – wenn sich die USA deshalb auf ihre eigenen Reserven stützen müssten, dann wären alle Reserven in 3 Jahren aufgebraucht!
Kein Wunder, dass die USA 57 % ihres Ölverbrauchs importieren müssen. Beim Erdgas sieht es anders aus. Die USA produzieren 90 % des Erdgases, das sie verbrauchen, selbst. Und den Rest liefert zum größten Teil Kanada.
Erdgas ist die sauberste Energie. Wenn Erdgas verbrannt wird, dann gibt es kaum Umweltverschmutzung (wie bei Kohle oder Kernenergie). Wenn man alle Kohlekraftwerke auf Erdgaskraftwerke umstellen würde, dann könnte man die Emissionen von umweltschädlichen Gasen um 95 % reduzieren (Quelle: Environmental Protection Agency).
Von der gesamten Energie, die die USA verbrauchen, kommen 25 % aus Erdgas. Einen größeren Anteil hat nur das Erdöl. Und der Verbrauch von Erdgas wächst rapide. Bereits jetzt nutzt die Mehrheit der amerikanischen Privathaushalte Erdgas – nämlich 58 Millionen oder 61 %. In den nächsten 20 Jahren wird der Verbrauch von Erdgas um voraussichtlich 30 % wachsen – vorausgesetzt, die Ergasindustrie findet genug Erdgas, das sie zu vernünftigen Kosten fördern und liefern kann.
Und hier kommt eine der besten Investitionsmöglichkeiten seit 10 Jahren ins Spiel – meiner Meinung nach. Konkret: Kanadisches Erdgas. Laut dem Oil & Gas Journal wird der Import von kanadischem Erdgas in die USA in den nächsten Jahren stetig steigen.
Die kanadischen Produzenten haben einen anderen Faktor auf ihrer Seite: Die Kostendifferenz zwischen ihren und den US-amerikanischen Ölfeldern. In den späten 1990ern lagen die Produktionskosten im westlichen Kanada bei weniger als 50 Cents pro Einheit, verglichen mit 75 Cents pro Einheit in Texas und Louisiana. Energie-Insider haben mir gesagt, dass sich diese Kostendifferenz noch weiter vergrößern wird – ein Faktor, der die kanadischen Erdgasproduzenten begünstigt.
Im Jahr 2000 wurden 5.500 Ergasquellen neu angezapft. 2001 waren es 7.700. Trotz dieser Aktivität schätzen Geologen, dass 2/3 der weltweiten Erdgasreserven noch nicht erschlossen sind. Angesichts der Turbulenzen im Mittleren Osten und dem Rückgang der weltweiten Erdölreserven sieht Ergas – kanadisches Erdgas – wie eine solide Anlage für die nächsten Jahre aus.
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