Pro oder Contra Zone – das sagen Sie

in Rohstoff Daily zum Thema Finanzkrise
vom


 

An dieser Stelle möchte ich Ihnen die Gelegenheit geben, einige der Meinungen verschiedener Leser zur Thematik zu lesen. Ich belasse diese Beiträge zunächst unkommentiert, werde aber am Freitag auf die wichtigsten Aspekte, Argumente und Fragen eingehen.

 

Leser B. schreibt:


 

Hallo Frau Kraus, ich gebe Ihnen in allen Punkten Recht und weil das so dramatisch ist, werden die Politiker alles versuchen diesen Prozeß aufzuhalten. Aber weil sich Europa nicht einig wird und eine politische Union, ein "Vereinigtes Europa" von den Völkern nicht akzeptiert wird, werden wir Deutschen in einer Transferunion solange bezahlen, bis auch der letzte Investor erkennt, dass Deutschland auch nicht alles bezahlen kann. Dann wird die aktuelle Kapitalflucht in deutsche Staatsanleihen enden und dann endet die Refinanzierung Europas. Dann wird ganz Europa zahlungsunfähig mit oder ohne Euro. Dieser Tag wird kommen, da bin ich mir ziemlich sicher weil jeder Politiker nur an die nächste Wahl denkt und immer weiter neue Geschenke dem Wahlvolk verspricht. Vielleicht können Sie darüber nachdenken (und schreiben), wie man sich für diesen Tag anlagentechnisch am besten aufstellt. Damit meine ich nicht die Aldis und Quiants, die ihr Kapital in der ganzen Welt verteilen und auswandern, sondern den kleinen Mittelständler, der in Deutschland bleiben will oder muß und vielleicht 200.000 oder 400.000 Euro für seinen Lebensabend gespart hatte. Viele Grüße

 

Leser G.W. schreibt:

 

Sehr gute überlegte Zusammenfassung des zu erwartenden Disasters. Mfg.

 

Leser CRL schreibt:

 

Liebe Frau Kraus, beeindruckend gemacht, habe ich recht, wie schon 2009 geschrieben, daß Angie Schuld ist, daß sie §125 'neu umgekehrt gefaßt und EZB Schrottkäufe propagiert hat' - und die Kosten eines Rauswurfs damals nur ca 150Mrd € kollateralschaden (Abschreibungen) für die Verbleibenden gewesen wären? Ex-aktiver PRO-DMke

 

Leser E.L. schreibt:

 

Guten abend Frau Kraus! Es ist alles eine Frage der Zeit , es wird ein neues Geld geben. Das alte Geld der westlichen Welt wird eines Tages auf Null gestellt. Es wird auch die E U zerfallen. Wir werden bei Null anfangen. Seit bestehen unserer Zeitrechnung war die Welt noch nie so hoch verschuldet. Jeder der denkt es wird schon wieder alles ins Lot kommen der irrt sich gewaltig. Es werden als einziges die Sachwerte überstehen. Eine gewaltige Währungsreform werden wir erleben.

 

Leser W.Z. schreibt:

 

Liebe Frau Kraus, Ihre Überlegungen sind nur dann richtig, wenn es gelingen würde, die EU Schuldensünder, die Griechen, Spanier Italiener usw. dank Fiskalpakt in wenigen Jahre zu guten "Süd" Deutschen umzupolen. Das wird aber nicht gelingen, denn über Jahrhunderte gewachsene Nationaleigenschaften kann man nicht in wenigen Jahren ändern. Weil das aber so ist, ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende (Dauersubvention von nord nach Süd). Also, das Ende des Euro mag teuer werden, Die künstliche Aufrechterhaltung des Euro aber noch teurer, jedenfalls für die Deutschen !

 

Leser B.K. schreibt:

 

Liebe Frau Kraus! Raus aus dem Euro und das so schnell wie möglich. Kein Land der Eurozone hält sich an die Maastricher Verträge. Warum sollten wir uns dann an unsere Zahlungsverpflich- tun gen halten. Das es auch ohne Euro gut geht beweisen Länder wie Norwegen, Schweden, Dänemark, England oder auch die Schweiz. Das wird immer verschwiegen. Für mich ist der Euro so sicher wie die Titanic auf der Jungfernfahrt. Ich rechne noch in diesem Jahr mit einem Rausschmiss der Griechen. Die waren ja bereits vor Eintritt in die EU bankrott. Und in den nächsten Jahren werden andere Länder folgen. Also, raus aus dem Euro. Man kann nicht Schulden mit Schulden bekämpfen. Mfg.

 

Leser J.D. Schreibt:

 

Hallo !! So jetzt hört mal alle ZU !! Der EURO ist am Ende!! Das Finanzsystem in allen Punkten hat versagt und ist nicht mehr zu regúlieren. Alles schönreden nützt nichts mehr. !! Es muß wieder Von NULL an begonnen werden. Ganz EINFACH !! USA ; Haushalt, Wiirschaft, Kommunen 50 Billionen Dollar Schulden !! Deutschland !! Wiirtschaft , Kommunen , Haushalte 7 Billionen Schulden !! Nun sagt mit doch mal mit normalen Verstand wie das überhaupt geregelt werden soll ?? Alles reden nützzt nicht mehr EUROPA und DER EURO SIND GESCHEITERT !! Alles andere ist blödes Geschwätz !! Gruß

 

Leser G. schreibt:

 

Hallo Miriam, wie immer, ein sehr sachlicher und interessanter Bericht, der die nicht so bekannten Gesamtzusammenhänge verständlich erklärt. Ich bin kein Fachmann, aber ich glaube ein totaler schmerzlicher Neuanfang, eine Währungsreform, könnte die Probleme lösen. Die verrückten Haftungen für Alles und für Jedes ist doch nur ein gefundenes Fressen für Euro Anwälte etc. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Jedes Land sollte wieder für sich selber sorgen. Wenn wir so weiter "retten", wie sieht Europa und die Welt in 5 Jahren aus? Ziehen wir mit einer Währungsreform und einer Gesamtentschuldung endlich einen Strich unter dieses künstlich beatmete Kartenhaus --- wie steht Deutschland, wie steht Europa dann in 5 Jahren da? Ist sicherlich eine Überlegung wert. Beide Lösungen sind schmerzhaft, aber man muß doch mal diese von den Politikern gesteuerte, blödsinnige Flickschusterei aufhören. Mich würde sehr interessieren was andere Bürger darüber denken. Mit freundlichen Grüßen

 

Leser Prof MvD schreibt:

 

Es wäre hilfreich, wenn Sie in Ihrem Kommentar, anstatt der pauschalen Allgemeinplätze, konkrete Zahlen nennen würden. z.B. Auflistung von Berechnungen mit konkreten Zahlen für für ganz bestimmte einschätzbare Ereignisse. Diese Zahlen müssen Sie im übrigen nur abschreiben, da sie natürlich längst auf dem Tisch liegen (aber bitte nur unterlegte Zahlen mit Verfasserangabe, keinesfalls Zahlen von "sog. Politikern".Dann wäre zu beantworten, ob Deutschland schon diese Summen stemmen könnte. Gegenübergestellt werden müßten dann die Summen für den Verbleib im Euro und eine fundierte Abschätzung über eine mögliche Verteidigung des Euro (In diesem Zusammenhang empfehle ich einmal die Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Aussagen von Milton Friedmann Anfang des Jahrhunderts kurz vor seinem Tode. Das Thema Euro ist viel zu ernst, als das man damit so oberflächlich umgehen darf, wie das in besonderer Weise in Deutschland und hier in besonderer Weise von deren "sog. Politikern" erfolgt. Die Deutschen haben schon immer die Neigung gehabt, Realitäten auszublenden und an unrealistische Ziele zu glauben. Ich erinnere i.d. Zusammenhang an die Ausrufung des "Totalen Krieges" in 09/44, oder "den ewigen Bestand" der Berliner Mauer 100 Tage vor deren Fall. Die normative Kraft des Faktischen hat sich bekanntlich dann mit ganz anderen Ergebnissen durchgesetzt. Ich unterstelle einmal, daß dies auch in der Euroentwicklung so laufen wird. Insofern wäre es hilfreich für Ihre Leser, wenn Sie diesen verwertbare Informationen für deren zukünftge Handlungsweise an die Hand geben würden. mfg / MvD

 

Leser R.M.schreibt:

 

Sehr geehrte Frau Kraus, zunächst möchte ich feststellen, dass Ihre Beiträge sehr kompetent und verständlich sind - auch für Menschen, die keine Finanzexperten sind. Gibt es die in der Politik überhaupt? Aber an einem zweifele ich. Sie schreiben über die Targetforderungen, Refi-Ops und Staatsanleihen. Ihre Überlegung: In was wollen Sie es zurück haben? In Neu-Drachmen oder lieber Neu-Lira? Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass wir, egal, ob wir Euro oder DM haben, das Geld jemals wiedersehen? Wenn wir aber beim Euro bleiben, ist das erst der Anfang vom Geldverpumpen. Andere Länder ziehen nach, bis uns dann irgendwann die Luft selbst endgültig ausgeht. Noch eine andere Überlegung: Wenn die Länder, die in Schieflage geraten sind, genau wissen, dass ihnen immer wieder geholfen wird, wo ist denn dann der Anreiz und der Wille, ihr Land in Ordnung zu bringen? Deutschland pumpt doch weiter Geld. Dafür müssen wir uns dann von den Griechen als Nazis beschimpfen lassen. (Wie geschehen, unsere Kanzlerin in der griechischen Presse in SA-Uniform abgebildet). Außerdem bedeutet das Ende des Euro keinesfalls das Ende der Eurozone. England und Dänemark z.B. haben auch eigene Währungen und gehören zur Europäischen Union. Sie schreiben, dass wir im Falle der DM-Rückkehr uns vom Aufschwung verabschieden könnten. Ich glaube vielmehr, dass wir mit dem Euroklotz am Bein uns viel eher verabschieden müssen. Es heißt, Deutschland sei der Wirtschaftsmotor in Europa. Aber, wie lange läuft denn noch ein Motor, wenn er immer höher belastet wird und der Treibstoff ausgeht? Und zu den Banken: Die wirtschaften doch genauso planlos wie Griechenland. Der Staat hilft schließlich. Sie haben Schulden über Schulden, aber zahlen bereits wieder Boni und satte Gehälter in Millionenhöhe. Nur ein Beispiel: Commerzbankchef Martin Blessing und seine Vorstandskollegen bei dem teilverstaatlichten Institut (mit 16 Milliarden Steuergeldern gerettet - also 16 000 mal 1 Million) können sich in diesem Jahr über deutlich mehr Gehalt freuen. Martin Blessing erhält ein Gehaltsplus von 160%. Wie anständig ist denn das? Was hat der Mann eigentlich geleistet? Vor 10 Jahren z.B. stand die Aktie bei über 45 EU - jetzt steht sie bei 1,35 EU. Die armen Kleinanleger, die auf das Geschwätz der Finanzbosse gehört haben. Finanzieller Fast-Totalverlust. Dann beklagen Sie, dass unser Exportmarkt Schaden nimmt. Wenn weltweit andere Länder finanziell in die Kniee gehen, was glauben Sie, wer uns dann noch Waren abkaufen kann. Ob Euro oder DM - es kommt auf das Gleiche hinaus. Und wo ist die Logik, dass ich anderen Ländern Geld geben muss, damit sie mir mit meinem Geld etwas abkaufen können. Da wäre es besser, man würde die Lohnpolitik gegenüber den eigenen Leuten verändern - denn wer mehr verdient, kann auch mehr kaufen - ergo: die Inlandsnachfrage und die Steuereinnahmen steigen (was ja auch nicht gerade schlecht ist). Jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, dass wir ohne Euro nicht mehr die Melkkuh in Europa wären und im fairen Wettbewerb weit besser dastünden. Sicher wird der Euro-Ausstieg teuer - aber der Verbleib wahrscheinlich noch wesentlich teurer. Mit freundlichen Grüßen

 

Und Leser R. schreibt:

 

Ich bin schon vor 20 Jahren nach Asien ausgewandert weil ich die Ausbeutung der Arbeiter- u Mittelschicht satt hatte. Ich habe es nie bereut. Hier habe ich unbegrenzte unternehmerische Freiheiten, der Fiskus lässt einen mehr oder weniger in Ruhe, Die Lebenskosten sind niedrig und wie es sich heute zeigt, ist das Entwicklungspotential in Asien noch sehr hoch, also keine langen Gesichter und Frustration. Fühle mich rundum wohl. Hier werden die Leute auch nicht vom Staat erhalten sondern müssen sich halt eine Arbeit suchen (auch meine Wenigkeit) wenn sie ein Einkommen haben wollen. Ich sehe nichts Falsches daran

 

 

 

Zum ersten Teil von: Brauchen wir ein Plebiszit?
von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

Information zu alt? Chance verpasst? Geld verschenkt?
Der Börsenbrief von Miriam Kraus: "Tiger & Dragon"


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