Positiver "Black Friday": Amerikaner stürmen die Geschäfte
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. Dezember 2008, 17:00 Uhr
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Liebe Leserin, lieber Leser,
nein, trotz gestrigem erneuten Kursdesaster wegen eines miserablen ISM-Index und weiter fallender Bauausgaben will ich Ihnen heute nicht von einem Börsencrash berichten. Als "Black Friday" wird in den USA der Tag nach Thanksgiving bezeichnet. Viele Amerikaner haben an diesem Tag frei und nutzen ihn, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen.
Black Friday" - der Umsatzspitzenreiter des Jahres
Warum dieser Tag in den USA den Namen "Black Friday" trägt, der in unserem Sprachempfinden eher auf einen Börsencrash hindeutet, ist nicht eindeutig klar. Eine schöne Geschichte besagt, dass die Kassierer schwarze Hände bekommen, weil sie den ganzen Tag Geld zählen. Gebräuchlich ist auch die Erklärung, dass der Einzelhandel bis zu diesem Tag im Jahr rote Zahlen schreibt. Erst durch die gewaltigen Konsum-Ausgaben für Weihnachten schaffen sie den Durchbruch zu schwarzen Zahlen. Eine einleuchtende Begründung, denn das Weihnachtsgeschäft ist in allen christlich geprägten Ländern ein enorm wichtiger Umsatzbringer.
Konjunktursorgen lasteten seit Wochen auf der Stimmung
Unterwegs in den USA, konnte ich in diesem Jahr den Einkaufsrausch der Amerikaner live erleben. Und tatsächlich - sie stürmten die Geschäfte. Seit Wochen machten sich die Konjunkturforscher Sorgen um diesen Tag, denn die Einzelhandelsumsätze und die Frühindikatoren waren so schwach, dass es die schlimmsten Befürchtungen für diesen wichtigen Tag gab. Auch ich hatte Ihnen in der vergangenen Woche ja schon berichtet, dass die Geschäfte völlig ausgestorben schienen und nur noch das Nötigste gekauft wurde. Die Konjunktursorgen drückten dem Konsumvolk" der Welt so aufs Gemüt, dass jeder Dollar dreimal umgedreht wurde.
Die Überraschung: Konsumrausch in San Francisco
Doch als ich am Freitag aus der eher depressiven Stimmung in Florida im pulsierenden San Francisco angekommen war, traute ich meinen Augen kaum: Hier wurden die Geschäfte am Black Friday überrannt von Einkäufern. Das Gedränge in der Innenstadt war mindestens so groß wie in einer deutschen Großstadt zur Weihnachtszeit. Keine Spur von Konsumverweigerung oder Weltuntergangsstimmung in den Straßen. Die Weihnachtsmusik plärrt aus allen Lautsprechern und selbst die Straßenbahnen sind mit Adventskränzen geschmückt. Mit den Menschenmassen ging es weiter bis zum Sonntag abend, als die letzten Einkaufswütigen noch mit Tüten und Taschen behängt aus den Läden strömten.