Positive Konjunkturdaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 18. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
die Börsianer konnten gestern aus dem Vollen schöpfen. Gute Konjunkturdaten, so weit das Auge reichte. Der Empire-State-Index in den USA lag bei 13,5 für Januar, erwartet wurden 10,5 nach 9,5 zuvor, was ohne Frage eine positive Entwicklung darstellt.
Das chinesische Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2011 um 8,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen (Erwartung + 8,6%). Die auf den ersten Blick sehr guten Zahlen (verglichen mit Europa) sind für China allerdings ein ernster Abschwung. Mit den hiesigen Daten sind sie allerdings nur eingeschränkt vergleichbar. Die Wachstumsrate liegt auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als zwei Jahren, also ähnlich schlecht wie im Jahr 2009, als die Finanzkrise ihre Wirkung zeigte. Ma Jiantang, Sprecher des Nationalen Büros für Statistik, sagte bei der Bekanntgabe der neuesten Zahlen, dass China sich in einer „düsteren, hochkomplizierten und ernsten internationalen Umgebung bewegt". Da die Daten aber besser ausfielen als die Befürchtungen, konnten sie die gestrige Feierstimmung an den Börsen nicht trüben.
Zu den über Erwartung ausgefallenen Daten aus den USA und China gesellte sich außerdem ein erheblich besser als erwartet ausgefallener deutscher ZEW-Index. Die Umfrage unter fast 300 Finanzexperten zeigte einen Anstieg des Konjunkturindex von minus 53,8 Punkte auf minus 21,6 Punkte im Januar. Das ist zwar der höchste Wert seit Juli 2011, aber noch immer liegt der Index deutlich unter dem historischen Mittelstand von plus 24,5 Punkten.
Für Europa insgesamt sieht es nicht ganz so rosig aus. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Januar gegenüber dem Vormonat zwar gestiegen. Aber noch immer gehen 48,1 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Situation im Euroraum verschlechtern wird. Nur 15,6 Prozent rechnen mit einer Verbesserung und 36,3 Prozent erwarten keine Veränderung. Für Deutschland selbst gehen nur 17,9 Prozent von einer Verbesserung der Konjunktur aus - 39,5 Prozent erwarten eine Verschlechterung.