Portugal: EUR/USD nur leicht unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. März 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Jetzt, wo wieder andere Themen in den Fokus rücken dürfen, obgleich die Situation um das japanische AKW Fukushima noch nicht vollständig gelöst worden ist, kann EUR/USD unter dem Druck der Probleme in den europäischen Staaten wieder leicht abgeben. Allerdings dürften die Auswirkungen vorerst minimal bleiben.
Gestern Irland, heute Portugal
Nachdem gestern Gerüchte bezüglich der Schuldenlage Irlands EUR/USD etwas unter Druck gesetzt hatten (EUR/USD notiert gestern im Hoch noch bei 1,4247 und erreichte heute Morgen ein Tief bei 1,4148) steht heute Portugal auf dem Plan.
In Portugal wird heute Nachmittag nämlich im Parlament über das Sparpaket der Regierung entschieden. Die Minderheitsregierung benötigt für eine positive Abstimmung allerdings auch die Stimmen der Opposition.
Bleiben diese allerdings aus, könnten als Konsequenz zum einen Neuwahlen auf dem Programm stehen, aber noch viel wichtiger ist die Frage nach dem Vertrauen der Finanzmärkte in das hochverschuldete Land. Eine de fakto handlungsunfähige Regierung würde zwar nicht gerade zum Vertrauen der Märkte beitragen, allerdings dürfte dann schließlich damit gerechnet werden, dass Portugal sich schlussendlich als dritter Staat im Bunde unter dem Rettungsschirm wird einfinden müssen.
Die Märkte jedenfalls nehmen zur Zeit die Situation um Portugal zwar zur Kenntnis - mehr aber auch nicht - und schieben EUR/USD zunächst einmal ein wenig hin und her. Angesichts der überstandenen letzten Woche scheint es im Moment, als sei man doch einfach schon Schlimmeres gewohnt.
Ich könnte mir dementsprechend vorstellen, dass, selbst bei einem negativen Ergebnis im portugiesischen Parlament, EUR/USD nicht zwangsläufig besonders stark unter Druck geraten muss. Bei maximal 1,4000/1,4050 auf der Unterseite könnte zum Beispiel dann wieder erneutes Kaufinteresse entstehen.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4160. Ein Bruch der 1,4140 könnte zwar weiteren Abwärtsdruck in Richtung der 1,4050/1,4000 bedeuten, doch bei dann wieder einsetzendem Kaufinteresse könnte die Oberseite nach einem erneuten Bruch der 1,4200 nach oben dann wieder in Richtung der 1,4280 liegen.
EUR/USD (60 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
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