Porsche: Vom Performance-Renner zum Anleger-Schreck
Tom Firley in Investors Daily
vom 30. Juni 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
wie gestern angedroht, widmen wir uns heute charttechnisch einem Einzelwert. Und was passt da besser als der Schlagzeilen-Lieferant Porsche?
Seit Tagen und Wochen werden wir in Zusammenhang mit Porsche mit Verlustmeldungen, Schuldenbergen, VW-Beteiligungen, KFW-Kreditanträgen, KFW-Absagen, Staatsfonds aus Qatar usw. bombardiert.
Daneben werden (Bank-)Analysten nicht müde, die Porsche-Aktie entweder mit „Buy" oder „Akkumulieren" oder „Hold" oder „Sell" oder „Reduzieren" einzustufen... Nun, da sich aber momentan eigentlich alle Analysten auch für die Börsengesamtlage gegenseitig negieren und widerlegen, dürfen wir ihnen das nicht übel nehmen. Schauen wir uns zunächst einen Porsche-Langfristchart an:
Porsche Langfristchart
Viele Jahre lang war die Porsche-Aktie ein Kauf-Dauerbrenner. Alleine von März 2003 bis Oktober 2007 stieg die Porsche-Aktie von 25,10 auf 185,30 Euro. Das entspricht einem Gewinn von 638% oder einer jährlichen Durchschnittsrendite von 77% (!)
Wer schon am Tief 1995 mutig bei Kursen um 2,58 Euro zugriff, erreichte sogar in der Spitze eine Performance von unglaublichen 7054%. Der Wermutstropfen:
Porsche: Kurshalbierungen nicht unnormal
Sie sehen es anhand der roten Rechtecke. Die Porsche-Aktie neigte in manchen Jahren zu heftigen Kurseinbrüchen. Kurshalbierungen waren da keine Seltenheit... Doch immer wieder hat es Porsche geschafft, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Schauen wir uns das kurzfristige Bild an:
Porsche Chart
Seit dem Hoch 2007 bei 185,30 Euro verlor die Porsche-Aktie bis zum Februar 2009-Tief (29 Euro) in der Spitze 84 %. Zwar konnte sich der Kurs im Zuge der allgemeinen Aufwärtsbewegung zwar wieder etwas retten, allerdings müsste sich die Aktie schon mehr als vervierfachen, um die alten Allzeithochs zu knacken.
Porsche: mittelfristige Vorgehensweise
Für mittelfristig interessierte Anleger habe ich einige Linien eingezeichnet. Zum einen die gestern besprochene interne Abwärtstrendlinie (die einem möglichen Einstieg als Orientierung dient), sowie (als durchgezogene Linie) den kurzfristigen, noch intakten Aufwärtstrend. Wer sich gerne an geraden Marken orientiert, merke sich die Porsche-Aktie vor, sobald der Kurs 50 Euro überschreitet.
Mehr ist eigentlich fast nicht zu sagen, wenn Sie der Aktie (oder Porsche) auch diesmal zutrauen, dass sie sich aus dem Sumpf der Imponderabilien zieht... Außer vielleicht, dass Sie bei 42 Euro eine handfeste Unterstützung finden, die als Stoppmarke dienen könnte.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Trader mit ganz kurzfristigen Interessen ziehen natürlich auch den grün eingezeichneten 20-Tage-GD zu Rate und beachten das letzte Zwischen hoch bei 48,34 Euro.

