Politischer Markt
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 18. Juli 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Wie ich Ihnen schon gestern berichtete, ist der Markt durch die Zwischenfälle im Nahen Osten gesteuert. Der technische Markt ist im Moment „out“.
Nur gut zu erkennen ist die Entwicklung am gestrigen Vormittag. Nach erneuten Angriffen von Seiten der Libanesen flüchteten grosse Handelsadressen in die alt bekannte Kriesen-Währung USD.
Wenn aber nicht mehr viel an Nachrichten zu der allgemeinen Lage hinzukommt, ist der Rutsch nach unten erst einmal vorbei. Der USD hat von der kriegsähnlichen Situation erst einmal genug profitiert. Gegenüber dem USD hat der EUR sein Low bei 1,2513 ausgebildet. Um 18.10 Uhr werden die Währungen für 1,2531 getauscht.
Wir dürfen nicht vergessen, irgendwann verpuffen die schlechten Nachrichten und der Markt fängt an zu drehen. Sind wir ehrlich, wenn es keine Nachrichten über den Libanon gäbe, dann würde der Nahost Konflikt uns nicht einmal im geringstem tangieren. Wenn es nicht so viele einflussreiche Juden und Moslems auf dieser Welt gäbe, müssten wir uns um dieses Problem nicht kümmern (ich bin gespannt auf mein eMail-account morgen).
EUR/JPY verhielt sich sehr neutral. Es wurde die alte Widerstandlinie von 147,19 angegriffen, aber dafür reichte die Kraft dann doch nicht aus, diesen Widerstand zu knacken (siehe Strategiepapier von Devisen Signalen am Montag). Das High wurde knapp darunter markiert. Die Händler dieser Welt konzentrierten sich gestern auf alle Währungspaare, die gegen den USD gerechnet werden.
Wie gesagt USD war gestern stark und somit erlitt auch der JPY herbe Verluste. Um 18.00 Uhr war der Kurs über 117,10. Dies dürfte dann aber auch das Top gewesen sein. Viel höhere Kurse würde die Shorties aus der Reserve locken. Wenn ich nicht schon knapp unter 117 short wäre, dann würde ich es jetzt gehen. Die Marke von 117,15 wird noch einmal erreicht werden, aber dann geht es Richtung Süden. Vorausgesetzt es kracht nicht noch mehr im Libanon.
Die grossen dieser Welt schalten sich ein
In der Tat, die restliche Welt schaut jetzt nicht mehr länger zu und es beginnt die Vernunft zu walten. Unsere Aussenminister sind gut im Einsatz und werden durch massiven Druck anfangen für Ruhe zu sorgen. Das geht dann wieder 5 Jahre gut und dann fängt das Spiel von vorne an. Es langweilt mich, auch wenn es pietätslos klingt. Aber nach 35 Jahren sollte man gelernt haben. Ich habe Ihnen ja vor wenigen Ausgaben die Definition von Wahnsinn geschrieben. Dies ist übrigens ein Krieg, der uns nichts angeht, auch wenn man versucht uns hineinzuziehen. Diese Menschen wollen nicht in Frieden leben. Früher wurde das anders geregelt. Man kämpfte bis einer übrig geblieben ist. Heute wird auf politischer und kriegerischer Ebene verhandelt. Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch und somit wird dieser Konflikt ewig weiter geführt. Ich hoffe die Menschen kommen bald zur Vernunft und werden in Frieden neben einander leben können.
Wir sprechen uns in 150 Jahren wieder, wenn diese Bevölkerungsgruppen unsere Entwicklungsstufe erreicht haben.
