Politische und wirtschaftliche Irrwege

Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom


 

als wäre schon der erste Plan der vom Finanzmarkt offenbar gänzlich ahnungslosen Chaostruppe aus Berlin zum "Kampf gegen die Spekulanten" nicht genug gewesen, scheint man sich inzwischen dort in der Rolle des sinnlosen Aktionisten immer mehr zu gefallen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern meldete, erwägt man in Berlin wohl tatsächlich, die in der jetzigen Form nahezu völlig unnütze Leerverkaufssperre massiv zu erweitern.


Wie auch schon bei der ersten PR-Aktion für das finanziell unbedarfte Volk, dem man anscheinend hofft, mit solch lahmen "Tricks" vorspielen zu können, man "tue was", reagierten auch diesmal die meisten Experten mit verwirrtem Kopfschütteln und wieder mal mit dem gut gemeinten Hinweis, dass derartige Ideen in dieser Form doch völlig wirkungslos seien und nur die Unruhe im Markt noch weiter erhöhten.

Selbst die meisten Massenmedien sind inzwischen aufgewacht und kommentieren die schlechte Zirkusvorstellung in Berlin mehr oder weniger deutlich.

Doch nicht nur die Aktionisten und politischen Selbstdarsteller wittern aktuell Morgenluft, sondern auch die Demagogen aus dem politischen Randspektrum treiben sich erschreckenderweise zunehmend durch die Straßen und durch die Massenmedien der Republik bzw. werden dort anscheinend immer salonfähiger und machen dort Jagd auf den Verstand von durch die Krise verunsicherten Menschen.

 

Von komplexen Problemen und "ganz einfachen" Lösungen

Wenn in Zeiten von Problemen geübte Redner und Eiferer auftreten, welche für komplexe Probleme scheinbar ganz einfache Lösungen anbieten und hierbei auch noch mehr oder weniger subtil die emotionale Seite des Publikums statt den logischen Sachverstand versuchen anzusprechen, gilt es aus meiner Sicht besonders vorsichtig und hellhörig zu werden.

Sie ahnen es schon, ich spreche von den ewig gestrigen Rattenfängern am politischen Randspektrum, die, wie in Krisen üblich, ihre Chance wittern.

Glücklicherweise scheint in der BRD eine Rückkehr zur braunen Uniform, "Sonderzügen", Rassenwahn und Blitzkriegen aktuell wohl recht unwahrscheinlich. Der Sozialismus in brauner Farbe dürfte somit zum jetzigen Zeitpunkt vergleichsweise wenig bedrohlich sein. Gott sei Dank. Anders jedoch die Variante in dunkelroter Ausprägung.

Hier hat die Demagogie Hochkonjunktur und der Einfluss dieser nicht nur m.E. hochgefährlichen, sich jedoch erfolgreich nach außen als harmlos gebenden Strömung wächst beständig. Betrachten wir zunächst eine relativ weit verbreitete Definition des Begriffs Demagogie (u.a. auch bei Wikipedia nachlesbar).

Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt. [...] Heute beschreibt der Ausdruck demagogisch eine Methode, durch Schüren verbreiteter Emotionen und Vorurteile schließlich selbst Macht zu gewinnen.

 

Die leeren Versprechungen und Lebenslügen des Sozialismus:

Letzte Woche beschrieb ich Ihnen in meinem Artikel "Vater Staat: Ein Gott, der eigentlich keiner ist?", wie eine immer größer werdende Umverteilung langsam aber sicher die Wirtschaft zerstört, zu Korporatokratismus führt, die Situation der einzelnen Menschen immer weiter verschlechtert, die Abgaben langsam aber sicher ins Unermessliche und letztlich die Demokratie an den Rand des Abgrunds treibt.

Auch beschrieb ich, dass wir aktuell schon sehr fortgeschritten in dieser Spirale sind und viele Arbeiter und Mittelschichtsangehörige den finanziellen Druck sehr stark spüren. Ich kann daher rein menschlich gesehen nahezu jeden verstehen, der sich denkt "Mir müsste es eigentlich besser gehen." (was ja auch stimmt!) und dabei neidisch auf Spitzenverdiener schaut und angesichts deren Gehälter nur noch mit dem Kopf schüttelt. Gleichzeitig hört man ja auch, es fehle überall an Geld (was natürlich viel mehr an mangelhafter Haushaltsdisziplin und dem aktuellen Geldsystem liegt). Warum also nicht von "den Reichen" nehmen? "Starke Schultern" noch mehr tragen lassen? Mehr Umverteilung. Problem gelöst? Alles ganz einfach?

Und genau hier docken nun die populistischen Rattenfänger (in diesem Fall besonders von links außen) argumentativ an.

Betrachten wir doch einmal die gängigste Lüge, die von dort immer wieder verbreitet wird und erschreckenderweise aktuell auch immer mehr in den Medien zu hören ist und bei vielen Leuten auf fruchtbaren Boden fällt, wie z.B. zahlreiche Leserkommentare in verschiedenen, politisch eher neutralen Onlinemedien zeigen.

 

Sozialisten-Lüge: "Der Kapitalismus ist an dieser Lage schuld. Wir müssen mehr umverteilen. Von "den Reichen" nehmen...

Das Rückgrat der Sozialistenpropaganda bildet die o.g. (Lebens)Lüge.

Eine der Grundvoraussetzungen, warum diese Lüge heutzutage überhaupt auf fruchtbaren Boden fallen kann, ist die Gehirnwäsche, der man die Massen unterzogen hat. Wie ich u.a. in meinem Artikel "Vater Staat: Ein Gott, der eigentlich keiner ist?" bereits schrieb, hat man den Menschen erfolgreich eingeimpft, unser aktuelles System sei "Kapitalismus" (was es natürlich nicht ist, siehe z.B. mein verlinkter Artikel). Nun beschuldigt man den freien Markt, er habe nicht funktioniert und nutzt dies als Vorwand, um die eigene freiheitsfeindliche Agenda voranzubringen (freiheitsfeindlich, da ein freier Markt eine notwendige Voraussetzung für Freiheit und Demokratie ist und dieser von den besagten Kräften immer weiter abgeschafft werden wird, wenn deren Macht hoch genug ist und man nichts mehr befürchten muss).

Auch beschuldigt man gar den Kapitalismus, er sei "menschenverachtend" (wer sagt denn überhaupt, dass man in kapitalistischen Systemen zwangsweise überhaupt keine Regeln haben darf? Im Gegenteil...) und "undemokratisch", was absurder nicht sein kann und nur davon zeugt, dass man selbst scheinbar das Wesen des wahren Kapitalismus überhaupt nicht verstanden hat oder bewusst Lügen verbreitet. Die Wahrheit ist: Wahrer Kapitalismus ist in hohem Maße basisdemokratisch! Mit jeder Geldeinheit, die ich ausgebe, mit jedem Geldschein stimme ich im Kapitalismus ab. 

Nehmen wir ein ganz alltägliches Beispiel: Sie stehen im Supermarkt vor zwei Kartoffelsorten. Eine ist gentechnisch bearbeitet und auch mit allen möglichen sonstigen zweifelhaften Chemikalien "veredelt". Die andere Sorte ist weitgehend naturbelassen, jedoch etwas teurer. Mit Ihrem Kauf stimmen Sie ab, welches Produkt weiter Bestand haben soll. Ist es die weitgehend chemiefreie Kartoffel Ihnen wert und genug andere Käufer denken ebenso, wird sich diese langfristig am Markt durchsetzen und aufgrund der erhöhten abgesetzten Menge auch zunehmend im Preis sinken, da sich ein neuer Trend bzw. Markt bildet und so immer mehr Hersteller ebenfalls umschwenken werden mit ihren Kartoffeln und somit die Konkurrenz unter den Herstellern die Preis nach unten treibt. Ein wünschenswerter und durchaus zu begrüßender Vorgang (Im Sozialismus entscheidet hingegen ein Haufen von selbstherrlichen Bürokraten, was Sie im Supermarkt finden bzw. viel mehr, was Sie nicht dort finden (siehe DDR), und zu welchem fixierten Preis, nicht Sie als Bürger/Kunde...)

Das Problem an unserem aktuellen System ist viel mehr, dass die im Kapitalismus so wichtigen "Stimmzettel" (und die Fähigkeit, sich neue Stimmzettel selbst zu machen), also das Geld, unter der Kontrolle einiger weniger stehen (Zentralbanken, Geschäftsbanken). Diese manipulieren und verzerren durch ihre Aktionen das System kontinuierlich. Hier braucht es also überhaupt keinen Sozialismus, sondern eine ganz andere Medizin, die im Geldsystem ansetzt. In einer solchen Situation den Sozialismus als "Heilmittel" zu sehen, hat etwas von der Idee, eine kleine Gelenkprellung mit einer tödlichen Überdosis Chemotherapie "heilen" zu wollen. Doch darüber spricht natürlich kaum jemand bis niemand öffentlich...

Es löst also überhaupt nichts, wenn man gleich einem Pyromanen von allen Sinnen verlassen Benzin auf das Feuer gießt und gerade den gefährlichen und falschen Mechanismus der Umverteilung, welche uns überhaupt erst mit hierher geführt hat, befeuert, denn irgendwann gibt es nichts mehr umzuverteilen. "Die Reichen" wissen natürlich, wie sie sich derartigen staatlichen Raubzügen erfolgreich entziehen (würden diese nicht wissen, wie sie mit Geld umzugehen haben, hätten sie kein Vermögen). Somit werden, wie in sozialistischen Systemen üblich, letztlich genau die breiten Massen an naiven Wählerschafen am Ende geschoren, welche es nicht erwarteten, da sie inzwischen zu den "neuen Reichen" wurden, während der wirklich reiche Nachbar sich natürlich zeitig abgesetzt hat. Man hat sich den Schäfer also selbst gewählt.

Das, was letztlich Wohlstand schafft (der freie Markt), wird aber mit solch einem Irrweg immer weiter zerstört und letztlich verarmen dadurch die Massen und das Land geht erst recht den sprichwörtlichen Bach herunter. Wir haben dies in der DDR gesehen, wir haben dies in der Sowjetunion gesehen oder wir können nach Nordkorea schauen. Es gibt zahllose Beispiele. Nur die entsprechende Führungsriege lebt in derartigen Systemen natürlich wie ein Fürst.

 

(Fortsetzung im nächsten Artikel, siehe unten)

 

 

 

 


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Kommentar von Peter Pötter

Ich finde, Ihr Kommentar trifft den nagel auf den Kopf- wenn ich Sarah in den div. Fernsehrunden sehe frage ich mich, warum diese schöne Frau mit ansich scharfem Verstand so viel Blödsinn redet. Warum wandert sie nicht nach Kuba oder noch besser nach Nordkorea aus-das einzige Land weltweit, was noch diesem Irrglauben des Kommunismus nacheifert.Ich bin zwar kein Verfechter des Marktradikalismus (angeblich wäre das ja das Ideal der FDP-da kann ich nur lachen) aber die Ideen von Verstaatlichung ganzer Wirtschaftszweige sind schon krank. Viell. hätte die SPD/Grünen doch mit den Linken in NRW regieren sollen!! Dann hätten wohl alle schnell gemerkt, was tatsächlich die Linken im politischen Alltag an Leistungen erbringen können. Für mich sind die Linken ein gefährliches Sammelbecken der Unwisssenden und Unzufriedenen- natürlich wählen viele Hartz4 Empfänger die Linken- die Aussicht auf dauernden Staatswohl-stand ohne Arbeit ist wohl doch zu verlockend-hat aber in der Praxis noch nie als dauerhaftes Modell funktionert! Das Leben sieht eben anders aus- arme verklärte Sarah- oder viell. doch nicht?! Bekommt sie Honorar für diese Fernsehauftritte?!

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Kommentar von HJKLeinlein

Hallo, Herr Hahn, auch ich denke, dass der Sozialismus den freien Markt nicht gut beeinflußt. Wer aber kann denn nachweisen, dass der freie Markt unter den gegenen finanziellen Machtverhältnissen gut funktioniert. Für die Gewinner des freien Marktes ja! Die anderen Menschen, die auch hart arbeiten, haben aber doch auch den verständlichen Wunsch, am Produktionzuwachs beteiligt zu werden. Sobald diese Forderungen auftauchen ( und natürlich von den Schreibern des Kapitals als sozialistisch verteufelt werden), zieht dass Finanzkapital sein spekuliertes Geld und geht damit woanders hin( mit welchem Recht eigentlich) und spielt so die Staaten und Gesellschaften gegeneinander aus - eine Machtfrage , keine Marktfrage, Das aus dem wirtschaftlichen Kreislauf abgezogene Geldl fehlt dann am ursprünglichen Ort , die Wirtschaft krankt und flugs erfindet man die Ideologie " Schuld sozialistischer Forderungen". Wenn Sie also das Wirken den Finanzkapitals wertfrei beobachten, stellen Sie fest, dass es nicht der Verpflichtung und Aufgabe zur Finanzierung wirtschaftlicher Prosperität aller Menschen unterliegt( ein ethisches Ziel. Die Interessen des Kapitals sind nicht kompatibel mit dem Überlebenswunsch der Menschen. Ich weiß auch nicht wie, aber wir sollten diese Frage wenigstens offen diskutieren und dabei berechtigte Interessen von Menschen nicht als marktfeindlich abtun. MfG HJKleinlein

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Antwort von Wolfgang Springfeld:

Sauber analysiert, nur wie kriegen wir die "Raffgeier" wie Ackermann und Co,. die auch nur 12 Stunden am Tag arbeiten, vom Abzocken weg? Eine Gesellschaft braucht alle, nicht nur die Abzocker, ein Genearalstreik würde zwar helfen, nur die Millionenabzocker sitzen am längeren Hebel. Ethik. Moral ist denen Wurscht, die wollen nur Abkassieren. Springy

Kommentar von thorath

Ein interessanter Beitrag. Dazu möchte ich ein wenig beitragen und ergänzen, vielleicht um auch darüber mal nachzudenken. Der Sozialismus und der Kapitalismus sind in den Grundzügen schon gut, was daraus gemacht wurde ist, die jeweiligen Herrschenden haben sich am System bedient und ihre Macht gezeigt, bzw. zeigen es ja noch. Massenaufklärung und Massenverdummung sind an der Tagesordnung und dienen nur einem Zweck, so viel Geld und Persönlichkeit aus dem Menschen herauszuholen, wie es nur geht , ohne Rücksicht auf Verluste. Es werden Zahlen manipuliert oder verschwiegen, wie es gerade passt. Die Medien haben dazu eine wichtige Rolle übernommen., sie müssen die Theman plausibel rüberbringen, damit der Bürger keine eigene Meinung bilden kann. Wie damals in der DDR und jetzt in der BRD, Was hat sich da geändert, nichts, oder nicht das Wesentliche. Heute zählt nur der Profit im einzelnen, nicht in der Masse. Die Reichen sind reich geworden durch die Arbeit der Anderen,. Kein Unternehmen würde jetzt dort stehen, wo sie sind, es geht nur gemeinschaftlich. Die Reichen wissen, wie sie mit Geld umgehen, aber die Armen auch, sonst würden sie nicht dort stehen, Raubzüge werden nur von den Reichen gemacht, ein kleiner Raub von den Armen. Zum Schluss, wenn die teuren Produkte krebseregend wären, dann würden die billigeren wieder mehr gekauft. Wo ist der Unterschied.

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Kommentar von Rolf Schneider

Lieber Herr Hahn, woher haben sie die göttliche Eingabe? Ich habe selten so einen anmassenden, verallgemeinerten Müll gelesen

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Kommentar von Josef Hehle

Sehr geehrter Herr Hahn, ich kann vor Ihrer Meinung nur den Hut ziehen und freue mich über Ihre Offen- und Ehrlickeit. Habe schon viele Ihrer Berichte gelesen und bin ganz bei Ihnen. Schreiben und berichten Sie bitte weiterhin so unverblümt, auch wenn Ihnen bestimmt ab und zu der Gegenwind ins Gesicht bläst. Blender u. Marionetten haben wir schon genug in diesem Land. Weiter so Herr Hahn, denn ich sehe der Wahrheit ebenso gerne ins Auge. Netten Gruß Josef Hehle

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Kommentar von VST

Herzlichen Glückwunsch, genau ins schwarze getroffen!

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