Politische Schaukelbörse
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 7. November 2011, 07:30 Uhr
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In der abgelaufenen Handelswoche ging es an den Aktienmärkten hochvolatil zur Sache. Das Griechenland-Chaos sorgte für eine hochnervöse politische Schaukelbörse. Unter dem Strich gingen die europäischen Börsen mit einem deutlichen Minus ins Wochenende.
Der deutsche Leitindex verlor sechs Prozent auf 5966 Zähler. Die größten Wochenverlierer waren die Papiere der beiden Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank mit Verlusten von gut 14 bzw. 15 Prozent. Auffällig auch, dass die Aktien der beiden Versorger, E.ON und RWE, stärker als der Gesamtmarkt mit Abschlägen von neun bzw. sieben Prozent unter die Räder kamen.
Land unter bei Europas Bankaktien
Im europäischen Vergleich konnten sich die deutschen Bankaktien vor allem gegenüber den Top-Verlierern in Mailand bzw. Paris noch relativ wacker schlagen. Besonders heftig war der abermalige Absturz der Societe Generale Aktie in Paris um mehr als 23 Prozent. In Mailand stürzte die Aktie von Intesa Sanpaolo um fast ein Fünftel ab. Insofern war der Kurssturz der Papiere der BBVA in Madrid mit nur" 11,5 Prozent im Wochenvergleich relativ glimpflich. Ob sich die Aktionäre der spanischen Großbanken über diese relative Outperformance" wirklich freuen können? Festzuhalten bleibt aber, dass bis auf weiteres die extreme Achterbahnfahrt der Finanzwerte wohl anhalten wird.
US-Indizes mit Abschlägen
Auch jenseits des Atlantiks war das Ende der Bärenmarktrallye gekommen. Der Dow Jones ging am Freitag bei 11983 Zählern aus dem Handel. Unter dem Strich entspricht dies einem Verlust von gut zwei Prozent im Wochenvergleich. Der marktbreite S&P 500 verlor 2,5 Prozent auf 1253. In Japan ging es ebenfalls nach unten. Jedoch nicht so stark wie in Europa. Nippons Leitindex fiel auf 8801 Yen.
Rezessionssignale häufen sich
An dieser Stelle soll nochmals klar vor der sich abzeichnenden Weltrezession gewarnt werden. Mehr denn je senden die diversen Indikatoren starke Warnsignale aus. Anders formuliert, die globale Schuldenkrise wird täglich schlimmer. Von einer Stabilisierung oder gar Besserung kann überhaupt nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Wir befinden uns auf dem besten Weg in eine Rezession. Schauen Sie nur auf die schwache Entwicklung der Basismetallpreise, der chinesischen Aktienmärkte oder der indischen Währung.
Schwache Auftragslage
In China sank der Index der Auftragseingänge für das verarbeitende Gewerbe auf den tiefsten Stand seit dem Februar des Jahres 2009. Die deutsche Industrie vermeldete für den Monat September einen Einbruch der Auftragseingänge um 4,3 Prozent. Noch stärker rückwärts ging es nur im Mega-Rezessionsjahr 2009. Äußerst interessant in diesem Kontext ist, dass die Auftragseingänge aus den Ländern der Euro-Zone überproportional stark wegbrachen. Nämlich um mehr als zwölf Prozent.
Vor dem Hintergrund eines derart widrigen Umfeldes erscheint es fast zwingend geboten, bestehende Aktienengagements zumindest zurückzufahren.
Vermögensschutz hat nach wie vor oberste Priorität!
Zum zweiten Teil von: Gewinne den Banken, Verluste den Steuerzahlern?