Politische Ehrlichkeit und andere Endzeitphänomene
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 02. Juli 2004 12:00 Uhr
ENL5454
Die heiße Phase des amerikanischen Wahlkampfes steht offiziell zwar noch bevor. Aber dieses Jahr scheint halt alles etwas früher anzufangen: Der Agitpropumentarfilm des dümmsten weißen Mannes und Eduard-von-Schnitzler-Nachfolgers Michael Moore lockt Heerscharen von Starbucks-Kaffeservierern, Liegeradfahrern, Gewerkschaftern, Universitätsprofessoren und Freizeitpoeten in die Kinos.
Der durch ihn entsandene gesamtwirtschaftliche Leistungsausfall wird landesweit inzwischen mit $2000 dotiert.
Und nach der 900-Seiten-Schwarte von Kinder- und Hausmärchen des Hosenlatzpräsidenten Bill Clinton meldet sich auch Senatorin Hillary Clinton mal wieder zu Wort. Im Gegensatz zu ihrem Ehegespons ist sie allerdings von verblüffender Ehrlichkeit. So sagte sie Anfang der Woche vor einem demokratischen Wählerpublikum:
We're going to take things away from you on behalf of the common good."
Wir werden euch im Namen des Allgemeinwohls Dinge wegnehmen.
Schöner und genauer hat noch niemand Sinn und Gehalt linker Politik zu sammengefasst.
*** Die EZB entschied am Donnerstag, die Leitzinsen der Europäer unangetastet bei 2 % zu lassen.
Viel Spielraum haben die Herren in den grauen Anzügen nun wahrlich nicht: Inflationsphobie verbietet ein weiteres Senken und die europäischen Verbraucher- und Geschäftsausgaben sind weiterhin so mau, dass eine weitere Erhöhung Gefahr läuft, auch noch das letzte Quentchen der wirtschaftlichen Wiederbelebung auszuräuchern.
Michael Schubert, ein Volkswirt der Commerzbank, wurde heute in der amerikanischen Finanzpresse zitiert: "They are not certain whether growth prospects in the euro area will prove to be sustainable."
Hmmm, soviel ist allerdings sicher: Wenn wir auf die letzten drei Jahre zurückblicken, muss man konstatieren, dass es kaum eine Wachstumsprognose gab, die nicht drastisch nach unten korrigiert werden musste.
*** Wie hier vorhergesagt resultierte die amerikanische Zinserhöhung vom Dienstag bei Impac Mortgage Holdings (IMH-NYSE) in einem kurzzeitigen Preisverfall bis auf US$21,28 (–2,25 %) .
Nun resultiert der zusätzliche Viertelpunkt in den Hypotheknzinsen bei den 27 % derjenigen Hausbesitzer, die einen fluktuierenden Hypothekenzinssatz haben (ARM), in einer Mehrbelastung von US$50–80 im Monat.
Wir sehen darin natürlich keinerlei negativen Effekt auf Immobilien- und Hypothekenmärkte im Gegenteil, das sollte sich in Bilanzen sehr nett ausmachen.
Um sich für kommende Dividendenzahlung IMH's von 75 pro Aktie am 13.6. zu qualifizieren, muss man bis zum 6.7. gekauft haben.
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group