Politiker, Rechtsanwälte und Lobbyisten…

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Ich habe mir vor einigen Tagen in Baltimore Regierungsangestellte bei der Arbeit angeschaut. Vier Typen saßen in einem Truck, der Motor lief, während einer faul mit einer Schaufel irgendwas am Straßenrand tat. Die Stadt könnte wahrscheinlich vier von fünf ihrer Angestellten feuern, und es würde besser gehen. Aber die Angestellten würden einen Anfall bekommen.



"Sie würden sich beschweren, dass die Armen frieren und hungern würden", so ein Kollege. Sie würden sagen, dass ihre Kinder nicht mehr das Lesen lernen würden, und dass die Regale in den Büchereien leer wären, und dass die Ampeln nicht mehr funktionieren würden und dass die Mörder ungestraft durch die Straßen spazieren würden."

"Was wäre daran anders als jetzt?" fragte ich mich.

Nun, fast niemand geht in Baltimore spazieren. (Außer mein geschätzter Kollege und Traders Daily-Autor Michael Vaupel, als er uns in Baltimore besuchte.) Auch ungestraft nicht. Das ist zu gefährlich. Man bräuchte dann einen Polizisten an seiner Seite. Und ich denke, das ist das Problem. Wenn man die Polizisten feuern würde, dann gäbe es keinen Polizisten, der der eigenen Frau und den Kindern sagen würde, dass man erschossen worden ist. Vielleicht könnten die dann eine Email senden. Wenn sie wüssten, wie man das Internet benutzt...

Baltimore...Athen...Rom.... - fast überall auf der Welt ist es dieselbe Geschichte. Die Angestellten im öffentlichen Dienst verdienen zu viel. Sie haben die besten Pensionen. Die beste Krankenversicherung. Sie arbeiten wenig und verdienen viel.

In den USA - wie im Rest der Welt - verdienen die im öffentlichen Dienst Tätigen rund 30-50% mehr als die Arbeiter in der freien Wirtschaft. Und in einer Rezession verlieren sie nicht ihre Arbeitsplätze. Sie haben eine starke Lobby...und direkten Zugang zu den Gesetzgebern.

Das ist auch ein Teil des Grundes dafür, warum die Gegend um Washington DC im Abschwung erheblich weniger gelitten hat als andere großstädtische Regionen in den USA. In den Straßen findet man noch zahlreiche nagelneue große Autos. Die Restaurants sind so voll wie eh und je. Es gibt in unserer Region (Baltimore und Washington DC liegen nah beieinander) viele Häuser, die eine Million Dollar und mehr wert sind...mit Politikern, Rechtsanwälten und Lobbyisten, die sie bewohnen.

Ja, die sind nach Washington gekommen, um es gut zu machen...und sie haben es sehr gut gemacht.

Und Griechenland wird trotzdem Pleite gehen.

-


von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Lamberts

Gatuliere Herr Bonner, es wird Zeit, dass Journalisten aufhören als Distributer für Politikerschmäh zu fungieren und die wesentlichen Tatsachen zur sprache bringen. Ihr Beispiel der fünf Regierungsangestellten mit einer Schaufel können Sie wirklich auf der ganzen Welt beobachten - öfter sind es vier, die dem fünften beim Stempeln zuschauen. Aber haben Sie sich das ganze auch mal auf den oderen Beamtenetagen angesehen ? Welcher Amtsleiter geht nicht an mindestens drei Tagen der Woche zu Mittag nach Hause und ist an den restlichen Tagen an seinem Arbeitsplatz gar nicht zu sehen ? Dabei ist dann alles so organisiert, dass wir den Mund halten müssen, weil uns diese Leute . . . Als Vance Packart in den 60er Jahren die "Wehrlose Gesellschaft" beschrieb, hat er noch nicht gesehen, wo das mal hienführt, wo wir heute sind - aber es hat damals angefangen - damals als Ludwig Erhard seine Masshalteappelle verfasste. Aber jede Rutschbahn kommt einmal auf den Boden zurück - die Frage ist nur wie und was bei dieser Landung jetzt - das heißt jetzt bald - passieren wird. Das Ende ist greifbar - es lebe das Ende ! H.L.

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