Polarisierung
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Februar 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Die amerikanische Öffentlichkeit und die amerikanische Politik werden immer mehr vom Geld polarisiert. Es gibt diejenigen, die immer noch an dieses neue System glauben, an den degenerierten Kapitalismus ... und diejenigen, die nicht daran glauben. Die ersten werden mehr oder weniger von den Republikanern vertreten, die letzteren mehr oder weniger von den Demokraten.
Wählen Sie ihre eigene Täuschung, liebe Leser.
Über das Rekordhandelsbilanzdefizit im fünften Jahr in Folge sagt ein Sprecher, es spiegele „noch schnelleres Wachstum“ in den USA wieder. Ich weiß nicht, welche Luft man in Washington atmet, aber ich würde das mal überprüfen lassen. Den größten Einzelposten beim Handelsbilanzdefizit macht China aus, ein Land, das mindestens dreimal so schnell wächst wie die USA. Allein das Handelsbilanzdefizit mit China erreichte im vergangenen Jahr 232,5 Milliarden Dollar – 15% mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig sagte Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten:
Die Konsequenzen dieser dauerhaften und massiven Handelsbilanzdefizite sind nicht nur, dass Unternehmen Konkurs machen, dass Arbeiter gezwungen sind, den Wohnort zu wechseln, zudem geringere Reallöhne und zunehmende Ungleichheit, sie führen auch zu einer dauerhaften Zerstörung von Gemeinden.“ Sie und 13 ihrer Kollegen verfassten einen Brief an das Weiße Haus, und stellten darin fest, dass seit Bushs Amtsantritt drei Millionen Stellen im Produktionssektor verloren gegangen sind, wobei ungefähr ein Drittel dieser Verluste auf die steigenden Defizite bei Industriegütern zurückgeführt werden können.
Das mag stimmen, aber es ist nicht WEGEN des Defizits. Vielmehr sind sowohl das Handelsbilanzdefizit als auch der finanzielle Schaden, den Pelosi erkennt, Symptome und Folgen der Erkrankung. Doch lassen sie sich durch die Pferdemedizin der Demokraten heilen?
Die Republikaner bleiben dabei, dass das Handelsbilanzdefizit natürlich und gesund ist. Haltet euch an den „freien Handel“, sagen sie.
Doch weder in der Geschichte noch in der Theorie des freien Handels gibt es etwas, was erfassen könnte, was heute vor sich geht. Die Zentralbank der weltgrößten Wirtschaft hat den Preis ihrer Währung auf einem künstlich gering gehaltenen Niveau festgesetzt. Die Zentralbank der zweitgrößten Wirtschaft der Welt hat den Preis der eigenen Wirtschaft sogar auf einem noch geringeren Wert festgesetzt. Und da sie über dieses künstlich günstig gehaltene Geld und die Kredite verfügen können, sind die finanziellen Vermittler weltweit völlig aus dem Häuschen.
Aber haben die Demokraten auch nur einen Hauch von Einsicht in das, was gerade vor sich geht? Haben sie auch nur den geringsten Willen etwas dagegen zu tun – d.h. den Dollar oder die amerikanische Regierung wieder auf solide Füße zu stellen?
Ha… ha… ha… Hören Sie mir auf. Ich muss sonst so sehr lachen, dass mir noch die Rippen brechen...