Poker um Griechenland
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 7. Februar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Im Schulden-Poker um Griechenland scheint nun die Stunde der Wahrheit immer näher zu kommen. "Es ist eine Sache von Tagen, dann müssen wir zum Schluss kommen. Das ist die klare Botschaft", so wird Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in einer Reuters Meldung vom gestrigen Montag zitiert.
Weiter Euro-Mitglied?
Wir wollen, dass Griechenland weiter im Euro bleibt", so die Deutsche Bundeskanzlerin gestern. Es könne aber kein neues Griechenlandpaket (ab März in einem Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro) geben, wenn es keine Einigung mit der Troika gebe. Gleichzeitig schlug die Bundeskanzlerin vor, dass alle staatlichen Einnahmen der Griechen in einen Sonderfonds gehen und blockiert werden, um die Schulden abzubauen.
Widerstand formiert sich
Ob allerdings das mit dem Rücken zur Wand stehende Land die von der Troika aufoktroyierten bitteren Kröten inklusive eines Sonderkontos für die Staatseinnahmen schlucken wird, steht in den Sternen. Oppositionsführer Samaras, der übrigens in allen Umfragen aktuell vorne liegt, stellte klar, dass die Kreditgeber mehr Rezession verlangen würden. Das würde und wolle er aber auf jeden Fall vermeiden. Der Chef der Laos-Partei, Karatzaferis, betonte gleichfalls, dass er nicht zu einer revolutionären Explosion beitragen werde, die durch Verarmung entstehe.
Plan B für Griechenland
Derweil dürfte hinter den Kulissen hektische Betriebsamkeit herrschen. Es wäre wahrlich überraschend, wenn die Drachme nicht schon fertig gedruckt für den Tag X bereitstehen sollte. Und es wäre auch nicht minder überraschend, wenn sich die Hellenen nicht aus der harten Umklammerung seitens der Europäer und des IWF befreien wollten. Wenig verwunderlich, dass Oppositionsführer Samaras erst jüngst in Moskau war, um dort bei Ministerpräsident Putin schon mal vorzufühlen", wie wertvoll und wichtig Russland als Erz-Verbündeter der Griechen noch werden kann und wird. Speziell eben für die Zeit nach dem Tag X. Wetten, dass der Russland-Trumpf in der Hand der Griechen in der Stunde größter Not gezogen werden wird?
Ja, die kommenden Tage und Wochen versprechen äußerst spannend zu werden. In jeglicher Hinsicht. Nicht zuletzt besteht die große Gefahr, dass die geopolitischen Spannungen - Stichwort Iran - sich auf dramatische Art und Weise verschärfen bzw. eskalieren könnten.
Durchschnittliche Edelmetallnachfrage
Abschließend noch kurz zum Geschehen am Gold- bzw. Silbermarkt. Der Goldpreis gab erneut leicht nach auf 1720 US-Dollar bzw. 1310 Euro. Die Unze der Anlagemünze Krügerrand kostete gestern 1345 Euro. Der Silberpreis lag bei 33,7 US-Dollar (25,6 Euro). Die Unze des Wiener Silberphilharmonikers gab es für 29,15 Euro. Das Gold/Silber-Ratio auf US-Dollar-Basis blieb konstant bei 51. Aus dem deutschen Edelmetallhandel wurde von einer durchschnittlichen Nachfrage berichtet.
Zum zweiten Teil von: Nachteil einer auf Konsum basierten Volkswirtschaftähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Monetenmann (07.02. 2012 08:57 Uhr):
Warum steht da N.N.? Die Leser möchten schon sehr gerne wissen, wer hier schreibt.
Antworten- Antwort von Peter Harting (08.02. 2012 13:40 Uhr):
und wer ist bitte Monetenmann?
- Antwort von Peter Harting (08.02. 2012 13:40 Uhr):
- Kommentar von bernard (07.02. 2012 14:33 Uhr):
" Samaras war in Moskau... " ein Klug Man. Ich hoffe Griechenland wird Klug genug sein um mit die Russen zusammenarbeiten. Griechenland soll seine Beziehungen mit die Chinesen arbeiten, den in West gibt es nichts mehr neues. Selbst die Deutsche Bundeskanzlerin war vor Kurz in China, sie ist Klug. China ist heute der erste Deutsche Wirtschaft Partner geworden, nicht mehr die Französe, das sagt schon alles und vieles, und ich hoffe anderen EU. Ländern werden diese Beispiel folgen.
Antworten - Kommentar von Laufer (07.02. 2012 18:34 Uhr):
Nur zu, Hellas! Der immer noch sowjetgläubige Putin möchte sicherlich 'nen Hafen im Mittelmeer besetzen. Soll er doch. Und die überschlauen Schnorrer in Griechenland mögen bald in Rubel rechnen lernen. Solln sie doch.Und unsere "Alternativ-Undenker" werden gezwungen sein, über echte Alternativen für eine EU nachzudenken!
Antworten - Kommentar von Livia (09.02. 2012 09:30 Uhr):
Die jegliche Bodenhaftung entbehrenden Politiker wollen den Euro um jeden Preis behalten - das griechische Volk bestimmt nicht! Das Volk sollte sich durchsetzen und seine Oligarchen ins Exil schicken. Und es sollte sich darüber klar werden, daß Frau Merkel NICHT das deutsche Volk ist!
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