Platin/Palladium-Ratio

in Rohstoff Daily zum Thema Edelmetalle
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Wie immer lohnt es sich auch im Falle von Platin einen Vergleich zum (ich sage es einmal so) "nächsten Verwandten anzustellen". In diesem Falle ist das sicher das Palladium, denn beide Metalle finden in ähnlicher Weise Verwendung.

Zu diesem Zweck stellt man den Platinpreis dem Palladiumpreis gegenüber und erhält so ein bestimmtes Verhältnis. Das ist die Platin/Palladium-Ratio, die im Grunde nur aufzeigt, wie viele Unzen Palladium man für 1 Unze Platin erhält.


Sehen wir uns hier die Entwicklung der Platin/Palladium-Ratio seit 1992 an:

Quelle: goldsheetlinks.com

Sie sehen, Ende 2000 lag die Ratio bei 1: 0,55. Zu diesem Zeitpunkt war Palladium mit fast 1.100 USD pro Unze deutlich teurer als Platin mit knapp 600 USD pro Unze. Dagegen Ende 2008, hier wurde eine extrem hohe Ratio von 1: 5,5 erreicht. Zu diesem Krisenzeitpunkt war der Palladiumpreis, mit seiner höheren Abhängigkeit von der industriellen Verwendung, deutlich stärker eingebrochen, als der Platinpreis und für 1 Unze Platin wurde ganze 5,5 Unzen an Palladium bezahlt. Ein tiefer Ratio-Wert zeigt damit eine Unterbewertung von Platin gegenüber Palladium an, ein hoher Wert dagegen eine Überbewertung von Platin gegenüber Palladium. Die durchschnittlichen historische Ratio liegt im Übrigen bei 1: 2,79.

Sehen wir uns nun an, wo das Verhältnis aktuell liegt:

Quelle: stockcharts.com

Nicht verwunderlich: nach dem starken Preisanstieg von Palladium in den letzten 2 Jahren, während der Platinpreis im Grunde nur langsam hinterher hinken konnte, ist die Ratio deutlich gesunken und hat mittlerweile einen Wert von 1: 2,3 erreicht. Das entspricht dem niedrigsten Wert seit 2002 und impliziert nun langsam, dass es für Platin Zeit wird, gegenüber der starken Dynamik von Palladium aufzuholen. Vom aktuellen Palladiumpreis aus betrachtet, müsste Platin also bis auf 2.160 USD pro Unze steigen, damit der historische Durchschnittswert der Platin/Palladium-Ratio erreicht wird.

Interessant, nicht wahr?! Allerdings sollte man natürlich nie nur einen Faktor in seine Überlegungen mit ein beziehen, vor allem, wenn die Märkte (oder besser gesagt die Preisentwicklung) immer volatiler werden. Alles in allem dürften die Edelmetalle aber insgesamt weiterhin gefragt bleiben, angesichts der vielen ungelösten Probleme, neuer Unsicherheiten und der wachsenden Teuerung. Wie gesagt, bei Platin wäre ich mit einem Preis von bis zu 2.000 USD in der Spitze in diesem Jahr und somit einem weiterhin stabilen und moderaten Anstieg erst einmal zufrieden.

So long liebe Leser...damit schließe ich nun den Ausblick für die Edelmetalle ab...in der kommenden Woche geht es dann mit den Industriemetallen weiter...morgen gibt's dann wie gewöhnlich den Wochenrück- und Ausblick...für heute verabschiede ich mich somit und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend...liebe Grüße und bis morgen..

Ihre Miriam Kraus

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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