Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Edelmetalle
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Bereits im Jahr 2011 schwächte sich der Ausstoß der südafrikanischen Minen durch Produktionsunterbrechungen aufgrund von Sicherheitsmängeln um 529 Mio. Unzen ab. Auch die russische Produktion konnte nur geringfügig zulegen. Ausgeglichen wurde dies jedoch durch das Anlaufen neuer Anlagen in Kanada, wo sich die Produktion im vergangenen Jahr nahezu verdoppelte. Das führte zu einem Gesamtanstieg der Minenproduktion von 3,5%. Zudem erhöhte sich der Rücklauf aus dem Recycling verschrotteter Fahrzeuge um 2,5% 2011.
Die Nachfrage nach Platin erhöhte sich 2011 jedoch nur um 2,2% durch die Fukushima-Katastrophe in Japan und ein schwächeres Wachstum der weltweiten Wirtschaft. Für 2012 erwarten die Experten von CPM eine weitere Abschwächung: Die Nachfrage aus der Fahrzeugindustrie soll im ersten Halbjahr 2012 um zwei Prozent einbrechen. Auch die Investmentnachfrage soll schwach bleiben, solange die ökonomischen Perspektiven trübe bleiben. Dennoch wird der Platinmarkt weiterhin in einem Defizit erwartet, solange nicht größere Produktionsanlagen neu an den Start gehen. Und das wird erst im Jahr 2016 der Fall sein. Die für 2014 erwartete neue Anlage von Platinum Group Metal in Südafrika ist die erste größere neue Mine. Doch sie wird wahrscheinlich auch nur so eben ausreichen, um den zunehmenden Bedarf nach Platin zu befriedigen.
Platin: Preischart sowie Angebot und Nachfrage 1972-2012. Quelle: CPM-Group 2012.
Bei Palladium schwankt der Bedarf so eben um das Angebot. Nach den Preisspitzen im Jahr 2010/11 durch fallende Lagerbestände und eine erhöhte Spekulation ist hier nun wieder relative Ruhe eingekehrt.
Palladium: Preischart sowie Angebot und Nachfrage 1972-2012. Quelle: CPM-Group 2012.
Das Angebot aus Russland und Südafrika wird auch bei diesem Metall leicht schwächer erwartet als 2011. Eine besondere Unbekannte stellt bei Palladium zudem immer die strategische Reserve in Russland dar. Niemand weiß, ob und wie viel Material aus dieser Quelle auf den Markt kommen wird. Denn immer wieder gibt es auch Gerüchte, dass diese Vorräte erschöpft wären.
Palladium: Nachfrage 1976-2012. Quelle: CPM-Group 2012.
Das Recycling wird etwas ansteigen, aber die Nachfrage vor allem aus der Fahrzeugindustrie soll noch stärker anwachsen. Denn Palladium ist eben immer noch das günstigste der Katalysatormetalle, das zunehmend auch für Dieselmotoren Verwendung finden kann, wo früher mehr des teuren Platins benötigt wurde. Auch aus der Elektronik wird ein steigender Bedarf erwartet. Insgesamt geht CPM davon aus, dass die seit 2005 anhaltende Verkleinerung des Überschusses anhalten wird und Palladium 2012 oder 2013 in ein Defizit fallen wird. Spätestens dann wird der Preis wieder stärker steigen.
Fazit:
Insgesamt wird von der CPM Group also ein eher positives Bild für den Markt der Platingruppenmetalle gezeichnet. Die große Unbekannte dabei ist natürlich die Frage, wie stark sich die Weltwirtschaft in nächster Zeit noch abschwächen wird, denn die Platingruppenmetalle werden zum größten Teil aus der eher zyklischen Industrie nachgefragt. Angesichts der jüngsten Preisschwäche kann es jedoch sein, dass ein Großteil dieses Nachfragerückgangs bereits in den Kursen vorweggenommen wurde. Bei weiterer fallenden Kursen werden besonders teure Minen die Produktion stärker einschränken - spätestens dann sollten also diese weißen Metalle einen Boden finden. Sollte sich die Wirtschaft jedoch nicht ganz so stark abschwächen wie zurzeit befürchtet, könnte schon bald eine neue Rallye gestartet werden.
Herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer