Pfeil und Bogen und moderne Investments
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 17. Juni 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Nehmen wir an, dass wir zurückschauen in die Zeit, in der Pfeil und Bogen erfunden wurden. Wahrscheinlich ermöglichte das den primitiven Jägern, mehr Wild zu erlegen. Sie konnten mehr Leute ernähren. Deshalb wuchs die menschliche Bevölkerung. Aber sobald Pfeil und Bogen allgemein verbreitet waren, hörte das Bevölkerungswachstum wahrscheinlich auf. Wir hatten allen möglichen Nutzen aus dieser Innovation gezogen.
Vielleicht sagen Sie jetzt: "Und Sie wollen damit indirekt sagen, dass die Investment-Gewinne der letzten paar Hundert Jahre vielleicht diese Anomalie reflektieren....und dass die Investoren niemals erneut so etwas realisieren können?"
Nun, ja. Nicht in den entwickelten, reifen Volkswirtschaften.
"Das hört sich an, als ob man es mit dem Investieren völlig vergessen kann."
Nein. Zunächst einmal gibt es große Teile der Welt, die noch nicht entwickelt und "reif" sind. Gegenden, in denen die Nutzung von Energie noch sehr niedrig ist. Diese Gegenden können schnellen Fortschritt erzielen, wenn sie aufholen. Und das sind nicht nur ausländische Unternehmen, die davon profitieren. Auch amerikanische, europäische und japanische Unternehmen können Vorteile aus solchem Wachstum ziehen.
Zweitens gibt es auch noch Möglichkeiten, in der Alten Welt Geld zu verdienen. Indem man auf Ausschüttungen und weniger auf Kursgewinne setzt. Wir sind so sehr an steigende Aktien- und Immobilienpreise gewöhnt, dass es schwer vorstellbar ist, dass die Kurse lange stagnieren. Aber das steht uns bevor. Niedrige Wachstumsraten bedeuten sehr langsame oder gar keine Zuwächse bei den Kapitalanlagen. Dividenden werden hingegen wichtiger werden. Und die Leute, die reich werden, werden das wahrscheinlich auf die Art und Weise, wie dies vor der Industriellen Revolution geschah - entweder durch sparen und Ansammeln kleiner Gewinne über viele Jahre. Oder dadurch, indem sie es anderen wegnehmen.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Tim Rohde (17.06. 2011 11:33 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, sie sind mir an dieser Stelle zu pessimistisch. Wichtige Argumente sprechen gegen ihre Theorie insbesondere aber gegen einen dauerhaften Rückgang des Wachstums heute. Noch wächst die Weltbevölkerung rasant, nur 20% der Menschen leben in entwickelten Gesellschaften, die Technologie entwickelt sich rasant. Ich nehme ihren Artikel deshalb mehr als ein Gedankenmodell, nicht als reales Szenario. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf die derzeitige Überbordende Spekulation und den aufgeblähte Finanzsektor lenken; Ein gewaltiges Instrument der Umverteilung von Reichtum, weg von den hart arbeiten rechtschaffenden Menschen hin zu den Spekulanten und den Eliten der Gesellschaft auf "demokratischem" Wege. Dieses Modell stößt gegenwärtig an seine Grenzen, weil die Funktionalität der Volkswirtschaften, das kapitalistische System so stark pervertiert wird, das deren Lebensfähigkeit bedroht wird. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Wie kann es sein, das die Beteiligung der Gläubiger an den Verlusten ihrer eigenen Geschäfte beinahe undenkbar sein soll. Es soll also ersthaft die Existenz unseres Finanzsystems bedrohen, wenn dejenigen Gläubiger die Geld an schlechte Schuldner verliehen haben einen Verlust hinnehmen müssen. Erklären sie das einmal ihrer Großmutter. Eine solche Wirtschaft muss ihr Ende finden, in der die Reichen immer größere und riskantere Geschäfte machen und auf ewig nur die Gewinne einstreichen, die Verluste und Kollateralschäden von der großen Mehrheit der arbeitenden Menschen getragen werden sollen. Was passiert, wenn der Wille zur Arbeit dauerhaft nachlässt, weil es einfach keinen Sinn macht macht, rechtschaffen zu sein. Das ist ein reales Szenario, was um jeden Preis verhindert werden muss. Im übrigen glaube ich fest daran, das es uns gelingen wird, die äußerst anspruchsvolle Technologie der Kernfusion zu beherrschen. Diese Technologie wird uns Zugriff auf unbegrenzte saubere und billige Energie geben. Es gibt genug Gründe für Optimismus. Aber auch genug Aufgaben, die wir zu erledigen haben. mit vorzüglicher Hochachtung tr
Antworten - Kommentar von walter bruno (17.06. 2011 16:03 Uhr):
Fast beiläufig äussern Sie:"...Und das sind nicht nur ausländische Unternehmen, die davon profitieren. Auch amerikanische, europäische und japanische Unternehmen können Vorteile aus solchem Wachstum ziehen..." Da ich selber in einem Entwicklungsland lebe, erlebe ich fortlaufend, dass es vor allem die ausl. und intern. Unternehmen sind, die mit ihren Stadthaltern das Geschäft machen. Die Kapazitäten, Erfahrungen und das know how der ausländ. oder internat. Unternehmen sind einfach so überwältigend, dass relativ wenig Raum für lokale Unternehmer bleibt. Oft bleiben nur die Winkel und Nischen. Natürlich gibt zunächst einen Schub, wenn einige Arbeitsplätze entstehen. Die Gewinne bleiben aber selten im Land oder werden in der lokalen Infrastruktur investiert. Das Ungleichgewicht nimmt immer mehr zu. Auch Griechenland und Portugal dokumentieren diese Deformationen. Prop. dazu verhält sich die Entwicklung der Kaufkraft, was sich letztlich wieder in den sozialen Strukturen und im Wachstum auswirkt. Wir stossen immer mehr an die Grenzen kap. Produktionsverhältnisse. Es wird mit Sicherheit in dn kommeen Jahren noch sehr spannend, wie die Menschheit die Probleme lösen wird. Mit Sicherheit wird es nur über eine gerechtere Verteilung von Arbeit und Ressourcen gehen.
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