Pest oder Cholera, griechische Politiker können sich nicht entscheiden
Till Kleinlein in Devisen-Monitor
vom 7. Februar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
Unsicherheit ist normalerweise der stärkste Gegner der Börsianer, doch trotz der Hängepartie um die Zukunft Griechenlands lassen sich die Bullen weiter nicht beirren. Auch gestern konnte ein neues Jahreshoch markiert werden. Die ganz großen Sprünge machten Dax & Co. gestern zwar nicht mehr, doch weiterhin könnten die Bären bei ihren zaghaften Versuchen zu wenig Durchschlagskraft entwickeln.
Ohne Reaktion würde es aber auch nicht bleiben, sollte Griechenland fallengelassen werden. Die gestrige Frist ist jedenfalls abgelaufen, ohne ein verwertbares Zeichen aus Athen. Die dicken Freunde Merkel und Sarkozy hatten bei ihrer Pressekonferenz den Druck weiter erhöht - falls das überhaupt noch möglich ist. Neue und längst versprochene Reformankündigungen aus Griechenland, der Sanierungskurs war zuletzt ins Stocken geraten, sollen verkündet werden. Die griechischen Politiker tun sich aber weiter sehr schwer, was man auch gut verstehen kann. Sie können es nicht allen recht machen: Entweder das Land gegen die Wand fahren lassen oder sich gegen das eigene Volk stellen. Bei der Wahl zwischen Pest und Cholera möchte man sich gerne enthalten, da dies aber in diesem Fall nicht geht, wird die Entscheidung hinausgezögert - vielleicht auch ganz bewusst, damit das Urteil bald von Außen, von den Geldgebern und politischen Größen der EU getroffen wird.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,03% |
| Dow Jones: | -0,13% |
| EuroStoxx50 | -0,29% |
| EUR/USD: | -0,10% |
| Gold: | -0,28% |
| Silber: | +0,03% |
| Öl (Sorte Brent): | +1,66% |