Performance-Panik führt zu risikoreichen Anlageentscheidungen
Profit Radar
vom 9. November 2010, 19:00 Uhr
ENL5454
Denn wenn Sie dieses Ass nicht haben, dann kommt irgendwann immer die Panik. Die Performance-Panik. Dann fangen Sie verzweifelt an, den steigenden Kursen hinterher zu laufen und die entgangene Performance wieder aufzuholen. Und das führt immer dazu, dass man viel zu hohes Risiko bei den Investments eingeht.
Auch hier gebe ich ehrlich zu: Ich weiß, wovon ich spreche. Auch hier habe ich, im wahrsten Sinne des Wortes, Lehrgeld bezahlt. Das Problem ist nicht nur, dass Anleger erst zu teuren Kursen in die Märkte einsteigen. Bei Einzelinvestments setzen Sie dann häufiger auf besonders risikoreiche Investments, weil sie hoffen, damit die größte Performance herauszuholen. Denn die erste Stufe der Rallye ist ihnen ja durch die Lappen gegangen.
Was macht man also in der aktuellen Situation? Denn es bringt Ihnen herzlich wenig, wenn ich Ihnen detailliert erzähle, dass man sich eben schon vor dem Ausbruch (das gilt übrigens auch für eine Baisse) mit einer kleinen Position eine Marktentwicklung abdeckt, die von der Börse überhaupt nicht beachtet wird.
In der aktuellen Phase ist es wichtig, sich von der vorherigen Entwicklung zu lösen: Der Seitwärtsbewegung der westlichen Börsen, der Baisse der chinesischen Aktien oder der Hausse vieler Emerging Markets und Rohstoffe. Nehmen wir den DAX: So schmerzhaft es ist, wenn man die niedrigeren Kurse sieht - die Seitwärtsphase des DAX ist abgeschlossen. Aus. Vorbei.
Und deshalb sind die Kurse aus dieser Phase zwar für die charttechnische Analyse interessant, aber nicht für die Bestimmung von neuen, realistischen Kauflimiten. Wenn Sie die alten Kurse aus der abgeschlossenen Seitwärtsphase als Maßstab für Käufe in einer neuen Marktphase ansetzen, dann wird der Zug ohne Sie abfahren. Mehr dazu im nächsten Profit Radar.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi