Parasiten, Bürokratie und Sowjetstiefel
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Die Realwirtschaft bricht ein. Die Parasiten vermehren sich...
Der Goldmarkt war in der jüngsten Zeit für einige Überraschungen gut.
Ich habe das Gefühl, dass sie bei einer Sache falsch liegen", so fängt der Brief eines geschätzten Lesers an. Sie verhalten sich so, als ob die Regierungsausgaben immer ein Verbrechen, eine Sünde oder zumindest eine Geldverschwendung wären. Soldaten, die für die amerikanische Regierung arbeiten, schützen das Land jedoch. Die Straßen ermöglichen es Ihnen, von Bethesda nach Baltimore zu fahren. (Worum ich Sie nicht beneide). Sogar die Bürokraten sind notwendig, Rechnungen müssen bezahlt werden. Rentner brauchen ihre Schecks. Die Regierungsausgaben sind womöglich ineffizient, aber sie leisten dennoch einen echten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt."
Mein Brieffreund hat Recht. Die Stellen der Regierung umfassen auch tausende ehrlicher Menschen, die einen ehrlichen Job machen. Einiges davon ist sinnvoll. Das Problem ist jedoch, dass man nie weiß, wie sinnvoll es ist, weil die Regierung nicht der Preisgestaltung der Märkte unterliegt.
Wann ist eine Sache es wert, getan zu werden? Wenn die Leute freiwillig dafür bezahlen.
Wann weiß man, dass man mehr tun sollte? Wenn die Gewinne, die man damit macht, ans Risiko angepasst, die Sätze übertreffen, die man bekommen würde, wenn man das Geld ohne Risiken an die Regierung verleihen würde. Warum sind aktuell so viele Menschen bereit, ihr Geld an die Regierung zu verleihen? Weil die Ertragsrate aus anderen Investitionen so gering ist... und die Risiken so hoch sind.
Die Märkte decken immer wieder auf, wie sinnvoll und wünschenswert etwas ist. Die Preise verändern sich ständig. Das eine steigt... das andere fällt... und es weist den Produzenten und Verbrauchern immer wieder den richtigen Weg für die Verwendung ihres Geldes.
Preise, die nicht durch die Märkte bestimmt werden
Aber die Preise für die Schnellstraßen, die Kriege und die Bürokratie der Regierung werden nicht durch den Markt bestimmt. Man weiß also nie, was es wert ist. In einem echten Krieg ist ein Land vielleicht bereit, den letzten Heller dafür herzugeben, einen Feind in die Flucht zu schlagen.
Aber wie steht es mit den Kriegen der Wahl" wie z.B. in Irak und in Afghanistan? Wie viel sind diese Kriege wirklich wert? Das weiß niemand. Und das interessiert auch niemanden wirklich. Sie werden lediglich zu einigen weiteren Regierungsprogrammen... die auf ewig weitere Ressourcen aus der Realwirtschaft saugen. Es gibt Dutzende... hunderte... solcher Regierungsprogramme, die während der Weltwirtschaftskrise entstanden sind und die immer noch am Leben sind.
Jedes dieser Programme ist mit jedem Jahr weiter gewachsen... und für jedes dieser Programme arbeiten tausende gut bezahlter Angestellter. Und jeder dieser Angestellten bekommt nicht nur einen Gehaltsscheck, sondern auch eine Gesundheitsversorgung und Rentenansprüche.... Und jeder braucht ein Büro, in dem er arbeiten kann und einen Parkplatz, auf dem er sein Auto abstellen kann. Und was tut er? Was würde passieren, wenn er aufhören würde, es zu tun? Das weiß niemand.
Doch ich kann auf diesen Seiten eine Vermutung äußern. Neunzig Prozent von Washington könnte man entlassen... und das Leben würde genauso gut oder noch besser weitergehen wie zuvor.
Von 10 Regierungsanstellten, tun vermutlich zwei etwas Sinnvolles... etwas, wofür man auch bereit wäre zu bezahlen, wenn es nicht durch die Regierung erledigt würde, auch wenn wir dann fast mit Sicherheit weniger bezahlen würden, als es uns heute kostet. Fünf weitere tun etwas, das überhaupt nicht sinnvoll ist - etwas, wofür nur Geld verschwendet wird. Und die anderen drei tun etwas, das Vermögen zerstört... etwas, das die Situation sogar noch schlechter werden lässt. Diese drei sind Wirtschaftswissenschaftler. Oder Rechtsanwälte. Oder wer weiß was.
Natürlich tun auch die Menschen im Privatsektor manchmal etwas Unsinniges. Sehen Sie sich einfach nur die Leute an, die die Kreditverträge an Leute ausstellen, die diese Kredite vermutlich nie werden zurückzahlen können. Oder den Menschen, der Rap-Musik macht. Oder diejenigen, die Fernseher verkaufen. Aber das ist nur meine Meinung. Hierüber soll der Markt (und der Verbraucher) entscheiden. Es liegt nicht an mir. Zum Glück.
Im Großen und Ganzen bekommen die Menschen im Privatsektor das, was sie haben wollen... und was ihnen zusteht. Die Leute, die das Geld verschwenden, haben schon bald kein Geld mehr, das sie verschwenden können. Leute, die ein schlechtes Geschäft machen oder schlechte Anlageentscheidungen treffen, machen Pleite. Die Fehler korrigieren sich wie von selbst... es sei denn, die Regierung schreitet ein.
Im öffentlichen Bereich ist das anders. Die Fehler wiederholen sich ständig. Das letzte, was ein Bürokrat will, ist, dass seine Mission vom Erdboden verschwindet. Wenn er gegen den Analphabetismus kämpft, dann darf man davon ausgehen, dass am Ende noch weniger Kinder lesen können. Wenn er gegen die Armut kämpft, dann darf man davon ausgehen, dass die Menschen arm sein werden. Wenn er gegen den Terror kämpft, dann wird er sein Geld in den Terrorismus stecken.
Jedes Scheitern wird mit einem größeren Budget belohnt, während Erfolg bedeutet, dass man sich selbst überflüssig macht.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Fred Buschendorf (20.01. 2010 09:34 Uhr):
Sie sprechen mir aus der Seele! Als ehemaliger Ossi kann man auch gut vergleichen. Es wird immer viel darüber gesprochen, was der Osten alles falsch gemacht hat. Heute nach dem Untergang scheint es mir der Staat führt den Sozialismus wieder ein, natürlich leicht variiert, aber alles wird immer mehr staatlich reglementiert und kontrolliert. Die Freiheit des Marktes gibt es doch gar nicht mehr. Der zunehmende Monopolismus drängt den freien Markt immer weiter ab. Und der Staat ist das ausführende Organ. Der Bürger mit mit immer mehr nutzlosen Informationen überschwemmt und damit verdummt. Er wird nur immer unzufriedener und macht die falschen Leute dafür verantwortlich. Auf den wahren Grund kommt er gar nicht mehr. Und was in Afghanistan passiert ist ein Kriegsverbrechen des Westens. Komischerweise merkt auch das keiner. Wir ermuntern diese Leute doch zum Terrorismus, weil wir sie ihrer Kultur berauben wollen. Wenn uns jemand intervenieren würde, dann würden wir uns doch auch wehren. Ist schon kurios, was alles so rechtens ist.
Antworten - Kommentar von Herbert Palzkill (20.01. 2010 11:37 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, ja, Sie haben absolut Recht!!! Aber eines unserer größten Probleme ist, dass sehr viele Menschen es nicht erkennen. Sie glauben den Schwachsinn der Regierungen, weil sie es glauben wollen. Sonst hätten sie doch ein Problem - und dann müssten sie selbst was tun. Das wollen und können sie nicht (mehr) Mit welcher Berechtigung glauben wir denn, Politiker seien bessere, klügere Menschen??? Die meisten fähigen Menschen sind z.B. Unternehmer geworden. Eine Demokratie setzt einen sehr hohen Grad an Fähigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Menschen voraus. Das haben wir aber leider nicht. Wir sind noch nicht reif für die Demokratie. Das gilt leider auch für die Politik. Unsere Demokratie führt leider zur Diktatur der Dummen, der Masse... Mit der Freiheit, welche uns die Demokratie gibt, können wir noch nicht umgehen! Wir tun und glauben so, als wären die Regierungsbeamten alle weise, gerechte, aufrechte, verantwortungsbewusste und verantwortungsvolle ... Das sind sie aber nicht, denn sie werden ja vom normalen Volk aus dem normalen Volk gewählt. Auf dem Weg in die Politik und in der Politik werden sie doch keine besseren Menschen. Die besseren Menschen, die geeigneteren Menschen haben keine Chance, weil sie ja von Anfang an die Wahrheit sagen. die aber ist oft unangenehm und konfrontiert die Menschen, die Wähler, mit der Eigenverantwortung. Also bekommt doch der die meisten Stimmen, der die leichte Lösung, das kostenlose Paradies verspricht. Was soll da rauskommen, wenn der Lehrer jeden Tag die ( unwissenden ) Schüler fragt, was wollen wir denn heute lernen??? Das wäre doch Demokratie, oder??? Demokratie funktioniert erst dann, wenn das Volk die Voraussetzungen dafür erfüllt. Amerika ist ein großes Land geworden, als und weil alle eigenverantwortlich handelten, arbeiteten, lebten... Da nichts zum verteilen da war, musste erst etwas erschaffen werden. Und dann kamen die Verteiler ... und die Glücksritter Die meisten Sozialisten machen einen großen Denkfehler: es soll besser, gerechter verteilt werden! Tolle Idee! Bringt viele Anhänger. Und was ist, wenn alles verteilt ist??? Wir können nur verteilen, wenn und was vorher erschaffen wurde. Da das aber mühevolles, anstrengendes Handeln voraussetzt, werden mal Alternativen gesucht und versucht. Und genau das erleben wir heute. Aber zur Eigenverantwortung gibt es keine Alternativen. Keine einzige! Mit unserem jetzigen System, die Parasiten zu züchten und zu belohnen, zu befördern bis in die Regierungen, vergiften wir uns selbst. So, wie Amerika groß wurde, mit diesen Tugenden könnte es auch heute wieder stark werden. Und das gilt für alle Staaten. Warum ist denn die Mauer wirklich gefallen?? Weil die DDR pleite war und Russland auch kein Geld mehr geben konnte. Sehr geehrter Herr Bonner, bitte schreiben Sie weiter, bitte schreiben Sie weiter die Wahrheit. Es wäre sehr schade und schädlich, wenn ein weiterer Aufrechter, noch klar sehender Mensch aufgeben würde. Wenn alles von den Wohltätern verteilt ist, ist auch ihre Kunst am Ende. Spätestens dann sind wieder Qualitäten gefragt. Verantwortung, Wahrheit, Kreativität ... Danke für Ihre aufrechte, ehrliche und wertvolle Arbeit.
Antworten - Kommentar von Friedrich Hellmerichs (20.01. 2010 12:59 Uhr):
Hallo! Ich wollte Ihnen nur mal sagen, dass ich die Artikel von Bill Bonner köstlich, intelligent, herzerfrischend finde, dass ich mich täglich auf deren Lektüre freue, und dass ich hoffe, diese gegen den mainstream gestrickten Beiträge noch laaaaange lesen zu dürfen. Weiter so und vielen Dank! Friedrich Hellmerichs
Antworten - Kommentar von RW (20.01. 2010 15:15 Uhr):
Sie haben recht!!! Leider nützt und das Rechthaben nichts - es wird immer so weitergehen, denn wer sägt schon gern den Ast ab, auf dem er sitzt.
Antworten - Kommentar von J Clauß (20.01. 2010 15:21 Uhr):
Sie bringend as Problem auf genau den EINEN Punkt!!! 90% der \"Politpolitessen\" wären nicht nötig!!! Würden SIE entlassen, so würde eine Menge Geld übrig bleiben, das der Allgemeinheit zu Gute käme.. Aber nicht nur in der Politik!! In jedem Bereich wird inzwischen viel zu viel verwaltet, was jeglichem Betrieb oder Einrichtung seine letzten Resourcen nimmt.. WEG damit!!! Nur so kömnnen wir effektiv dem Problemen der Zukunft entgehen.. Vorher wurden immer die Arbeitnehmer zur \"Gesundschrumpfung\" entlassen, jetzt wird es Zeit, auch die überflüssigen Arbeitgeber und deren verwaltenden Organe zu entlassen, dann kommen wir der Sache schon wesentlich näher
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ENL5462
- Kommentar von Heinz Merkle (20.01. 2010 17:58 Uhr):
Kennen ie die kleine Geschichte des Forschers der in Neuguinea auf eine Gruppe Menschenfresser stiess und vom Chef wissen wollte , was er denn am liebsten hätte in seinem Kochtopf? Ja , am liebsten sind mir Politiker und Bürokraten! Als der Forscher nach dem "Warum" fragte bekam er zur Antwort " Weil sie haben viel Sitzfleisch und wenig Rückgrat !!! " Viel Vergnügen H. Merkle
Antworten - Kommentar von helge Riemer (21.01. 2010 17:52 Uhr):
Sehr geehrter Herr Borner, Sie haben hervoragend die aufgeblähten Bürokraten-Struckturen in unseren demokratischen hochentwickelten Indusriestaaten beschrieben, danke. Am hochentwickelsten (so hoch das man nicht rankommt) scheinen leider diese sich gegenseitig immer neue Existenzberechtigungen schaffende Strukturen zu funktionieren. Wenn wir ein effizientes Mass dieser Jobs erreicht würde, hätten wir folgend wohl leider sehr schnell die nächsten 10% oder mehr Arbeitslose?! Schade, dass soche ehrliche und wichtigen Fakten nur einenm kleine Kreis von Menschen zugänglich ist. Aber es tut gut zu sehen, dass man nicht ganz allein anders denkt. Alles Gute mit bestenGrüßen für Ihr Wohlergehen, h.r.
Antworten - Kommentar von Haedicke (21.01. 2010 21:59 Uhr):
Hi, wie recht Sie haben. Ich investiere in Zukunft nicht Geld sondern Zeit in meine Fähigkeiten für mich. Kennen Sie eine bessere Anlage? Zeit wofür? Nun, zum Empfangen oder Nehmen - wie Sie möchten. Es gibt eine Quelle, die gibt, wenn Sie bitten - in Liebe selbstverständlich. Ich habe nicht nur Spass sondern Rendite von Magnified Healing. Und irgendwann ist man frei: Frei von, frei für, einfach frei
Antworten - Kommentar von Peter Lazak (27.01. 2010 06:17 Uhr):
die vorliegende Diskussion ähnelt denen wie bei Anne Will , Maischberger oder Maybritt Illner: natürlich sind die vielen Aktivitäten im Staatssektor auch irgendwie nützlich . jedoch wird dabei bewusst vom wahren Grund der hohen Staatsdefizite abgelenkt : solange Staatsdiener das vielfache an Versorgungsleistungen erhalten, ( im Vergl. zu entspr. Tätigkeiten in der freien Wirtschaft ) ohne dafür entsprechend " eingezahlt " zu haben , lassen sich die staatsfinanzen nicht sanieren und die Fehleitung von finanziellen Ressourcen ist die Folge. frägt man die Vertreter dieser Zunft so erhält man als Antwort: " die Staatsdiener geben mit ihren mühsam erwirtschafteten Bezügen die Wirtschaft ja wieder an ....sozusagen eine Art Wirtschaftskreislauf " ...armes Deutschland , sage ich , die Chinesen sind bereits auf der Überholspur .
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