Parallelen zwischen der Wall Street und Las Vegas
Investors Daily
vom 17. Mai 2004 18:00 Uhr
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Auch ich bin derzeit in Las Vegas, wie Bill Bonner. Und zwar bei der "Money Show" und beim "FreedomFest 2004".
Ich habe festgestellt, dass der Las Vegas Boulevard eine Menge mit der Wall Street gemeinsam hat. Beide Straßen sind auf den Prinzipien von Risiko, Ertrag, Wahrscheinlichkeit und Zufall begründet ... und beide Straßen verdienen ihr Geld damit, dass Dummköpfe ausgenommen werden.
Die Terminologie mag anders sein, aber die Funktionsweise ist dieselbe – Gebühren und Kommissionen werden hier Trinkgelder genannt, während die Croupiers aus Las Vegas an der Wall Street "Broker" und "Market Maker" genannt werden. Las Vegas hat sogar seine eigene Version von "fiskalischen und monetären Stimulierungen" – hier werden die kostenloser Alkohol und mit Sauerstoff angereicherte Luft genannt. Die Investment Banker und Analysten der Wall Street sind das, was die Stripper und Prostituierten für Las Vegas sind – sie tun alles, um an Ihr Geld zu kommen.
In Las Vegas boomen die Geschäfte. Im letzten Jahr erzielte die Stadt einen Glücksspiel-Umsatz von 7,67 Milliarden Dollar. Tatsache: Las Vegas ist die am schnellsten wachsende Stadt in den USA, und das schon seit mehreren Jahren. Aber an der Wall Street sehen wir das umgekehrte Bild ... die Erholung könnte vorbei sein, jetzt, wo die Zinsen es mit einer Inflation zu tun haben.
Die "risikofreie" reale Rendite, die man mit 30jährigen US-Staatsanleihen erzielen kann, ist trotz der jüngsten Korrektur der Anleihenkurse vielleicht immer noch negativ. Auf der anderen Seite rechnen die Aktienmarkt-Investoren immer noch mit durchschnittlich real 7 % Plus pro Jahr mit Aktien. Sie haben weiterhin die Illusion, dass die Wall Street dazu da wäre, ihnen zu helfen, reich zu werden. Wie ein freundlicher Nachbar mit einem heißen Aktientipp. Deshalb kaufen sie weiter.
In Las Vegas muss man für solche Illusionen direkt bezahlen. Aber der durchschnittliche Kasino-Besucher verliert Geld – und hat dabei wenigstens eine gute Zeit. Er nimmt Geld mit, von dem er aber schon im vorneherein einplant, dass er es verlieren wird. Er will es "an den Tischen verbrennen", und wenn er gewinnen sollte – umso besser. Aber viele Leute wollen ihr Geld regelrecht verlieren, und sie sind nicht zufrieden, wenn sie das nicht getan haben. Die Kasino-Betreiber mögen gierige Gauner sein ... aber zumindest sind sie über die Art des Spiels ehrlich: Sie bieten keine falschen Versprechen und keine scheinbaren Garantien.