Parallelen zwischen 1968 und 2004
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 18. Mai 2004 18:00 Uhr
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"Die Märkte sind verwirrt, die Fed ist verwirrt, wir sind verwirrt", das hörte ich von meinem Kollegen Addison Wiggin. Er meinte weiter: "Gute News sind schlechte News für die Aktien; Inflation ist eine schlechte Nachricht für Gold und eine gute Nachricht für den Dollar ... natürlich gibt es Erklärungen für alle diese Phänomene – obwohl die meist erheblich zu komplex und zu anspruchsvoll für mit Wein benebelte Gehirne sind."
Ich habe meinem Kollegen Addison daraufhin einen Vorschlag und eine Beobachtung angeboten. Zuerst den Vorschlag: Reduziere den Weinkonsum auf weniger als eine Flasche pro Abend. Jetzt die Beobachtung: Manchmal tun die Märkte das, was sie wollen, und nicht das, was sie sollten. Kurzfristig ist das "sollte" irrelevant. Langfristig allerdings tendiert das "sollte" dazu, sich durchzusetzen.
Günstig bewertete Aktien, die steigen sollten, steigen, während teure Aktien, die fallen sollten, fallen. Und Währungen, die an keinen festen Wert gekoppelt sind, tendieren dazu, relativ zum Goldpreis zu fallen. Und das sollten sie auch.
Vor kurzem allerdings ist der Dollar gestiegen, während der Goldpreis gefallen ist. Wird das monetäre Metall bald wieder der sichere Hafen sein, von dem man annimmt, dass es das ist? Oder werden die steigenden Zinsen ein Problem für das Gold sein?
Diese Fragen hat John Hathaway, Fondsmanager des "Tocqueville Funds", in einem brillanten Essay mit dem englischen Titel "Interest Rates and The Death of Gold" (Zinsen und der Tod des Goldes) untersucht.
Hathaway stellt die Frage: "Wie entwickelt sich der Goldpreis in Zeiten steigender Zinsen?" Seine Antwort: "Die allgemeine und vielleicht oberflächliche Antwort lautet ( ...), dass sich Gold dann schwach entwickelt."
Hathaway betont, dass die ART UND WEISE, in der die Zinsen steigen, viel wichtiger für den Trend des Goldpreises ist als die absolute Größe des Zinsanstiegs. Ein Beispiel: Wenn die Inflationsrate noch schneller als die Zinsen steigt, dann ist der Goldpreis trotz der steigenden Zinsen ein Gewinner.
Hathaway meint, dass die heutige wirkliche US-Inflationsrate schneller steigt als die Zinsen – ein Phänomen, das ihn an das Jahr 1968 erinnert. Und das war kurz vor Beginn des großen Gold-Bullenmarktes der 1970er.
"Es ist nahe liegend zu sagen, dass ( ...) das Jahr 2004 große Parallelen mit dem Jahr 2004 vorweist. Damals hatte der Dow Jones bei einem Stand von 1.000 Punkten sein Topp erreicht, und dieses Niveau sah er bis 1982 nicht wieder. Die Zinsen standen 1968 bei 5,66 % und stiegen bis 1981 auf 16,39 %. Die Erträge mit Aktien und Anleihen waren in diesen 14 Jahren schwach. Aber Gold und Goldminen-Aktien brachten eine exzellente Performance ein."
Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Inflation deutlich schneller als die kurzfristigen Zinsen stieg. Hathaway: "Ende der 1970er wurden Anleihen als 'Zertifikate der Konfiszierung' beschimpft, und wenn man bullish für Amerika gestimmt war, dann war das für das eigene Vermögen nicht gesund. Die Idee, dass Aktien positive Renditen einbringen könnten, war radikal – und es war sozial riskant, solche Thesen bei einer Cocktail-Party zu vertreten."
Heute werden Aktien weithin verehrt, als Standardinvestment, während das Gold nur für merkwürdige Außenseiter etwas ist. "Das Ende von Gold als Investment ist ein bisschen näher gekommen", so die Financial Times, die die Stimmung des Augenblicks wiedergibt.
Es stimmt, dass wenige Investoren sich über die Entwicklung der Inflation Sorgen machen – während die meisten immer noch daran glauben, dass "Aktien langfristig jede andere Anlagekategorie schlagen". Vielleicht werden sich die Trends ändern ... vielleicht ist 2004 das monetäre Zwillingsjahr des Jahres 1968. Wenn das so ist, dann sollten Sie sich eine Blume ins Haar stecken, eine Liebeskette um den Hals hängen und ein bisschen Gold kaufen.