Papiergeld ist ein Anspruch auf Wohlstand
Dan Amoss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 22. März 2007 07:30 Uhr
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Papiergeld ist in Demokratien sehr beliebt. Unter der Kontrolle der Zentralbanken, stattet Papiergeld die modernen Ökonomien mit der Illusion großer Flexibilität und Belastbarkeit aus. Ohne die Unbeugsamkeit des Goldstandards werden faule Kredite schnell unter den Teppich gekehrt. Das verhindert die Möglichkeit, einen Bankenkrach in Depressionszeiten in Bewegung zu setzen.
Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist Papiergeld kein Wohlstand. Papiergeld ist lediglich ein Anspruch auf Wohlstand. Es hat nur in dem Maße Wert, wie es gegen andere Dinge eingetauscht werden kann – z.B. ein Fuder Mais, ein Liter Benzin, eine Zahnreinigung oder ein Intel Prozessor.
Wenn die Regierung mehr Geld druckt, dann gibt sie einer Öffentlichkeit, die auf die Preise der Anlagewerte fixiert ist, die Illusion, dass sie wohlhabender wird, während sie in Wirklichkeit jedoch ärmer wird. Während das Papiergeld immer reichlicher wird, werden die Hersteller wertvoller Produkte irgendwann mehr Einheiten des Geldes im Tausch gegen ihre Produkte oder Dienstleistungen verlangen.
Das tägliche Feiern neuer Dow-Rekorde übersieht die Inflation hinter diesen Aufwärtsbewegungen des Index. Dr. Marc Faber wird öffentlich zitiert, weil er über die Möglichkeit eines „Dow 100.000 Szenarios“ öffentlich gesprochen hat. Dieses Szenario ist möglich, wenn die gegenwärtigen Trends andauern. Aber wir müssen bedenken, dass unter diesem Szenario sämtliche Preise dramatisch steigen werden, was zu geringerem Lebensstandards führen wird.
Lebensmittel sind Wohlstand, Pesos sind es nicht.
Ein deutliches Beispiel dafür, wie die Verbraucherpreisinflation zu sinkendem Lebensstandard führt, war zuletzt die Verdreifachung des Maispreises in Mexiko. Protestierende sind nach Mexiko City marschiert und haben verlangt, dass die Regierung etwas unternimmt.
Mexikos ziemlich sozialistische Regierung hat eine Situation hervorgebracht, in der die Einkommen der Bürger in hohem Maße von den Regierungsausgaben an Berechtigte abhängen. Die mexikanische Geldpolitik muss locker bleiben, um das System über Wasser halten zu können. Die Menge der Pesos in Umlauf ist im vergangenen Jahr um 15-20% angestiegen.
Aufgrund einer Fehleinschätzung des wahren Grundes für die Preissteigerungen von Tortillas – eine explodierende Geldmenge – haben Politiker die „monopolistischen“ Tortilla Hersteller wie Grupo Gruma verantwortlich gemacht und deswegen Preiskontrollen eingeführt, die die Angebotssituation in Zukunft nur noch verschlimmern werden.
Nachdem die Bühne für leicht zu erhaltende Pesos erst einmal bereitet war, war der endgültige Auslöser, der als Funken bei der Preisexplosion der Tortillas wirkte, die dumme Politik der amerikanischen Regierung, auf Mais basierendes Ethanol zu subventionieren.
Die Papiergeldinflation beschränkt sich nicht auf Mexiko. Eine lockere Geldpolitik in den USA und die Subventionierung von Ethanol schließen sich zu einem zukünftigen Sturm in den Preisen für die Grundzutaten von Lebensmitteln zusammen. Diejenigen, die auf bevorstehende Zinskürzungen durch die Fed warten, werden vermutlich noch so lange warten müssen, bis in diesem Jahr der Mais geerntet wird.
Durchschnittsbürger Mexikos, die heftig steigenden Lebensmittelkosten gegenüberstehen, scheinen sich nicht für Immobilienpreise oder Rallys an der mexikanischen Börse zu interessieren. Werden die Amerikaner einer ähnlichen Situation in Zukunft auch gegenüberstehen?
Die weltweite Wirtschaft schwimmt auf einem Meer aus Papiergeld.
Während des vergangenen Jahrzehnts machten sich einige Milliarden neue Kapitalisten auf den Weg, westliche Lebensstandards zu erreichen. Sie werden Energie und Industriemetalle in beispiellosem Ausmaße fordern und die beste Möglichkeit für Investoren, von diesem Trend zu profitieren, ist eigene Aktien in den Unternehmen zu besitzen, die dieser Nachfrage nachkommen.
Diese kapitalistische Revolution ist bereits auf dem Weg und nichts anderes als ein wirtschaftlicher Konjunkturrückgang wird sie aufhalten. Und in dem Fall, dass die wirtschaftliche Maschinerie, die die Hypothekenzahlungen finanziert und all die anderen Arten von Schulden, anfangen wird, ins Stocken zu geraten, wird die Zentralbank die Zinssätze wieder einmal senken.
Doch anders als bei der Serie der Zinskürzungen zwischen 2001-2003, werden die Raten diesmal mit höherer Wahrscheinlichkeit steigen, wenn auch die Ängste wegen einer Verbraucherpreisinflation steigen und dazu beitragen, dass die Nachfrage nach langfristigen Anleihen austrocknet.
Wenn sich das ereignen würde, würde die US Federal Reserve Bernankes klar umrissene „unkonventionelle Geldpolitik“ in Kraft treten lassen. Damit einhergehend würde sich eine neue Rolle für die Fed auftun: Sie würde zum Käufer der letzten Instanz für Anleihen jeglicher Fälligkeit. Und Sie sollten nicht glauben, dass der Fed jemals das Geld ausgehen wird, überprüfen Sie doch einmal, welche Institution den Wert der „Federal Reserve notes“ garantiert, die Amerikaner in ihrem Portemonnaies tragen. Wenn nötig, kann die Fed ihre Fähigkeit, eine unbegrenzte Menge an Papier in Umlauf zu bringen, dazu nutzen, die Schuldenpyramide solvent zu halten.
Wenn sich das Szenario so entwickeln würde, würde der amerikanische Dollar sehr bald zur langen historischen Liste der wertlosen Papierwährungen hinzugefügt werden. So wie die Dinge momentan stehen, wird die Verwesungsrate des Dollar von der öffentlichen Wahrnehmung der Inflation abhängen und diese Wahrnehmung wird wahrscheinlich schlechter werden, nachdem in diesem Jahr der Mais geerntet wurde.
Dank der Subventionen auf maisbasiertes Ethanol, wird ein großer Anteil des maisbasierten Lebensmittelangebots – alles von Süßstoffen bis hin zu abgepackten Lebensmitteln, Huhn und Rind – unter Engpässen und Preissteigerungen zu leiden haben.
Die weltweite Wirtschaft schwimmt heute auf einem Meer aus Papiergeld. Dieses große monetäre Experiment läuft jetzt schon seit zwei Jahrzehnten – und erst seit einem einzigen Augenblick in der langen Geschichte der Zivilisation. Wir wissen, wie diese Show endet. Eine Vorschau gab es im Deutschland der Weimarer Zeit und in verschiedenen Bananenrepubliken.
Wird der Goldpreis irgendwann von gegenwärtig 65 Dollar auf 3.000 Dollar pro Unze steigen? Ich erwarte das. Eine bessere Möglichkeit, diese große Zahl in einen Kontext zu setzten besteht darin, das Verhältnis von „Dollar pro Unze“ in „Unze pro Dollar“ umzukehren.