Paper-Trading und die Realität
Tom Firley in Investors Daily
vom 7. Oktober 2009, 18:00 Uhr
ENL5462
wo waren wir gestern im Beitrag Langfristig in Aktien investieren stehen geblieben? Richtig, ich wollte Ihnen noch den Salzgitter-Chart mit meinem favorisierten 256-Tage-GD zeigen:
Salzgitter Chart
Die grüne Linie ist der 256-Tage-GD, der im Juli 2003 ein Kaufsignal generierte. Erst über vier Jahre später, im November 2007 durchbrach der Kurs der Salzgitter-Aktie diesen Gleitenden Durchschnitt wieder nach unten und zeigte ein Verkaufssignal an.
Dazwischen ist die Salzgitter-Aktie von 7,20 auf 123 Punkte angestiegen - ein Gewinn von 1.608 Prozent (siehe schwarze Kreise). Aus 1000 Euro wurden so also 16.080 Euro.
So einfach wäre das gewesen?
Ja, so einfach wäre das gewesen... auf dem Blatt Papier. Denn zwei Dinge möchte ich dazu anmerken:
1.) Wer A sagt, muss auch B sagen. Das bedeutet: Wer den 256-Tage-GD als erfolgreichen Signalgeber nutzt, der wird ihn auch weiterhin nutzen. Die nächsten Signalbereiche habe ich im Chart rot und grün eingekreist. Beim grünen Signal wäre der Anleger bei etwa 63 Euro eingestiegen und wäre aktuell noch investiert. Das rote Signal hätte entweder zu einem Nullsummenspiel oder einem kleinen Verlust geführt; je nachdem, wo der Anleger den Stopp gesetzt hätte. Damit kommen wir gleich zum zweiten Punkt:
2.) Ja, der im Voraus immer so gut gemeinte Stopp. Ich denke, nichts in dieser Welt unterliegt größeren menschlichen Verschiebungen als mental gesetzte Stoppkurse... In vorliegendem Falle wäre es sogar recht erfolgreich gewesen, keine Stopps zu setzen. Aber: Im Chart ist es wegen des unglaublichen Anstiegs (scheinbar ohne Rücksetzer) schwer zu erkennen, aber auch die Salzgitter-Aktie unterlag auf seinem Weg nach oben einigen Korrekturen, die teilweise bei über 20% (minus natürlich...) lagen.
Was macht man in solch einem Falle? Was mache ich mit einer Aktie, mit der ich satt im Gewinn liege und die auf einmal 20% nach unten fällt?
Hier scheiden sich die Experten-Geister. Mein US-Kollege Sr. Steve Sjuggerud favorisiert einen 25%-Stopp, wenn er mit einer Aktie gut im Gewinn liegt, manch anderer mag kaum etwas von seinem Gewinn verlieren und legt einen engen 10%-Stopp.
Jetzt wollen Sie vermutlich wissen, was ich machen würde... Nun, wenn ich mit einer Aktie so weit im Gewinn liege und mein mentaler Stopp erreicht wird, dann verkaufe ich die Hälfte des Bestands und bereite mich darauf vor, bald die andere Hälfte zu verkaufen. Mit anderen Worten: Ich lasse der zweiten Hälfte noch etwas Zeit (etwa bzw. höchstens 5% nach unten). Das mag nicht unbedingt die allerbeste Vorgehensweise sein. Aber auf diese Weise habe ich schon einmal einen dicken Gewinn beiseite gelegt und habe die Chance auf weitere Gewinne.
Viel wichtiger aber: Selbst wenn ich den gesamten Bestand verkauft haben, kann mich keiner daran hindern, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in die Aktie einzusteigen; besonders dann, wenn sie weiterhin (oder wieder) über Ihrem 256-Tage- GD notiert. Natürlich nutze ich nicht nur den 256-Tage-GD, aber er ist ein wichtiger Bestandteil meiner charttechnischen Überlegungen. Übrigens:
Ich kenne jemanden, der offiziell erst 2005 die Spekulation mit der Salzgitter-Aktie wagte und dennoch (ebenso offiziell) einen Gewinn von 1.528 Prozent erzielte. Wie er das gemacht hat, und wie er auch heute noch immer wieder erstaunliche Gewinne erzielt, verrate ich Ihnen morgen.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Herbert Mückenberger (08.10. 2009 10:38 Uhr):
Sehr geehrter Herr Firley, ich weiß es nervt, trotzdem noch mal die Frage nach der Quelle des 256 Tg.GD. Sie haben sie schon einmal genannt, dort aber nicht gefunden. Könnten Sie nicht noch mal den Pfad beschreiben? Herztlichen Dank, mit freundlichen Grüßen, Herbert Mückenberger
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