Panik-Tage
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 27. Oktober 2008, 07:30 Uhr
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In der vergangenen Handelswoche regierte einmal mehr Panik die Börsen. Der deutsche Leitindex brach um mehr als zehn Prozent ein.
Am Freitag stürzte er zwischenzeitlich in die Nähe von 4000 Punkten ab, ehe zum Handelsschluß hin eine leichte Erholung einsetzte. Noch schlimmer erwischte es die japanischen Standardwerte. Im Wochenvergleich büsste der Nikkei 12 Prozent ein fiele auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren.
Panik an Wall Street
Auch die US-Börsen rutschten weiter ab. Am Freitag war die Panik gar so groß, dass der vorbörsliche Handel ausgesetzt wurde. Der marktbreite S&P 500 Index verlor in den letzten fünf Handelstagen fast sieben Prozent an Wert. Vorerst ist ein Ende der Panik nicht in Sicht.
Auflösungserscheinungen bei Hedge Fonds
So erwartet u. a. auch der US-Ökonom Nouriel Roubini, dass das Kursdebakel auch in den nächsten Tagen anhalten könnte, weil hunderte Hedge-Fonds vor dem Aus stehen würden und zum Verkauf gezwungen seien. Herr Roubini ging sogar so weit, dass die politisch Verantwortlichen die Börsen MÖGLICHERWEISE eine oder zwei Wochen schließen müssen.
Beispielloser Crash beim Baltic Dry Index
Des weiteren sei darauf verwiesen, dass der historisch einmalige Zusammenbruch des Baltic Dry Index (wichtiger Preisindex für das globale Verschiffen von Hauptfrachtgütern) in eine neue Dimension übergeht. Seit dem Hoch vom 20.5. diesen Jahres stürzte der Index um sage und schreibe 90,7 Prozent ab. Dabei handelt es sich um den größten Einbruch in der Geschichte!
Verwerfungen am Devisenmarkt
Nicht allzu verwunderlich ist, dass die Turbulenzen nun auch am Devisenmarkt im Zuge der Auflösung der so genannten Carry Trades angekommen sind. So erstarkte der japanische Yen sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem Dollar. Auch der Schweizer Franken profitierte. Ebenfalls beachtlich, dass am Freitag nach schwachen Konjunkturdaten das britische Pfund gegenüber dem Dollar den stärksten Tagesverlust sei 37 (!!) Jahren zu verzeichnen hatte. Der Dollar-Index kletterte auf über 86.
Schwankungsintensiver Goldmarkt
Angesichts des temporär weiter starken Dollars kam bisweilen auch der Goldpreis unter die Räder. Bisweilen ging es gar bis in den Bereich um 680 Dollar. Zum Wochenschluß erholte sich das gelbe Edelmetall aber wieder und ging über der wichtigen Unterstützung bei 730 Dollar aus dem Handel.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Handel äußerst volatil bleiben wird. Und es ist nicht auszuschliessen, dass es kurzzeitig noch eine Etage tiefer bis in den Bereich um 650 Dollar gehen könnte.
Nach wie vor gilt es, die diversen Kursdellen konsequent zum physischen Kauf auszunutzen.
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