Palmöl: Günstiger Preis zieht wieder Käufer an!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 30. Oktober 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
Öl ist günstiger geworden! Und zwar alle Ölsorten. Ob Erdöl, oder die vegetabilen Öle...sie alle haben massiv abgegeben, nach der starken Panik-ich-muss-mein Geld-in-Rohstoffe-packen-Rallye und insbesondere nun jetzt in der Panik-die-Finanzkrise-führt-zur-Rezession-Cash-Generierungs-Rallye.
Während der Preis pro Barrel WTI-Erdöl nach einer kurzen Zwischensequenz über der 70 US-Dollar-Marke mittlerweile wieder bei 65 USD/Barrel dümpelt, wollen wir uns heute einmal den vegetabilen Ölen und insbesondere dem Palmöl widmen.
Palmöl, welches sowohl zur Biodiesel-Produktion eingesetzt wird, als auch zur Substitution von Sojabohnenöl, als Lebensmittel hat mittlerweile von seinem Hoch bei 4350 MYR pro Tonne im Februar dieses Jahres um 67 % abgegeben.
In dieser Woche erreichte der Preis pro Tonne CPO (Crude Palm Oil) an der Malaysischen Derivate Börse (BMD) sein Jahrestief bei 1435 MYR (malaysische Ringgit).
Dieses Preisniveau wurde offensichtlich als so günstig erachtet, dass es die Käufer wieder anzog, trotz der gegenwärtigen mauen Exportlage Malaysias und Indonesiens.
Hohe Preisdifferenz zwischen Sojabohnen- und Palmöl
Zum gestrigen Schlusskurs notierte Sojabohnenöl mit einem Aufschlag von 89 % gegenüber Palmöl. Das ist massiv...und dies obwohl auch der Sojabohnenöl-Preis von seinem Hoch Ende Februar mittlerweile knapp über 50 % verloren hat.
Doch der Rückgang der Palmölpreise, insbesondere im vergangenen Monat war noch stärker.
Bedenkt man zudem die wesentlich günstigeren Produktionskosten von Palmöl (umgerechnet etwa 350 US-Dollar pro Tonne) gegenüber Sojabohnenöl (etwa 735 US-Dollar pro Tonne) wird deutlich warum die Käufer mittlerweile wieder zugeschlagen haben. Heute legte der Preis pro Tonne Palmöl an der BMD um fast 9 % zu. Das entspricht dem stärksten Preisanstieg seit 2001. Gegenwärtig notiert der Preis pro Tonne Palmöl zur Lieferung im Januar bei 1.600 MYR (~ 457 USD) an der BMD. Der Preis pro Pfund Sojabohnenöl bei 34,75 US-Cent an der CBOT.
Die hohe Preisdifferenz unterstützt die Spekulation auf eine steigende Nachfrage nach Palmöl als Substitution zu den teureren vegetabilen Ölen wie Sojabohnenöl.
Langfristig dürfte die wachsende Biodieselnachfrage die Nachfrage nach Palmöl unterstützen
Sicher, Erdöl ist billiger geworden, doch die Palmölpreise sind inzwischen noch stärker gefallen. Das ist nicht nur ein Grund, weshalb die Biodieselnachfrage vor allem in Asien steigt.
Indonesien, welches als größter Palmölproduzent und zweitgrößter Palmölexporteur der Welt natürlich an der Quelle sitzt, hat erst Ende September die Beimischung von Biodiesel zur Pflicht gemacht. Seit Oktober wird in Indonesien nun Diesel-Treibstoffen zwischen 1 und 2,5 % Biodiesel beigemischt.
Auch Malaysia, weltweit zweitgrößter Palmölproduzent und größter Palmölexporteur, will die Beimischungspflicht nun einführen.
Interessante Impulse über die kommenden Jahre gibt es auch aus Indien. Die indische Regierung will ebenfalls ab dem kommenden Jahr eine 5%-Biodiesel-Beimischungsverordnung einführen.
Sollte die indische Automobilindustrie über die kommenden Jahre weiter wachsen, könnte Indien bis zum Jahr 2010 eine Biodieselnachfrage von rund 4 Millionen Tonnen begründen. Indien ist gegenwärtig der zweitgrößte Abnehmer von malaysischem Palmöl nach China.
Fazit
Auf längere Sicht betrachtet halte ich das gegenwärtige Palmöl-Preislevel für durchaus günstig, was schließlich wieder zu einer anziehenden Nachfrage und einer deutlichen Erholung der Preise führen sollte.
Mittelfristig betrachtet muss allerdings die starke Korrelation zur Erdölpreisentwicklung berücksichtigt werden, die natürlich stark abhängig ist von Konjunkturemotionen und natürlich allgemein der Stimmung an den Märkten. Sollte die gegenwärtig positive Stimmung wieder umschlagen, dürfte dies kurzfristig natürlich auch wieder Druck auf die Palmölpreise ausüben.
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