Palladium in der Konsolidierung
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 15. April 2008 08:30 Uhr
ENL5462
Liebe DaxDaily Leser,
neben Gold, Silber und Platin hat in der jüngsten Vergangenheit ein weiteres Edelmetall von sich reden gemacht, das eigentlich nur als Nebenprodukt bei der Herstellung von Industriemetallen abfällt. Palladium wurde vor allem von der Automobilindustrie als Ersatzmetall für die Herstellung von Katalysatoren entdeckt und erfreut sich daher steigender Nachfrage. Südafrika deckt mit Ressourcen um 70 Prozent den größten Teil der Nachfrage ab, während sich die übrigen 30 Prozent der Angebotsseite von Russland, den USA und Kanada gestellt werden. Im Zuge der laufenden Rohstoffhausse begann auch der Palladium-Preis einen größeren Kursanstieg.
Einer ersten Verdoppelung des Palladium-Preises von 200 US-Dollar im September 2005 auf 400 US-Dollar je Feinunze im Mai 2006 folgte eine lange Seitwärtskonsolidierung zwischen 300 und 375 US-Dollar bis zu Beginn dieses Jahres. Schwierigkeiten bei der Stromversorgung in Südafrika führten Ende Januar 2008 zu einer weiteren neuen steilen Aufwärtswelle bis auf ein neues Rekordhoch bei 592,50 US-Dollar am 4. März. Seither hat sich der Kurs wieder stark zurückgebildet und notiert aktuell bei 455 US-Dollar. Die 38-Tage-Durchschnittslinie wurde bisher noch verteidigt.
Aus den technischen Indikatoren lässt sich zunächst die Fortsetzung der eingeleiteten Konsolidierung heraus interpretieren. Während es im Bereich um 460 US-Dollar schwer werden sollte, weitere Zugewinne zu erreichen, ist davon auszugehen, dass bei knapp 430 US-Dollar der mittelfristige Aufwärtstrend verteidigt werden kann. Eine ähnliche lange Konsolidierungsphase wie vor dem steilen Anstieg im Januar 2008 ist zwar möglich, aber wegen des zunehmenden Interesses des Terminmarktes an dem Rohstoff wenig wahrscheinlich. Mittelfristig wird es zu einem Anstieg bis in den Bereich um 750 US-Dollar kommen.
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