Palladium – die Nachfrage
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 16. Februar 2011, 20:00 Uhr
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Nachdem wir uns gestern schon mit einem kurzen Rückblick auf die Preisentwicklung von Palladium im vergangenen Jahr beschäftigt haben, wollen wir uns heute einmal die fundamentale Ausgangslage etwas näher ansehen.
Palladium - Nachfrage aus der Automobilindustrie steigt um 27%
Der größte Nachfragesektor für Palladium war auch im vergangenen Jahr die Automobilindustrie mit einem sagenhaften Zuwachs von 27%, nach Schätzungen von Johnson Matthey. In der Automobilindustrie wird Palladium in Autoabgaskatalysatoren eingesetzt und zwar hauptsächlich in Benzin-Motoren. Das Metall kommt aber auch in Diesel-Motoren zum Einsatz und sein Anteil, gegenüber Platin, wächst.
Die Erholung der Weltwirtschaft und insbesondere der wachsende Automobilmarkt in China haben so die Nachfrage nach Palladium aus der weltweiten Automobilbranche im vergangenen Jahr auf ein neues Hoch bei über 5,1 Millionen Unzen getrieben.
Und dieser Nachfragesektor wird auch künftig starkes Wachstum begründen. Denn gerade die stark wachsenden Automobilmärkte in China und generell in den Emerging Markets haben noch immer viel Potenzial aufzuholen. Bedenken Sie: während in den USA bereits 700 Automobile auf 1.000 Einwohner kommen, sind es in China (trotz des starken Wachstums der letzten Jahre) noch immer nur rund 50 Automobile auf 1.000 Einwohner. Allerdings muss China auch noch weiter in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Denn in Peking ist das Verkehrschaos mittlerweile so hoch, dass die Stadt in diesem Jahr die Autoneuzulassungen sogar erst einmal drastisch kürzen muss. Dies ist allerdings als temporäre Maßnahme zu betrachten, garantiert auf der anderen Seite aber auch ein langfristiges Wachstum.
Industrielle Nachfrage +8%
Die weltwirtschaftliche Erholung macht es möglich: mit Ausnahme der Schmucknachfrage (für die Johnson Matthey ein rückläufiges Nachfragewachstum aufgrund des deutlichen Preisanstiegs prognostiziert) ist, laut Schätzungen auch die Nachfrage aus der Industrie im vergangenen Jahr um 8% auf fast 2,5 Millionen Unzen gestiegen.
Vor allem die Nachfrage seitens der Elektronik-Industrie steigt deutlich. Palladium findet hier Verwendung als Elektrodenwerkstoff für Brennstoffzellen und Zündkerzen, wird als Kontaktwerkstoff in Relais und in der Nanotechnologie eingesetzt und findet Verwendung in der Herstellung medizinischer Instrumente. Und: Palladium dient als Legierung als Ersatz für das teurere Gold in der Elektroindustrie. Gerade aus diesen wichtigen Sektoren dürfte Palladium auch weiterhin stärker nachgefragt werden.
Investmentnachfrage - starker Zuwachs in den USA
Auch die Investmentnachfrage ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, allerdings ist dies hauptsächlich dem erst zu Beginn des vergangenen Jahres neu aufgelegten US-amerikanischen Palladium ETF von ETF Securities zu verdanken. Denn während die europäischen ETFs im vergangenen Jahr sogar leichte Abflüsse hinnehmen mussten, konnte das US-amerikanische Vehikel innerhalb eines Jahres ein Volumen anhäufen, welches 16% der weltweiten Jahresproduktion entspricht. Palladium, das ähnlich wie Silber, die Vorzüge von Edel- und Industriemetall genießt, dürfte auch weiterhin langfristig von Investoren-Seite gefragt bleiben. Unterstützung erhält das Metall auch weiterhin von Seiten der Spekulanten, die nach wie vor eine hohe Netto-Long-Position begründen. Allerdings macht dies auch anfälliger für zwischenzeitliche Korrekturen, insbesondere angesichts der massiven Preisrallye, die das Metall bereits aufs Parkett gelegt hat.
Sehen wir uns im 2.Teil die Angebotssituation an...