"Pair Trades": Eine Trading-Technik für unsichere Märkte
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 20. Mai 2009, 16:00 Uhr
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Liebe Leser,
sehen Sie sich die aktuelle Situation in den Märkten an. Werden wir fallen? Geht die Rallye weiter? Ist es nicht sehr risikoreich, hier einfach auf eine Richtung zu setzen? In der Tat. Und genau deshalb würde ich es an Ihrer Stelle auch nicht tun. Eine Möglichkeit ist es, in solchen Situationen an der Seitenlinie zu warten und dann erst wieder einzusteigen, wenn die Chancen und Wahrscheinlichkeiten auf Ihrer Seite sind.
Eine andere Variante, die zwar etwas Übung und entsprechendes Research braucht, möchte ich Ihnen heute dennoch vorstellen. Ich spreche von sog. "Pair Trades"
Was ist ein "Pair Trade"?
Bei einem "Pair Trade" handelt es sich um einen Doppelhandel aus zwei Wertpapieren. Auf Aktien bezogen sieht dies wie folgt aus:
Sie wählen sich einen wirtschaftlichen Sektor bzw. einen Marktsektor. Dort greifen Sie eine Aktie mit sehr hoher relativer Stärke und exzellenten fundamentalen Aussichten heraus. Als nächstes suchen Sie nach einem waschechten "Müllpapier", einer Aktie aus dem gleichen Sektor mit minimaler relativer Stärke, so schlecht wie möglichen Fundamentaldaten und mit lausigem Ausblick in die Zukunft (in beiden Fällen sollten Sie die relative Stärke gegen den Markt und gegen den jeweiligen Sektor betrachten).
Die Idee ist nun, dass Sie auf die starke Aktie long gehen und auf die schwache Aktie short - beides gleichzeitig und nach Möglichkeit in etwa gleicher Positionsgröße.
Aktien mit hoher relativer Stärke (RS) und guten fundamentalen Aussichten haben die Eigenschaft, in bullischen Phasen weitaus stärker zu steigen als ihr Gegenstück mit fundamentalen Schwächen und niedriger relativer Stärke.
In fallenden Märkten halten Aktien mit hoher RS deutlich stärker dem Abwärtssog stand als Aktien mit schwacher RS und schlechten Fundamentaldaten.
Der Profit in solch einem Trade kommt also dadurch zustande, dass sich der Abstand zwischen den beiden Aktien weitet, denn Sie verdienen an der Differenz.
Insgesamt wird durch einen "Pair Trade" natürlich mehr Kapital gebunden, als wenn Sie nur mit einer Position arbeiten würden, aber dafür neutralisieren Sie auch eine Reihe von Risiken im Markt weitgehend.
Auch können Sie Pair Trades mit allen möglichen Wertpapiertypen (z.B. auch CFDs) durchführen, wenn Sie einmal etwas Übung haben.
Ein Wort der Warnung
Wenn Sie noch nicht viel Erfahrung mit Analysen von relativer Stärke einzelner Aktien haben, so empfiehlt es sich m.E., erst einmal auf Papier zu üben bzw. sich hier noch ein wenig einzuarbeiten, denn für manch einen Anleger mag diese Strategie anfangs etwas ungewohnt wirken.
Haben Sie aber erst einmal den sprichwörtlichen Dreh hierbei raus, so haben Sie Ihr Methoden-Inventar als Trader um ein wertvolles Instrument erweitert.
Viel Erfolg und
beste Grüße
Alexander Hahn