Optionsstrategien: Wann ein Bull Put Spread angewendet wird
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 6. Mai 2009, 12:00 Uhr
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Hallo liebe Leser,
und wieder einmal ein herzliches Willkommen zu den Optionsstrategien. Auch heute wollen wir uns noch einmal mit dem Bull Put Spread beschäftigen und zwar explizit damit wann und warum dieser Spread angewendet wird.
Die Erwartungshaltung des Traders
Wir haben bislang folgende Beispieldaten genutzt:
Verkauf 80er Put auf Aktie X (Juni) zu 1,75 Euro
Kauf 75er Put auf Aktie X (Juni) zu 0,45 Euro
Das heißt der Trader verkauft den Spread zu 1,30 Euro. Wir haben herausgefunden, dass der Break Even des Spreads bei 78,70 Euro Aktie X liegt (80 Euro - 1,30 Euro). Das heißt, erst wenn Aktie X über 78,70 Euro notiert liegt die Position im Gewinn. Der maximale Gewinn (an 1,30 Euro Nettoprämie) wird erreicht, sobald Aktie X bei 80 Euro oder höher notiert.
Welche Erwartungshaltung ergibt sich daraus?
Nun, im Grunde hat der Trader auch hier nur eine leicht bullische bis neutrale Erwartungshaltung. In unserem Beispiel notiert Aktie X bei 80,55 Euro. Der Trader erwartet also im Höchstfall einen geringen Kursanstieg, aber viel eher eine schlichte Seitwärtsbewegung.
Bull Put Spread vs. Bull Call Spread
Wir haben bereits in der letzten Ausgabe herausgefunden, dass der Bull Put Spread in seinen Merkmalen deutlich dem Bull Call Spread ähnelt. Betrachtet man die Charakteristika der Griechen beider Spreads wird dies ersichtlich. Beide Spreads sind im Grunde bullische Spreads.
Daher stellt sich die Frage warum und wann ein Trader überhaupt einen Bull Put Spread einem Bull Call Spread vorzieht!
Nun im Grunde kommt es auch hier auf die Erwartungshaltung an. Am Bull Put Spread verdient der Trader auch oder gerade wenn sich Aktie X bis zur Ausübung seitwärts bewegt. Der Bull Put Spread erfordert also fast schon eine neutrale Erwartungshaltung. Beim Bull Call Spread dagegen erwartet der Trader durchaus einen deutlicheren Kursanstieg des Underlyings.
Bull Put Spread vs. Call
Warum kauft der Trader nicht einfach einen Call?
Auch hier geht es wieder um die Erwartungshaltung. Der Trader erwartet eigentlich keinen starken Kursanstieg in Aktie X. Und wenn Aktie X bei Ausübung schließlich in unserem Beispiel knapp unter 80 Euro notiert, dann bringt der Bull Put Spread im Gegensatz zum Call noch immer einen Gewinn ein.
Bull Put Spread vs. Naked Put
Der Bull Put Spread ist im Grunde wie ein geschriebener Naked Put mit Absicherung. Im Normalfall würde ein Naked Put natürlich ein erhebliches Risiko mit sich bringen, wenn der Trader die Stock-Position nicht ebenfalls short geht.
Doch der Bull Put Spread ist insgesamt weniger risikoreich als der Naked Put, denn der maximale Verlust ist limitiert. In unserem Beispiel durch den Kauf des 75er Puts (also auf 3,70 Euro).
So viel für heute zum Bull Put Spread, liebe Leser. Am kommenden Freitag geht es dann weiter mit den entsprechenden Schaubildern von Bear Put und Bull Put Spread.
Bis dahin und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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