Optionsstrategien: Vola-Charts IV
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 28. August 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich außerordentlich Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nun beschäftigen wir uns schon seit einigen Ausgaben mit der Interpretation von Volatilitäts-Szenarien.
Nachdem wir die verschiedenen Möglichkeiten der Bewegungen von historischer /realisierter und impliziter Volatilität evaluiert und interpretiert haben, sehen wir uns aktuell die zugehörigen Chart-Bilder an.
Auch heute habe ich Ihnen dementsprechend wieder einen Chart mitgebracht, der uns zwei verschiedene Szenarien vor Augen führt:
Quelle: ivolatility.com
Der Chart zeigt die Entwicklung von impliziter Volatilität (in orange) und historischer/realisierter Volatilität (in blau) der Aktie Goldman Sachs Group in den vergangenen 12 Monaten.
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1.Szenario: Wenn die historische Volatilität konstant bleibt und die implizite Volatilität steigt
Mit diesem Szenario haben wir uns bereits in der kommenden Woche beschäftigt, doch ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen. Im grünen Ausschnitt sehen wir, dass die implizite Volatilität steigt und deutlich höher notiert, als die sich konstant weiter bewegende realisierte Volatilität.
Sie erinnern sich, ich schrieb: In diesem Fall könnte also die implizite Volatilität schlicht und ergreifend zu hoch eingepreist sein und möglicherweise auf eine gute Vola-Verkaufs-Gelegenheit hindeuten.
Natürlich muss zunächst überprüft werden, ob auch keine fundamentalen Gründe für den Anstieg der impliziten Volatilität vorliegen. Wenn dies der Fall ist, kann, während die historische/realisierte Volatilität sich weiterhin auf ihrem konstanten Level bewegt, mit einem deutlichen Rückgang der impliziten Volatilität zu rechnen sein.
Und tatsächlich sehen wir nach diesem zugegeben zeitlich sehr kurzen Ausschnitt einen starken Rückgang der impliziten Volatilität. Dieses Szenario hätte also durchaus eine profitable Gelegenheit geboten um Optionen, die offenbar zu hoch eingepreist waren zu verkaufen.
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2.Szenario: Wenn die historische Volatilität konstant bleibt und die implizite Volatilität fällt
Im lila gekennzeichneten Ausschnitt sehen wir wie die implizite Volatilität zunächst sehr rasch und stark fällt und danach über einen Zeitraum von einigen Wochen einen deutlichen Rückgang fortsetzt, während die historische Volatilität zunächst weiterhin relativ konstant notiert. Wichtig ist hier auch die zuvor sehr hohe Differenz zwischen historischer und impliziter Volatilität.
Was passiert hier?
Die Marktteilnehmer haben damit begonnen auf das vorhergehende Szenario zu reagieren und Optionen zu verkaufen um den Gamma/Theta-Vorteil zu nutzen. Somit fallen die Optionspreise. Schließlich werden in einem im Vergleich langsameren Prozess Vola-Long-Positionen aufgelöst.
Lesen Sie hierzu noch einmal Devisen-Monitor vom 12.08.2009.
Damit verabschiede ich mich für heute, liebe Leser, wünsche Ihnen noch ein schönes letztes Augustwochenende und bis zum nächsten Mittwoch, wenn wir uns wiederlesen...
Ihre Miriam Kraus
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