Optionsstrategien: Straddle
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 1. Juli 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nachdem wir in der letzten Woche die Jelly Rolls und Time-Spreads abgeschlossen haben, möchte ich heute mit einem neuen Thema beginnen:
Den Volatilitäts-Strategien
Die absolute Quintessenz der Volatilitäts-Strategien sind die so genannten Straddles und Strangles. Sie sind so zu sagen der reinste Weg um die Volatilitäten zu spielen.
Beschäftigen wir uns zunächst mit dem Long Straddle
Ein Long Straddle wird schlichtweg gebildet aus dem Kauf eines Calls und eines Puts mit dem gleichen Strike-Preis, dem gleichen Underlying und der gleichen Restlaufzeit.
Das mag vielleicht seltsam klingen, denn der Trader ist hier gleichzeitig Long Call und Long Put.
Doch betrachten Sie es einmal auf diese Weise:
Wenn der Kurs des Underlyings steigt, dann weist der Call im Grunde ein unlimitiertes Gewinnpotenzial auf, während das Verlustpotenzial des Puts limitiert ist. Denn schließlich kann der Put nur wertlos verfallen - der Trader verliert dann lediglich die für den Kauf des Puts eingesetzte Prämie.
Umgekehrt:
Wenn der Kurs des Underlyings fällt, dann profitiert davon der Put. Dessen Gewinnpotenzial ist nur insoweit begrenzt, wenn der Kurs des Underlyings auf Null fallen sollte. Das Verlustpotenzial des Calls wiederum ist ebenfalls begrenzt - und zwar auch hier wieder auf die für den Kauf des Calls eingesetzte Prämie, wenn der Call wertlos verfällt.
Eine starke Bewegung im Underlying vorausgesetzt...
...sieht der Long Straddle ja fast wie eine Position aus, mit der man gar nicht verlieren kann. So lange das Underlying sich stark bewegt (und der Clou ist, dass dabei die Richtung völlig egal ist) und zwar stark genug, damit der Gewinn aus einer Option, den Verlust aus der anderen übersteigt, ist das Ganze eine richtige Win-Win-Situation.
Doch das Risiko....
... besteht darin, dass gerade dieses Szenario nicht eintritt.
Denn wenn der Kurs des Underlyings stagniert, verliert der Trader seine komplette für den Kauf beider Optionen eingesetzte Prämie.
So, liebe Leser, so viel einmal für den Anfang. Am kommenden Freitag geht's weiter an dieser Stelle.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen, sonnigen Sommertag, liebe Grüße und bis nächsten Freitag...
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
- Optionsstrategien: Long Straddle und das Vega
- Optionsstrategien: Long Straddle! Wann einsteigen?
- Optionsstrategien: Long Straddle und das Gamma/Theta-Problem
- Optionsstrategien: (Long Straddle) Vola-Bewegungen analysieren
- Optionsstrategien: aus einem Long-Straddle aussteigen!
- Long Straddle: Praxis-Beispiel 9
- Optionsstrategien: Ausstieg aus einem Long Straddle
- Optionsstrategien: einen Long Straddle verwalten
- Long Straddle: Praxis-Beispiel 1
- Long Straddle: Praxis-Beispiel 2