Optionsstrategien: Option Spreads
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 27. Februar 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
welche Freude, dass wir uns heute wiederlesen! Bis zur letzten Ausgabe haben wir uns mit synthetischen Stock Strategien beschäftigt. Diese möchte ich vorerst als abgeschlossen betrachten. Stattdessen wollen wir ab heute anfangen uns rein mit Optionsstrategien zu beschäftigen.
Beginnen möchte ich heute mit einer allgemeinen Einführung zu den Options Spreads.
Options Spreads sind die Basis vieler Optionsstrategien. Im Allgemeinen werden Spread-Strategien durch den gleichzeitigen Kauf und Verkauf einer gleichen Anzahl von Optionen mit dem gleichen Underlying, aber unterschiedlichem Strike-Preis oder Ausübungsdatum gebildet.
Grob unterscheiden wir vertikale, horizontale und diagonale Spreads (mit Bezug auf das jeweilige Schaubild).
Vertikale Spreads: oder auch "Money Spreads" genannt, sind Optionen die sich auf das gleiche Underlying beziehen, im gleichen Monat ausgeübt werden, aber einen unterschiedlichen Strike-Preis aufweisen.
Horizontale Spreads: auch "Calendar Spreads" genannt, sind Optionen mit dem gleichen Underlying, dem gleichen Strike-Preis, aber unterschiedlichen Ausübungszeitpunkten.
Diagonale Spreads: sind im Grunde eine Kombination aus vertikalen und horizontalen Spreads. Sie beinhalten Optionen die sich zwar auf das gleiche Underlying beziehen, aber einen unterschiedlichen Strike-Preis und unterschiedliche Ausübungsdaten aufweisen.
Einige Strategien:
Call oder Put Spreads:
Die einfachste Überlegung: jeder Spread der aus zwei Calls besteht ist ein Call-Spread. Jeder Spread der aus zwei Puts besteht ist ein Put-Spread.
Bull und Bear Spreads:
Auf diese werde ich aber der kommenden Ausgabe noch näher eingehen. Aber allgemein: jede Spread-Position die darauf ausgerichtet ist von einem Anstieg des Underlyings zu profitieren ist ein Bull Spread und umgekehrt jede Position die eine bärische Erwartung voraussetzt ist ein Bear Spread.
Credit und Debit Spreads:
Ich sage einmal ganz lapidar "Haben und Soll Spreads" . Wenn die Preis der verkauften Optionen höher ist als jener der gekauften Optionen dann haben wir einen Credit Spread. Und umgekehrt!
Ratio Spread und Backspreads:
Bezieht sich auf Strategien, wenn die Anzahl der geschriebenen (Stillhaltergeschäfte) und gekauften Optionen nicht gleich ist. Wenn mehr Optionen geschrieben als verkauft werden, dann bezeichnet man dies als Ratio Spread. Umgekehrt: wenn mehr Optionen gekauft als geschrieben werden ist dies ein Backspread.
Kombinationen aus Spreads:
Möglich ist natürlich immer diese verschiedenen Spread-Positionen miteinander zu kombinieren. Auf gerade solche kombinierten Spread-Positionen werden wir im Verlauf dieser Reihe näher eingehen.
Das soll es für Heute erst einmal gewesen sein, liebe Leser. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und bis Mittwoch wenn wir anfangen uns mit Bull und Bear-Spreads zu beschäftigen.
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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