Optionsstrategien: Long Straddle! Wann einsteigen?
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 15. Juli 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich außerordentlich, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit dem Long Straddle. In der letzten Ausgabe vom vergangenen Mittwoch haben wir über das Zusammenspiel von Gamma, Theta, und Vega gesprochen.
Es ist unumgänglich auf diese drei Griechen zu achten, wenn man sich für einen Long Straddle entscheidet, um die Erfolg versprechendsten Optionen auszuwählen.
Hier noch einmal mein Tipp:
Geben Sie dem Long Straddle ruhig etwas Zeit, obwohl Optionen mit längerer Laufzeit die Gamma-Gewinne schmälern können. Achten Sie aber vor allem auf die implizite Volatilität und suchen Sie sich eine Option mit einem Ausübungsmonat, bei der die implizite Volatilität niedrig ist im Vergleich zur historischen Volatilität und zur historischen, impliziten Volatilität.
Diese Einstiegs- oder Kauf-Tipps möchte ich heute etwas konkretisieren:
Beim Options-Handel kommt es vor allem darauf an die statistischen Erfolgschancen zu optimieren. Ein Long Straddle ist immer dann ein zu favorisierender Trade, wenn der Trader davon ausgehen kann, dass er sowohl mit Gamma, als auch mit Vega Geld verdienen kann.
Fehler vermeiden
Da wir uns bislang immer auf Aktien als Underlying bezogen haben, werde ich das heute auch tun.
Viele Trader machen bisweilen den Fehler einen Long Straddle gerade dann zu kaufen, wenn ein (Quartals-) Bericht ansteht, weil sie davon ausgehen, dass sich die Aktie stark bewegen wird.
Doch wie wir bereits wissen, ist die Bewegung des Underlyings nur die eine Seite der Medaille.
Fakt ist nämlich, dass eine Optionsprämie, gerade bevor ein Bericht veröffentlicht wird, bereits seht teuer sein kann, da meist die erwartete starke Bewegung im Underlying bereits eingepreist worden ist. Das ist dann schlichtweg zu spät gekauft!
Der beste Zeitpunkt um Volatilität günstig zu kaufen ist...
....bevor die erwartete Bewegung eingepreist worden ist, also praktisch bevor es jeder andere tut! Das klingt nicht unbedingt einfach...ich weiß!
Aber betrachten Sie das Konzept einmal von Seiten der Aktie: Sie kaufen eine Aktie ja auch nicht, nachdem die bullischen Neuigkeiten bereits eingepreist worden sind, also nachdem die Aktie bereits stark gestiegen ist, sondern davor!
Das Ziel (egal in welchem Markt) ist immer das gleiche: Kaufen Sie am Beginn eines Trends, nicht am Ende!
Das gleiche Ziel gilt im Grunde auch, wenn es darum geht gezielt die Volatilitäten zu spielen. Hierfür ist es wichtig Vola-Charts zu kennen und die Situationen in denen Vola-Änderungen auftreten richtig zu analysieren.
Damit wollen wir uns in der kommenden Ausgabe am Freitag beschäftigen.
Somit verbleibe ich bis Freitag, wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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