Optionsstrategien: Die Vorteile eines Bear Put Spread
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
ich freue mich Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Wir beschäftigen uns heute - nach der Osterpause - mit den Vorteilen eines Bear Put Spread. Halten wir zunächst noch einmal fest, was wir bislang gelernt haben:
Der Bear Put Spread wird gebildet aus einem Long Put und eine Short Put mit tieferem Strikepreis. Auch beim Bear Put Spread sind wieder Gewinne, sowohl als auch Verluste limitiert.
In unserem Beispiel:
Kauf 80er Put (Mai) auf Aktie X zu 1,75 Euro
Verkauf 75er Put (Mai) auf Aktie X zu 0,45 Euro.
Bezahlt der Trader eine Nettoprämie von 1,30 Euro. Der Gewinn ist auf 3,70 Euro limitiert, der Verlust ist auf die eingesetzte Nettoprämie von 1,30 Euro begrenzt.
Kommen wir nun zu den Vorteilen:
- gegenüber dem Kauf eines einfachen Put
Wir erinnern uns: der Trader erwartet, dass Aktie X auf 75 Euro oder knapp darunter fällt. Der Trader könnte also auch schlicht den 80er Put kaufen.
Der Vorteil des Spread gegenüber dem 80er Put ist die günstigere Nettoprämie. Für den 80er Put müsste der Trader 1,75 Euro bezahlen, für den Spread bezahlt der Trader nur 1,30 Euro. Damit ist also auch der auf die Nettoprämie limitierte mögliche Verlust beim Spread geringer, als beim Put. Alles weitere - und damit auch die tatsächliche Entscheidung für den Spread und nicht für den reinen Put - hängt aber mit der Erwartungshaltung des Traders zusammen, womit wir uns am kommenden Freitag beschäftigen wollen.
- aus den Griechen
Sehen wir uns folgende Vergleichstabelle der Griechen für den Spread und den 80er Put an (Daten OS-Rechner):
|
| 80er Put | 75-80 Put Spread |
| Delta | - 0,445 | - 0,300 |
| Gamma | + 0,080 | + 0,041 |
| Theta | - 0,018 | - 0,006 |
| Vega | + 0,110 | + 0,046 |
Wir sehen: zunächst einmal impliziert das negative Delta einen bärischen Trade. Aber Delta und Gamma beim 80er Put sind wesentlich größer als beim Spread. Warum also zieht der Trader den Spread vor.
Dies hat in erster Linie wieder mit der zugrunde liegenden Erwartungshaltung des Traders zu tun, womit wir uns aber erst am Freitag ausführlich beschäftigen werden.
Doch sehen Sie sich Vega und Theta an. Das Vega der Spread-Position ist deutlich kleiner als das Vega des Puts. Der Trader verringert also auch hier wieder das Volatilitätsrisiko.
Auch das Theta des Spreads ist deutlich kleiner als das Theta des Puts. Das heißt Zeit ist ein bedeutender Faktor für die Erwartungshaltung des Traders und die damit verbundene Entscheidung für den Spread (am Freitag mehr dazu), denn der Zeitwertverlust beim Spread ist geringer als beim reinen Put.
So viel einmal für heute liebe Leser. Am kommenden Freitag geht es dann - wie gesagt - weiter mit der zugrunde liegenden Erwartungshaltung des Traders und warum und wann der Trader dann überhaupt zu dieser Spread-Strategie greift.
Bis dahin, liebe Grüße und einen sonnigen Tag
Wünscht Ihre Miriam Kraus
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