Optionsstrategien: Die Vorteile eines Bear Call Spread
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 25. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Wir beschäftigen uns gegenwärtig mit dem Bear Call Spread, nachdem wir zuvor den Bull Call Spread abgeschlossen hatten.
Wir haben bereits festgehalten, dass der Bear Call Spread im Vergleich zum Bull Call Spread sozusagen die andere Seite der Medaille ausmacht. Dies wird insbesondere deutlich werden, wenn wir am kommenden Freitag über die Erwartungshaltung des Traders sprechen, die diesen einen Bear Call Spread vorziehen lässt.
Heute wollen wir uns explizit mit den Vorteilen des Bear Call Spread beschäftigen, die diesen wiederum vom Bull Call Spread unterscheiden:
- der Trader verdient bereits an der Position, aber...
Sie mögen sich erinnern: beim Bull Call Spread haben wir als ersten Vorteil ausgemacht, dass die Kosten im Vergleich zum reinen Call geringer sind.
Beim Bear Call Spread nimmt der Trader bereits dadurch, dass er die Position eingeht eine Nettoprämie ein (in unserem Beispiel 1,50 Euro [Verkauf 50er Call zu 2 Euro; Kauf 60er Call zu 0,50 Euro]).
Aber....der Trader ist nun bestrebt diesen Nettoprämie auch tatsächlich zu einem Gewinn zu machen (oder sagen wir beizubehalten). Dies gelingt allerdings nur, wenn der Break Even nicht überschritten wird. Also, wenn in unserem Beispiel Aktie X nicht über 51,50 Euro steigt.
Sehen wir uns die Griechen des Spreads an, wenn Aktie X bei 50 Euro notiert (also unter dem Break Even und damit im favorisierten Szenario)[mit Hilfe der Daten des OS-Rechners]:
|
| Aktie X bei 50 Euro |
| Delta | - 0,3972 |
| Gamma | - 0,0477 |
| Theta | + 0,0027 |
| Vega | - 0,0368 |
Das Delta ist negativ, was eigentlich eine bärische Strategie impliziert (doch dazu am Freitag noch mehr).
Interessant ist zudem das negative Vega, was im Grunde genommen (ebenso wie das Delta) bereits einen Teil der Erwartungshaltung skizziert: der Trader verkauft im Grunde die Volatilität und...wartet einfach ab:
Sehen wir uns das positive Theta an. Theoretisch bedeutet dies, dass die Position einfach dadurch, dass Zeit vergeht hinzugewinnt. Auch hier also: abwarten und Tee trinken!
- das Risiko der Position ist geringer, gegenüber...
...dem Verkauf eines Naked Calls. Sehen wir es realistisch: der Trader verdient im Grunde am Verkauf des Calls. Er könnte folglich auch einen Naked Call verkaufen. Doch mit dem Bear Call Spread limitiert er einen möglichen Verlust. Wie wir in der letzten Ausgabe herausgefunden haben ist der Verlust in unserem Beispiel auf 8,50 Euro limitiert.
Für den Trader heißt das: Verkaufe den 50er Call, aber sichere dich durch den Kauf des 60er Calls ab.
So viel für heute, liebe Leser. Am kommenden Freitag wollen wir uns dann damit beschäftigen, welche Erwartungshaltung einem Bear Call Spread tatsächlich zu Grunde liegt und wann der Trader diese Position vorzieht.
Bis dahin, einen schönen Tag noch und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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