Optionsstrategien: Bull Put Spread in der Ausübung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Hallo liebe Leser,
und ich freue mich, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Wir beschäftigen uns seit der letzten Ausgabe vom Mittwoch nun mit dem Bull Put Spread.
Wiederholen wir noch einmal:
Der Bull Put Spead wird gebildet aus...
- Short Put
- Und Long Put mit tieferem Strikepreis
Wir haben folgende Beispieldaten genutzt:
Verkauf 80er Put auf Aktie X (Juni) zu 1,75 Euro
Kauf 75er Put auf Aktie X (Juni) zu 0,45 Euro
Der Trader erzielt durch diesen Spread also eine Nettoprämie von 1,30 Euro (Verkauf zu 1,75 Euro und Kauf zu 0,45 Euro [ 1,75 - 0,45 = 1,30]).
Wie bei den übrigen drei vertikalen Spreads gibt es auch hier nun drei mögliche Szenarien, wenn der Spread bis zur Ausübung gehalten wird:
Wenn Aktie X oberhalb der beiden Strikepreise notiert
Dies ist das zu favorisierende Szenario! Wenn Aktie X über 80 Euro notiert, dann verfallen beide Puts wertlos und der Trader kann die gesamte Nettoprämie von 1,30 Euro als Gewinn verbuchen.
Wenn Aktie X zwischen beiden Strikepreisen notiert
Wenn Aktie X zwischen beiden Strikepreisen notiert, dann befindet sich der 80er Put in the money und wird angedient.
Vor der Andienung ist der 80er Put im Grunde eine Long Stock Position, bei der der Trader profitiert, wenn Aktie X in Richtung der 80 Euro steigt und verliert wenn Aktie X in Richtung der 75 Euro fällt.
Wenn der 80er Put am Ende tatsächlich angedient wird, dann ist der Trader Long Stock zu 80 Euro (d.h. er muss Aktie X zu 80 Euro kaufen). Allerdings kann der Trader noch die 1,30 Euro an Nettoprämie abziehen, so dass der Trader Aktie X effektiv nur zu 78,70 Euro kaufen muss.
Bei 78,70 Euro liegt also auch der Break Even. Notiert Aktie X unter 78,70 Euro ist die Gesamtposition im Verlust. Notiert Aktie X über 78,70 Euro ist die Position im Gewinn, welcher allerdings auf die eingesetzte Nettorprämie von 1,30 Euro beschränkt ist.
Wenn Aktie X unterhalb der beiden Strikepreise notiert
Dies ist das Worst-Case-Szenario. Wenn Aktie X unterhalb der beiden Strikepreise notiert, dann sind beide Puts in the money. Das heißt, der Trader kann zwar den 75er Put ausüben, doch der 80er Put wird ihm in jedem Fall auch angedient.
Dadurch ergibt sich ein Nettoverlust von 5 Euro (80 Euro - 75 Euro). Doch der Trader kann auch hier wieder die 1,30 Euro Nettoprämie abziehen, so dass sich effektiv ein maximaler Verlust von 3,70 Euro ergibt.
Auch bei diesem Spread sind also wieder sowohl die Gewinne, als auch die Verluste limitiert: der Gewinn ist auf die eingesetzte Nettoprämie von 1,30 Euro limitiert. Der Verlust auf 3,70 Euro.
So viel für heute, liebe Leser. Am kommenden Mittwoch geht es dann weiter mit den Vorteilen eines Bull Put Spreads und schließlich der zugrunde liegenden Erwartungshaltung des Traders.
Zuvor sehen wir uns vielleicht jetzt am Wochenende auf der Invest-Messe in Stuttgart am Stand des Investor-Verlags. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen!
Bis dahin also und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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